Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau: Klare Erwartungen an Koalitionsverhandlungen – Resiliente Lebensmittelproduktion und Bürokratieabbau jetzt voranbringen

Koblenz/Mainz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) bewertet die Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU und SPD in Rheinland-Pfalz als konstruktiven und wichtigen Schritt hin zu einer stabilen Regierungsbildung. Insbesondere die erkennbare Einigkeit beider Parteien in zentralen Zukunftsfragen wird ausdrücklich begrüßt.

Mit dem Übergang in die Koalitionsverhandlungen zwischen dem CDU-Landesvorsitzenden und designierten Ministerpräsidenten Gordon Schnieder und dem amtierenden Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD) sieht der Verband als Vertreter von Landwirtschaft und Weinbau in Rheinland-Pfalz nun die entscheidende Phase gekommen, um die Weichen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und Weinbau, sowie einen starken ländlichen Raum zu stellen.

„Die Landwirtschaft und der Weinbau sind systemrelevant – sie sichern Versorgung, Wertschöpfung und unsere Kulturlandschaft. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig eine hohe regionale Selbstversorgung mit Lebensmitteln ist“, betont BWV-Präsident Marco Weber.

Zugleich mahnt der Verband konkrete Verbesserungen an:

Steigende Diesel- und Energiepreise, Unsicherheiten bei erneuerbaren Energien – insbesondere bei Biogasanlagen – sowie eine zunehmende bürokratische Belastung gefährden die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe. Ferner sei der Flächenverbrauch von landwirtschaftlicher Nutzfläche unmittelbar anzugehen, denn der Konkurrenzdruck durch PV-Freiflächenanlagen mache es den Landwirten zunehmend schwer langfristig zu planen: „Landwirtschaft denkt in Generationen, nicht in Wahlperioden“, erklärt dazu Marco Weber.

„Die neue Landesregierung muss den angekündigten Bürokratieabbau jetzt konsequent umsetzen – gerade in der Agrarverwaltung. Verfahren müssen schneller, einfacher und praxisnäher werden“, fordert der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Christian Altmaier.

Der Verband sieht im Sondierungspapier wichtige Ansätze, insbesondere beim Ziel einer effizienteren Verwaltung und schnelleren Genehmigungen. Diese müssten jedoch konkretisiert und konsequent auf die Landwirtschaft, Weinbau und Landwirtschaftsverwaltung übertragen werden. Ziel müsse es zudem sein, ein starkes Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Umwelt zu bilden, um Synergieverluste der Vergangenheit zu vermeiden und Kompetenzen zu stärken, auch durch eine gestärkte und gebündelte Agrarverwaltung.

Der BWV bietet der künftigen Koalition ausdrücklich seine Unterstützung an:

„Wir stehen bereit, unsere Expertise in die Koalitionsverhandlungen einzubringen. Gemeinsam können wir tragfähige Lösungen für Landwirtschaft, Weinbau und den ländlichen Raum entwickeln und konkrete Vorschläge den Koalitionspartnern anbieten“, so Weber weiter.

Als Ansprechpartner stehen neben dem Landesbauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau auch dessen Kreisbauern- und Winzerverbände mit ihrer Expertise zur Verfügung. Ziel ist es, die Betriebe in Rheinland-Pfalz zu stärken und die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass eine nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige und resiliente Lebensmittelproduktion langfristig gesichert wird, mit Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten und Herausforderungen im Land.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau erwartet von den Koalitionsverhandlungen klare Signale für:

  • eine starke regionale Landwirtschaft und Weinbau
  • verlässliche Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien
  • spürbaren Bürokratieabbau und Bildung eines Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt mit reformierter Agrarverwaltung
  • und eine Politik, die die Realität auf den Höfen ernst nimmt.

Flächenverbrauch, Energiekosten, Bürokratie – Was der BWV von der künftigen Landesregierung für Landwirtschaft und Weinbau erwartet

Koblenz. Am 18. Mai 2026 wird der neue Landtag in Rheinland-Pfalz zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten. Vor dem Hintergrund der vereinbarten Koalitionsgespräche zwischen CDU und SPD richtet der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) den Blick auf die drängenden Herausforderungen in der Landwirtschaft und im Weinbau.

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, erläuterte gemeinsam mit weiteren Vertretern des Verbandes öffentlich die zentralen Forderungen an die künftige Landesregierung. Ziel ist es, die politischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen und weinbaulichen Betriebe im Land gesichert werden.

Die Situation in den Betrieben ist angespannt: Aktuelle niedrige Erzeugerpreise in allen landwirtschaftlichen Produktionszweigen treffen auf steigende Energie- und Betriebskosten. Gleichzeitig sehen sich Landwirte und Winzer mit wachsenden bürokratischen Auflagen sowie steigenden Mindestlöhnen konfrontiert. Weber machte klar, dass die Agrardieselsteuererstattung erhöht werden müsse, um die Kosten der Betriebe zu entlasten. Außerdem müsse die Förderung der landwirtschaftlichen Biogasanlagen zwingend fortgeführt werden. Die Betriebe haben enorme Geldsummen in die umweltfreundliche Biogaserzeugung investiert. Es wäre sträflich, wenn diese umweltfreundliche und grundlastfähige Energie nun ohne Grund aufgegeben würde. Bei bundespolitischen Entscheidungen erwarte Marco Weber eine entsprechende Einflussnahme seitens des Landes.

Weitere zentrale Themen waren der Umgang mit aggressiven Wölfen und nun – nach der Berücksichtigung des Wolfes im Bundesjagdgesetz – die Forderung des BWV, schnell deren Entnahme in Rheinland-Pfalz zu ermöglichen. Der zunehmende Flächenverbrauch – insbesondere durch den Ausbau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen – müsse endlich gestoppt werden. Es gebe alternative Möglichkeiten für PV-Anlagen. Dafür müssten keine landwirtschaftlichen Flächen geopfert werden. Der BWV fordert auch einen couragierten Bürokratieabbau und hier eine Umgestaltung der Agrarverwaltung mit schlanken Strukturen und schnellen Entscheidungswegen, um Landwirten und Winzern, gerade auch der jungen Generation, bei Investitionsentscheidungen unterstützend zur Seite zu stehen.

Der BWV hat in seinem Forderungskatalog insgesamt 22 Forderungen formuliert, die alle Landtagsfraktionen in Rheinland-Pfalz erhalten haben. BWV-Präsident Weber: „Es liegt nun an der Landesregierung, zu zeigen, wie ernst es ihr mit der Zukunft der Landwirtschaft und des Weinbaus in Rheinland-Pfalz ist.“