Bäuerlicher Hilfsfonds unterstützt landwirtschaftliche Kooperative im Partnerland Ruanda

Koblenz. Der Bäuerliche Hilfsfonds des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau unterstützt ein landwirtschaftliches Projekt im Partnerland Ruanda. Die Kooperative im nördlichen Bezirk Gicumbi, der 22 Frauen angehören, möchte ihr Einkommen verbessern und insbesondere den dort angebauten Mais weiterverarbeiten und veredeln.

Im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung von Vorstand und Beirat beschloss der Hilfsfonds, die Familien der Kooperative zu unterstützen und ihnen so eine nachhaltig positive Einkommensentwicklung zu ermöglichen. Bevor die geplante Investition in Geräte und Ausrüstung in Höhe von 10.000 Euro erfolgt, werden die Mitglieder der Kooperative umfassend geschult und trainiert.

Leyla Engeln, Geschäftsführerin des Partnerschaftsvereins Rheinland-Pfalz–Ruanda, stellte den Mitgliedern des Hilfsfonds die Kooperative sowie deren Bedürfnisse vor. Der Partnerschaftsverein werde die Aktivitäten begleiten und kontinuierlich über die Entwicklung der Kooperative berichten. Vorsitzender Matthias Müller begrüßte die Initiative des Hilfsfonds und die Zusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein. Besonders die vorgeschalteten Schulungen seien für ihn ein Zeichen eines professionellen Vorgehens.

Beiratsvorsitzender und Landtagspräsident Hendrik Hering berichtete über seine Erfahrungen in Ruanda. Das Land entwickle sich positiv, sei gut strukturiert und lege großen Wert auf Bildung. Rheinland-Pfalz liege die Unterstützung seines Partnerlandes besonders am Herzen. Zudem sei der Partnerschaftsverein so organisiert, dass Spendengelder ohne Abzüge direkt den Projekten zugutekämen. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, begrüßte die jährliche Berichterstattung über die Entwicklung der Kooperative und regte an, dass ein leitendes Mitglied des Hilfsfonds bei einer zukünftigen Reise nach Ruanda Projekte vor Ort begutachten solle. LandFrauenpräsidentin und stellvertretende Hilfsfondsvorsitzende Gudrun Breuer freut sich besonders darüber, dass mit der Unterstützung der Kooperative gleichzeitig die wirtschaftliche Stellung von Frauen in Ruanda gestärkt werde – ein wichtiger Beitrag zur Absicherung ihrer Familien im ländlichen Raum.

Vorstand und Beirat des Bäuerlichen Hilfsfonds sprachen sich einstimmig für die Unterstützung der landwirtschaftlichen Kooperative in Gicumbi aus. Die Mittel sollen noch vor Weihnachten bereitgestellt werden.

Der Hilfsfonds verfolgt ausschließlich, unmittelbar und selbstlos mildtätige Zwecke gegenüber Personen aus dem Bereich der Landwirtschaft und des Weinbaus. So unterstützte er er während der Flutkatastrophe an der Ahr über 100 landwirtschaftliche und weinbauliche Betriebe schnell und völlig unbürokratisch.

Spenden sind willkommen und kommen vollständig mildtätigen Zwecken zugute:

Bäuerlicher Hilfsfonds
VR Bank RheinAhrEifel
DE46 5776 1591 0124 0807 01

DHL – Wichtige Information für die Mitglieder

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband wird die von DHL angebotene online-basierte Lösung zur Erstellung von Paketlabels, mit der direkten Anbindung an das DHL-Geschäftskundenportal, den sogenannten DHL-Mandantenvertrag, nicht abschließen!

Der von DHL angebotene Mandantenvertrag ist aus folgenden Gründen nicht vorteilhaft für die Mitglieder:

– Die Preise für diesen Vertrag  sind nicht vom Verband verhandelbar; werden von DHL festgelegt

– DHL kann die Preise jederzeit anpassen, wenn Ereignisse eintreten, die DHL nicht beeinflussen kann,
  z.B. Erhöhung von Personalkosten (bereits zum 01.01.2026 seitens DHL angekündigt)

– Rechnungsprüfung und Rechnungsreklamationen sind nur über das Mitglied selbst möglich

– Schadenabwicklung analog zur Rechnungsprüfung/-reklamation ist nur über das Mitglied möglich

  (es würde keine Unterstützung mehr über Premiumkundenservice von DHL durch den Verband erfolgen)

Ausblick

Der Verband führt schon seit einiger Zeit Gespräche mit anderen Versanddienstleistern um den BWV-Mitgliedern eine alternative Lösung für den Versand anbieten zu können. Von den angesprochenen Versanddienstleistern ist bisher einzig UPS an einem aktualisierten Rahmenvertrag mit dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau interessiert. Geplant ist die Nutzung des Tools „BWV-Sticker“ mit einer Anbindung an UPS als Rahmenvertragspartner.

Ob diese Versandlösung letztendlich für den Verband zum Nutzen seiner Mitglieder möglich ist, können wir erst nach der Testphase, in der wir uns aktuell befinden, entscheiden.

Diskussion über den „Schulterschluss Artenvielfalt“

Koblenz. Der Verbandsrat des Bauern und Winzerverbandes Rheinland Nassau hat während seiner Sitzung vergangene Woche intensiv über die Kooperationsvereinbarung zum Schulterschluss Artenvielfalt diskutiert. Neben den Mitgliedern des Verbandsrates begrüßte BWV-Präsident Marco Weber die Vorsitzende des Naturschutzbundes Rheinland-Pfalz (NABU) Cosima Lindemann und den ehemaligen Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Ralph Gockel.

Seit 2021 arbeiten die beiden Bauern- und Winzerverbände in Rheinland-Pfalz mit den verschiedenen rheinland-pfälzischen Naturschutzverbänden sowie dem Landwirtschaftsministerium und dem Umweltministerium intensiv zusammen, um die zukünftige Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen dem Naturschutz und der Landwirtschaft in der Agrar- und Kulturlandschaft zu verbessern. Im Laufe von über zwei Jahren wurden in sechs Arbeitsgruppen und in einem Lenkungsausschuss alle wichtigen Landwirtschafts- und Naturschutzthemen – häufig kontrovers – diskutiert und Ergebnisse erarbeitet. Darüber gab es zahlreiche Gespräche mit den zuständigen Staatssekretären aus den beiden betroffenen Ministerien. Neben dem angestebten besseren Verständnis gegenüber den verschiedenen Interessen der jeweiligen Verbände und Berufsstände sollen auch die Einkommensmöglichkeiten für die landwirtschaftlichen Betriebe, die freiwillig Naturschutzmaßnahmen umsetzen, verbessert werden. Dabei steht mittel- und langfristig durchaus auch eine Reform der aktuellen Förderstruktur im Raum. Basis hierfür sind unter anderem die Modellprojekte im Kreis Ahrweiler und im Westerwaldkreis  oder der Partnerbetrieb Naturschutz.

Präsident Weber machte deutlich, dass die Kooperation auf Freiwilligkeit beruhe. Jede freiwillige Naturschutzmaßnahme, die letztlich auch die Wirtschaftlichkeit der Betriebe betreffe, müsse adäquat ausgeglichen werden. Ein weiteres Ziel müsse es sein, das Grünland über den kooperativen Ansatz dauerhaft erhalten und nutzen zu können. Im Verbandsgebiet könne bereits auf die Erfahrungen verschiedener Modellprojekte zurückgegriffen werden, bei denen Naturschutz und Landwirtschaft regional gut zusammenarbeiten. Diese Erfahrung sei sehr wertvoll und dem Einsatz landwirtschaftlicher Betriebe zu verdanken. Die NABU-Vorsitzende Lindemann betonte ebenfalls die Bedeutung der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz, weil nur so Lösungen für konkrete Probleme vor Ort gefunden würden. Sie machte deutlich, dass sie sich weiterhin für die finanzielle Unterstützung der landwirtschaftlichen Betriebe einsetzen würde. Schließlich seien über sie Naturschutzmaßnahmen in der Fläche umsetzbar. Ralph Gockel ergänzte, dass in der Kooperationsvereinbarung eine dauerhaft installierte Lenkungsgruppe vorgesehen sei, die die Entwicklung von Maßnahmen auf der Grundlage des Schulterschlusses Artenvielfalt begleiten und kontinuierlich überprüfen werde. Einig waren sich alle Beteiligten darüber, dass die staatliche Beratung optimiert und bürokratische Hürden abgebaut werden müssten. Auch müsse das Land die dauerhafte Finanzierung der kooperativen Maßnahmen garantieren. Nach intensiver und engagierter Diskussion beschlossen die Mitglieder des BWV-Verbandsrats, Ende November über eine Teilnahme des bäuerlichen Berufsstandes an der „Kooperationsvereinbarung Schulterschluss Artenvielfalt“ zu entscheiden.

Landjugend Rheinland-Nassau feiert 50-jähriges Bestehen

Rheinland-Pfalz. Ein halbes Jahrhundert Landjugend Rheinland-Nassau – ein Anlass, der würdig gefeiert wurde. Rund 180 Mitglieder, Ehemalige sowie Ehrengäste aus Politik, Verwaltung und Verbänden kamen in der Stadthalle Münstermaifeld zusammen und feierten bis in die frühen Morgenstunden.

Die Landjugend Rheinland-Nassau umfasst das gesamte nördliche Rheinland-Pfalz – von Eifel, Hunsrück und Westerwald über den Taunus bis hin zu den prägenden Flusstälern von Mittelrhein, Mosel, Ahr, Lahn und Nahe. Nach der Begrüßung durch die Landesvorsitzenden Maria Müller und Fabian Schüller sorgten die Winzertanzgruppe Mehring, die Volkstanzgruppe Zerf und die Winzertanzgruppe Detzem mit einer gemeinsamen Tanzeinlage für einen lebendigen Auftakt.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer übermittelte seine Glückwünsche per Videobotschaft. Anschließend würdigte Staatssekretär Andy Becht (Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz) das unermüdliche Engagement der Landjugend. Es erfülle ihn stets mit Freude, der Landjugend bei Terminen zu begegnen, sich mit ihr auszutauschen und zu diskutieren.

Auch Harald Schneider, Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, blickte in seinem Grußwort auf seine eigene Landjugendzeit zurück. Er hob das vielfältige, ideenreiche und manchmal auch unbequeme Engagement der Landjugend hervor – ein Engagement, das aus seiner Sicht gut und notwendig sei, denn die Landjugend stehe für die Zukunft von Landwirtschaft und Weinbau im Land. Der Verband sei stolz auf seinen Nachwuchs.

LandFrauenpräsidentin Gudrun Breuer unterstrich die Bedeutung des Ehrenamts für die Entwicklung des ländlichen Raums und betonte die stets herzliche Zusammenarbeit von LandFrauen und Landjugend.

Zwischen den Redebeiträgen begeisterten die Tanzgruppen aus Zerf, Detzem und Mehring mit weiteren Darbietungen von traditionell bis modern. Die Landesvorsitzenden Müller und Schüller informierten über aktuelle Entwicklungen im Verband. Ein Zeitstrahl mit Videostatements ehemaliger engagierter Mitglieder – darunter Gründungsvorsitzender Karl Porten – zeigte zentrale Etappen und persönliche Eindrücke aus fünf Jahrzehnten Landjugendarbeit.

Nach dem offiziellen Teil wurde das Buffet eröffnet. Die Gäste nutzten die Zeit für Begegnungen, Gespräche und den Austausch von Erinnerungen. Zusätzlicher Gesprächsstoff war die eigens zum Jubiläum veröffentlichte Festschrift, die die Verbandsgeschichte lebendig werden ließ.

Später eröffnete der Landesvorstand mit dem traditionellen Eröffnungstanz die Tanzfläche. Die Band „Memory Lane“ aus Winningen sorgte für die musikalische Gestaltung des Abends. Mit der Jubiläumsfeier blickte die Landjugend Rheinland-Nassau auf fünf Jahrzehnte Verbandsarbeit zurück und dankt allen Mitgliedern, Gruppen und Unterstützern, die diese Entwicklung geprägt und bereichert haben.

Jagdseminar in Gransdorf: Rechte und Pflichten von Jagdgenossenschaften im Fokus

Bitburg. Die Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Jagdvereinigungen (IGJG) lädt am Mittwoch, 3. Dezember 2025, zu einem Fachseminar über die Rechte und Pflichten von Jagdgenossenschaften sowie den Umgang mit Wildschäden ein. Die Veranstaltung findet von 10:00 bis 15:00 Uhr im Gasthaus zum Holzwurm in Gransdorf statt.

Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Themen rund um die Organisation und Verantwortung von Jagdgenossenschaften. Behandelt werden unter anderem die Art der Jagdnutzung im gemeinschaftlichen Jagdbezirk, die Gestaltung von Pachtverträgen, die Verwendung von Einnahmen aus der Jagdnutzung, die Pflege des Jagdkatasters sowie Fragen der Haftung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem richtigen Umgang mit Wildschäden, den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Abläufen im Schadensfall. Zudem erhalten Teilnehmende Informationen zu Abschussvereinbarungen und Jagdfolgeerweiterungen.

Als Referenten konnten Rechtsanwalt Marcus Hehn, Peter Schwickert vom DLR Eifel und Kreisjagdmeister Gerd Grebener gewonnen werden, die ihre fachliche Expertise und Praxiserfahrungen einbringen.

Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro für Mitglieder des BWV und der IGJG sowie 90 Euro für Nichtmitglieder. Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, Fax: 0261 9885-1300, E-Mail: presse@bwv-net.de oder hier online anmelden.

Ein Tasting-Abend für die Sinne – Genuss-Vortrag

Koblenz. Der LandFrauenverband Rheinland-Nassau führt mit Obstkenner Frank Böwingloh am Freitag, den 14.11.2025 von 18 Uhr bis 20 Uhr, in der BWV-Hauptgeschäftsstelle in Koblenz die Veranstaltung „Genuss trifft Kreativität – Kochen mit alten Obstsorten“ durch.

Seit 18 Jahren begleitet Landschaftsarchitekt und Kirschenexperte Frank Böwingloh das Projekt Mittelrheinkirschen und zeigt, wie vielfältig und spannend das Kochen mit Obst sein kann. Es wird ein spannender Abend mit Verkostungen werden, die Einblicke in die neue Obstküche geben. Es geht um alte Sorten, intensive Aromen, kreative Rezeptideen und Geschmackskombinationen der besonderen Art.

Anmeldungen unter: https://lfvrln.de/anmeldung/ Während der Veranstaltung werden Kostproben gereicht, wodurch ein Unkostenbeitrag von 8 Euro erhoben wird. Die LandFrauen bitten darum, den Betrag im Vorfeld zu überweisen. Die Kontodetails erhalten die Interessieren direkt mit der Anmeldung.

Führungswechsel beim BWV im Hunsrück

Kirchberg/Birkenfeld. Nach fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze der Kreisgeschäftsstellen des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) in Birkenfeld und im Rhein-Hunsrück-Kreis hat sich Hartmut Bauer zum 31. Oktober in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger als Kreisgeschäftsführer ist Niklas Alt.

Ein Leben für die Landwirtschaft

Hartmut Bauer blickt auf eine beeindruckende berufliche Laufbahn zurück, die stets eng mit der Landwirtschaft verbunden war. Nach seiner Ausbildung zum Landwirt und dem Abitur diente er zwölf Jahre bei der Bundeswehr in Idar-Oberstein, wo er als Artillerievermesser tätig war. Anschließend studierte er acht Semester an der Technischen Hochschule Bingen. Vier Jahre lang leitete Bauer anschließend das Hunsrück-Marketing, bevor er 2001 die Aufgabe des Kreisgeschäftsführers in den BWV-Kreisverbänden Birkenfeld und Rhein-Hunsrück von Arnold Kasper übernahm – ein Amt, das er mit großem Engagement und Sachverstand begleitete. Seit 2004 ist er zudem öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, eine Tätigkeit, die er weiterhin ausfüllen wird.

Generationswechsel mit Fachkompetenz

Mit Niklas Alt tritt ein junger, bestens ausgebildeter Agrarwissenschaftler in die Fußstapfen von Hartmut Bauer. Der 26-Jährige stammt aus Reichenbach im Kreis Birkenfeld. Schon früh kam er auf dem Milchviehbetrieb seines Onkels mit der Landwirtschaft in Kontakt. Nach dem Abitur in Birkenfeld studierte Alt an der Universität Hohenheim Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Pflanzenproduktion und schloss das Studium mit den Abschlüssen Bachelor und Master erfolgreich ab. Während des Studiums sammelte er vielfältige praktische Erfahrungen als Erntehelfer in Mecklenburg, Lettland und Kanada sowie während eines Praktikums und seiner Masterarbeit bei der Südzucker AG im Bereich alternativer Proteinpflanzen. Vor seinem Wechsel zum BWV war Alt als Nachwuchs-Betriebsleiter bei der Terra Sömmerda GmbH im Thüringer Becken tätig. Mit seiner fundierten Ausbildung, seiner Praxisnähe und seiner Leidenschaft für die Landwirtschaft bringt er beste Voraussetzungen mit, um die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortzuführen.

Bundesverwaltungsgericht setzt bayerische Verordnung über „Rote Gebiete“ aus

Leipzig. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat vergangene Woche über die Ausweisung von Nitrat-belasteten Flächen („Rote Gebiete“) in Bayern entschieden. Demnach sind die derzeitige Düngeverordnung sowie die dazugehörigen Verwaltungsvorschriften rechtlich nicht abgesichert.

Das Gericht bemängelte, dass die bundesrechtliche Ermächtigungsgrundlage (§ 13a Abs. 1 DüV) zu unpräzise formuliert sei und grundgesetzlichen Anforderungen nicht entspreche. Daher könne sich die bayerische Ausführungsverordnung darauf nicht stützen. Die bisherige Ausweisung der belasteten Gebiete in Bayern ist daher derzeit unwirksam, und das Verfahren zur Neuausweisung wurde ausgesetzt. Der Bund ist nun gefordert, die Düngeverordnung nachzubessern, um klare, rechtssichere Vorgaben für die Ausweisung zu schaffen.

Alle anderen Regelungen der Düngeverordnung, die nicht unmittelbar betroffen sind, bleiben weiterhin gültig.

Für die übrigen Bundesländer bedeutet dies: Die Landesdüngeverordnungen, bzw. Ausführungsverordnungen sind zwar kritisch zu bewerten und rechtswidrig, aber nicht unwirksam. Lediglich in Bayern ist die Verordnung für die „Roten“ und „Gelben“ Gebiete aktuell außer Kraft gesetzt.

Der Deutsche Bauernverband appelliert an das Bundeslandwirtschaftsministerium, die rechtlichen Grundlagen zügig anzupassen. Klarheit müsse darüber geschaffen werden, welche Flächen auf welcher Basis als „Rot“ einzustufen sind. Dabei sollte die Verursachergerechtigkeit berücksichtigt werden, um Betrieben, die wasserschonend wirtschaften, wieder praxisgerechtes Arbeiten zu ermöglichen. Auch in Rheinland-Pfalz fordert BWV-Präsident Marco Weber die Landesregierung auf, die Landesdüngeverordnung unverzüglich vorübergehend auszusetzen, bis eine neue, belastbare Neuregelung vorliegt.

BWV fordert landesweite Schutzmaßnahmen gegen Vogelgrippe nach Vorbild des Saarlands

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) fordert das Land Rheinland-Pfalz nachdrücklich auf, sofort landesweite Maßnahmen zum Schutz der Geflügelbestände vor der Ausbreitung der Vogelgrippe – nach saarländischem Vorbild – umzusetzen. Im Saarland wurde als erstes Bundesland eine Stallpflicht für sämtliches Geflügel sowie das Verbot von Veranstaltungen mit Geflügel erlassen, um das Einschleppen und die Verbreitung des hochansteckenden H5N1-Virus zu verhindern.

BWV-Präsident Marco Weber unterstreicht: „Das Saarland hat durch konsequentes und schnelles Handeln bewiesen, wie effektiver Schutz für unsere Bestände organisiert werden kann. Wir erwarten von Rheinland-Pfalz, dass die Politik hier ähnlich entschlossen vorgeht und umgehend eine landesweite Stallpflicht für Geflügel anordnet. Nur so können die Einträge des H5N1-Virus in unsere Betriebe wirksam verhindert werden.“

Nach Feststellung des H5N1-Virus bei Wildvögeln und deutlich ansteigenden Fallzahlen in ganz Deutschland sind alle Geflügelhalter in Rheinland-Pfalz aufgefordert, ihre Schutzkonzepte streng und umfassend einzuhalten sowie die Maßnahmen verschärft zu kontrollieren. Insbesondere frei zugängliche Futterstellen in der Nähe von Gewässern stellen besondere Gefahrenquellen dar und sollten unterbleiben, da Zugvögel dort angelockt werden und so ein hohes Risiko entstehen würde.

BWV-Vizepräsident und Fachausschussvorsitzender „Tierische Produktion“ Stefan Fiedler betont:

„Nur durch klar geregelte Schutzmaßnahmen, insbesondere die sofortige Aufstallung sämtlicher Zucht- und Wirtschaftsvögel sowie verstärkte Kontrollen der Betriebsabläufe, kann ein Betrieb vor dem Eintrag des Vogelgrippevirus geschützt werden. Die aktuellen Entwicklungen machen ein präzises Vorgehen bei der Einhaltung aller Biosicherheitsschritte zwingend notwendig.“

LandFrauenpräsidentin und Geflügelhalterin Gudrun Breuer fordert ebenfalls ein entschlossenes Vorgehen: „Unsere Betriebe müssen konsequent alle betrieblichen und behördlichen Vorgaben umsetzen – von der Stallhygiene über die geschützte Fütterung bis hin zur Vermeidung jeglichen Kontakts zu Wildvögeln. Es ist auch wichtig, die öffentliche Aufklärung zu stärken. Viele Verbraucher wissen nicht, dass Eier von Hühnern, die im Rahmen einer Epidemie für maximal sechs Wochen im Stall gehalten werden, weiterhin als Freilandeier vermarktet werden dürfen. Transparenz schafft Vertrauen und Sicherheit.“

Die konkreten Forderungen des BWV Rheinland-Nassau lauten daher:

  • Sofortige landesweite Stallpflicht für privat und gewerblich gehaltenes Geflügel
  • Verbot aller Geflügelmärkte, -messen und -ausstellungen für die Dauer der Vogelgrippe-Gefahr
  • Intensive betriebliche und behördliche Kontrollen der Einhaltung der Schutzmaßnahmen vor Ort
  • Strikte Umsetzung aller Biosicherheitsmaßnahmen, insbesondere:
    • Haltung in geschlossenen Ställen oder geschützten Vorrichtungen mit gesicherten Dach- und Seitenbegrenzungen
    • Vermeidung frei zugänglicher Futterstellen, insbesondere an Gewässern
    • Kein Kontakt des Geflügels zu Wildvögeln, Absperrung und Abdeckung von Ausläufen an Ställen
    • Strikte Trennung von Stall- und Straßenkleidung, Desinfektionsroutine beim Betreten/Verlassen des Stalls
    • Sicherstellung, dass Futter, Einstreu und Materialien nicht für Wildvögel zugänglich sind
  • Unbürokratische und schnelle Umsetzung finanzieller Hilfen für betroffene Betriebe und Klärung der Vermarktungsregeln für Eier sowie Fleisch aus vorübergehend eingestallten Tieren

Abschließend appellieren Präsident Marco Weber, Vizepräsident Stefan Fiedler und LandFrauen-Präsidentin Gudrun Breuer gemeinsam: „Rheinland-Pfalz muss mit schnellen, konkreten Schritten handeln. Nur so können die Existenz unserer Geflügelbetriebe und die Versorgungssicherheit gewahrt bleiben. Die Lage ist ernst, wir benötigen jetzt Klarheit und Sicherheit für Betriebe und Verbraucher – und vor allem eins: Schutz für unsere Tiere.“

Mindestlohn – Kabinett ignoriert Wirtschaft und segnet Mindestlohn ab

Koblenz. BWV-Präsident Marco Weber ist entsetzt, dass die Bundesregierung die Versorgungssicherheit der Bundesbürger auf das Spiel setzt, denn gestern hat das Bundeskabinett die Mindestlohnerhöhung in zwei Schritten auf 14,60 Euro pro Stunde beschlossen. Hierfür bedarf es keiner Zustimmung des Bundestages oder Bundesrates. Weber: „Es schmerzt sehr, wenn Menschen, die das Wohl des Volkes im Sinn haben müssten, über deren Köpfe hinweg der Mindestlohnerhöhung zustimmen – ohne eine Sonderregelung für die Landwirtschaft zu beschließen! Ich werde dennoch nicht aufhören, diese Sonderregelung einzufordern.“ Die steigenden Lohnkosten könnten schließlich am Markt nicht kompensiert werden. Mit Blick auf die Preissenkungen bei Butter werde deutlich, dass die Discount- und Supermärkte keine Rücksicht auf die Rahmenbedingungen der Landwirtschaft nehmen. „Wer sich bei Lebensmitteln und deren Rohstoffen von Importen und damit vom Ausland abhängig machen möchte, der soll diesen Weg weitergehen. Kartoffeln aus Ägypten, Schweine aus China, Wein aus Chile oder Äpfel aus Polen – Wenn wir nicht erkennen, wie wichtig die Eigenversorgung ist und die Unterstützung der regionalen, heimischen Landwirtschaft, wird diese Importe zukünftig vermehrt in Kauf nehmen müssen. Davor warnen wir Bauern und Winzer in Rheinland-Nassau!“

Marco Weber ist damit einer Meinung mit DBV-Präsident Joachim Rukwied, der deutlich erklärt, dass die Wettbewerbskraft der Wein-, Obst- und Gemüseanbauer weiter schwinden wird. Dieser Mindestlohn habe das Potenzial, den Anbau von Obst, Gemüse und Wein aus Deutschland zu verdrängen, machte Rukwied deutlich.

Beide Präsidenten sind sich darin einig, dass sich die Produktion arbeitsintensiver landwirtschaftlicher Produkte in Deutschland nur halten lasse, wenn diese deutlich teurer werden würden. Diese teureren Preise würden am Markt letzten Endes aber nicht bezahlt. Die Folgen seien leicht auszurechnen. Bereits heute liege der Selbstversorgungsgrad am deutschen Obst bei gerade einmal 22 Prozent.