Jedes 4. Ei, das hier gegessen wird, kommt auch aus Rheinland-Pfalz

Koblenz. 236 Eier verbraucht jeder Deutsche im Jahr. In Rheinland-Pfalz decken die hier ansässigen Bäuerinnen und Bauern mit 62 Eiern 26 Prozent des Bedarfes ab. Die übrigen Eier kommen aus den nördlichen Bundesländern sowie Belgien und Holland.

Die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz ist kleinstrukturiert. Das wird auch bei einem Blick auf die Geflügelstruktur deutlich. Während deutschlandweit im Durchschnitt 24.000 Legehennnen auf den Hühnerbetrieben stehen, sind es in Rheinland-Pfalz gerade einmal 12.000. Wichtig ist dabei, dass Betriebe unter 3.000 Hühner statistisch nicht erfasst werden. Die Statstikämter erfassen nur wirtschaftlich relevante Betriebsgrößen.

In Rheinland-Pfalz werden 68 Prozent der Hühner in Bodenhaltung und 32 Prozent in Freilandaufstallung gehalten.

Der Selbstversorgungsgrad an Eiern liegt in Deutschland bei 66 Prozent. Der Verbrauch in Höhe von jährlich 19,9 Milliarden Eiern steht einer Erzeugung von 13,1 Milliarden Eiern gegenüber.

Schulterschluss Artenvielfalt zieht positive Zwischenbillanz

Dialogprozess zwischen Landwirtschafts- und Naturschutzverbänden sowie Ministerien

 

Vallendar. In Anwesenheit der beiden Staatssekretäre Andy Becht (Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau) und Dr. Erwin Manz (Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität) fand in Vallendar am 6. März 2024 das zweite Fachforum des Dialogprozesses Schulterschluss Artenvielfalt Rheinland-Pfalz“ statt.

Während des Dialogprozesses diskutieren Landwirtschafts- und Naturschutzverbände sowie Vertreter*innen der beiden Ministerien und angegliederter Fachbehörden über gemeinsame Maßnahmen, die sowohl dem Artenschutz als auch der Landwirtschaft und dem Weinbau dienen. Gemeinsames Ziel des Dialoges, der im letzten Jahr gestartet ist, ist es, die einzigartige und äußerst vielfältige Kulturlandschaft im Land zu erhalten beziehungsweise weiter zu entwickeln und dabei auch die regionale Produktion von qualitativ hochwertigen, gesunden Lebensmitteln und erneuerbaren Energien zu sichern. In sechs Arbeitsgruppen wurden in insgesamt rund 30 Sitzungen Themen, wie beispielsweise der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, technische Methoden, der Wasserschutz, die Steuerung und Honorierung von Naturschutzmaßnahmen in der Agrarlandschaft bis hin zum Umgang mit Konfliktarten ausgiebig diskutiert.

In dem in Vallendar durchgeführten zweiten Forum kamen die Arbeitsgruppen abermals in großer Runde zusammen, um erste Zwischenergebnisse vorzustellen und arbeitsgruppenübergreifend zu diskutieren. Die rund 60 Teilnehmenden konnten dabei einen positiven Eindruck aus der Arbeit der jeweiligen Arbeitsgruppen erlangen, Schnittstellen zwischen den Themen wurden herausgearbeitet und der Konkretisierungsgrad der nun auszuarbeitenden Maßnahmen diskutiert.

Große Einigkeit bestand schon jetzt darin, dass in einem von Vielfalt geprägten Bundesland wie Rheinland-Pfalz regional angepasste Maßnahmen und Programme notwendig und sinnvoll seien, die gemeinsam zwischen Naturschutz und Landwirtschaft vereinbart und effektiv durchgeführt werden sollten. Hierzu wollen die Beteiligten konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeiten. Der moderierte kooperative Diskussionsprozess zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zeigt, dass ein konstruktiver Dialog auch in gesellschaftlich kontroverseren Zeiten hilfreich ist, um konkrete Probleme zu diskutieren und zu lösen. Dabei wurde immer wieder herausgestellt, dass schon jetzt eine neue Gesprächsbasis im Land geschaffen wurde, die man auch künftig weiterführen möchte. So zeigten sich abschließend die Vertreter*innen aller Verbände zuversichtlich, die weiteren Schritte gemeinsam anzugehen und zusammen mit dem Land Rheinland-Pfalz konkrete Maßnahmen zu vereinbaren. Eine Kooperation zwischen den Verbänden und der Landesregierung.

 

Horper zu Plänen der Landesregierung: KLUWO-Außenstelle im Westerwald ist nur ein erster Schritt

Koblenz. Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) hat in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass eine Außenstelle des Koordinationszentrums Luchs und Wolf (KLUWO) im Westerwald errichtet werden soll. Damit wird eine mehrfach vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau und seinem Präsidenten Michael Horper erhobene Forderung vom MKUEM erfüllt.

Für Michael Horper ist diese Entscheidung der Landesregierung längst überfällig. „Es macht Sinn, wenn die Fachleute des Koordinationszentrums Luchs und Wolf dort ihren Sitz haben, wo auch die Wölfe zu finden sind und das ist nun mal vornehmlich im Westerwald der Fall“, so Horper. Er hoffe, dass mit dieser Entscheidung und der kurzfristigen Umsetzung die Aufarbeitung von Wolfsrissen und die Kommunikation mit der Bevölkerung, den Tierhaltern und dem Berufsstand deutlich verbessert und die Wege in Zukunft kürzer würden.

In einem Schreiben an die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder bezeichnete Horper diese Entscheidung als „ersten Schritt“, dem nun weitere der Wolfsproblematik angemessene Entscheidungen der Landesregierung zum Thema Wolf folgen müssten. Dies sei besonders für die Tierhalter unerlässlich. Horper kritisierte bei der Umweltministerin den Umgang mit der Wolfsthematik anlässlich verschiedener Informationsveranstaltungen des KLUWO in den letzten Wochen. Es sei unverständlich, so Horper, dass die von den zahlreichen Besuchern eingeforderten Diskussionen unterbunden und fachliche Informationen, beispielsweise über die Pläne der EU, den Schutzstatus des Wolfes zu verändern, nur selektiv oder gar nicht erläutert worden seien. „Wir müssen“, betonte Horper, „endlich zu einer sachlichen Aufarbeitung der Wolfsthematik kommen. Und dafür ist vor allem der Einstieg in eine Bestandsregulierung, die ihren Namen verdient, notwendig. Diese muss den Abschuss einzelner Wölfe unbürokratisch ermöglichen, wenn sie mehrfach auffällig werden. Damit würde den Sorgen der Tierhalter Rechnung getragen werden.“

BWV, Landjugend und LSV fordern Unterstützung von Agrarministerin Schmitt

Die beiden rheinland-pfälzischen Bauern- und Winzerverbände sowie ihre Landjugendorganisationen haben zusammen mit LSV Rheinland-Pfalz in einem offenen Brief an die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt gefordert, sich bei der Agrarministerkonferenz in Erfurt Mitte März für die Interessen der Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz einzusetzen. In dem Schreiben appellieren die rheinland-pfälzischen Verbände noch einmal, die klaren und eindeutigen Zusagen zur Unterstützung der Landwirtschaft in schnelle Regelungen auf Bundes- und Landesebene umzusetzen. Dies sei nötig, damit die Landwirtschaft vertrauensvoll und zuversichtlich in die Zukunft blicken könne. Die bekannten Forderungen

  1. Rücknahme der Kürzungsbeschlüsse und eine für die Landwirtschaft tragfähige Lösung zum Agrardiesel,
  2. Schnelle steuerliche Entlastungen und eine Stärkung des einzelbetrieblichen Risikomanagements,
  3. Steuerfreistellung für den Einsatz von nicht fossilen Kraftstoffen in der Landwirtschaft,
  4. Kurzfristiges Auflagen-Moratorium,
  5. Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Binnenmarkt und
  6. Entbürokratisierung auf nationaler und europäischer Ebene

müssen daher kurzfristig nach den eindrucksvollen Protestaktionen zu Beginn des Jahres in konkreten Maßnahmen münden.

Das Schreiben kann hier auf der Homepage des BWV Rheinland-Nassau abgerufen werden: 2024_BWV_MWVLW_Min Schmitt_Forderung der rheinland-pfälzischen Bauern und Winzer_11März

Bundesweite Plakataktion unterstützt die Forderungen des Berufsstandes

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau unterstützt mit der bundesweiten Plakataktion des Deutschen Bauernverbandes und der Landesbauernverbände die Forderungen des bäuerlichen Berufsstandes.

Die fünf zentralen Kernforderungen der Landwirtschaft werden dezentral im gesamten Bundesgebiet präsentiert. „Es ist wichtig, dass wir neben unseren Gesprächen und weiteren Kommunikationskanälen mit der Politik auch in der Öffentlichkeit präsent bleiben“, betont der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper. Zentrale Forderungen sind eine tragfähige Lösung beim Agrardiesel, ein Auflagenstopp, eine ernst gemeinte Initiative zur Entbürokratisierung, steuerliche Entlastungen und Maßnahmen zur Stärkung des einzelbetrieblichen Risikomanagements und endlich ein Programm für mehr Wettbewerbsgerechtigkeit in der Europäischen Union.

Bei künftigen die Wirtschaft betreffenden Entscheidungen der Parlamente müssen auch die landwirtschaftlichen Belange Berücksichtigung finden. „Die Bedeutung der Landwirtschaft für die Ernährungssicherheit, die Energieproduktion und des Artenschutzes darf nicht unterschätzt werden. Dafür benötigt Deutschland eine schlagkräftige Landwirtschaft. Der Bund sollte damit beginnen, die EU-Gesetze 1:1 umzusetzen und nicht immer nationale Auflagen aufzusatteln. Der Strukturwandel muss abgebremst werden, sonst werden die Menschen in unserem Land eines Tages mit bitteren Folgen leben müssen“, macht Präsident Horper klar.

Online-GAP Informationsveranstaltung des Deutschen Bauernverbandes

Der Deutsche Bauernverband (DBV) bietet für die Mitglieder der Landesbauernverbände im Vorfeld der GAP-Antragsstellung 2024 in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zwei Informationsveranstaltungen an, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Konditionalität und Ökoregelungen befassen werden. Im Rahmen der Informationsveranstaltungen wird die Thematik mit übergreifender bundesweiter Bedeutung von den Experten des BMEL dargestellt. Die Informationsveranstaltungen werden online durchgeführt. Sie werden jeweils etwa 2 Stunden dauern und sind unter den nachfolgenden Links erreichbar:

Donnerstag, 14. März 2024, 8:30 bis 10:30 Uhr
https://dbv-service.webex.com/wbxmjs/joinservice/sites/dbv-service/meeting/download/a0d3ffd3eea642ddb07b41c11424e51c?siteurl=dbv-service&MTID=m87dd17a4449e41cf571c2643cfdd6b09

Telefon +49 619 6781 9736   |   Meeting-Nr. 2733 120 2388   |   Passwort GAP2024

Montag, 25. März 2023, 8:30 bis 10:30 Uhr
https://dbv-service.webex.com/wbxmjs/joinservice/sites/dbv-service/meeting/download/19cc6e53e6da482f93349569cd67d5d5?siteurl=dbv-service&MTID=m138ded8944ce6d23cefe84a22be8a0aa

Telefon +49 619 6781 9736   |   Meeting-Nr. 2730 032 1357   |   Passwort GAP2024

Kitzrettung – Drohnenverordnung berücksichtigen

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband macht darauf aufmerksam, dass am 1. Januar 2024 die EU-Drohnenverordnung in Kraft getreten ist. Alle Drohnen, auch diejenigen, die für die Kitzrettung eingesetzt werden, müssen einer Risikoklasse von C0 bis C4 zugeordnet und klassifiziert werden.

Vor dem 1. Januar 2024 zugelassene Drohnen sollten vor dem Kitzrettungseinsatz nachträglich zertifiziert und wenn möglich klassifiziert werden. Ansonsten dürfen diese Drohnen nur noch eingeschränkt benutzt werden. Ohne eine Zertifizierung müssen Drohnen einen deutlich höheren Abstand zu Menschen einhalten als mit der genannten Zertifizierung. Die Folge wäre, dass ortsnahe Wiesen nicht mehr per Drohne nach Kitzen abgesucht werden könnten.

Es empfiehlt sich über die Klassifizierungsmöglichkeiten der jeweiligen Drohnen bei den Herstellern oder auf den Webseiten der Fachhändler zu informieren.