Grußwort zum Jahreswechsel

Zusammenhalt und gemeinsames Schaffen sind gefragt

Liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe landwirtschaftliche Familie,

das Jahr 2025 geht zu Ende. Jetzt ist die Zeit zu reflektieren, innezuhalten und auf das Erreichte wie auf die bevorstehenden Herausforderungen zu blicken. Gerade in bewegten Zeiten ist auf Eines Verlass: Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau ist und bleibt ein starker Partner an Ihrer Seite – in der Landwirtschaft wie auch im Weinbau.

Ein besonderer Ausdruck unserer Stärke sind die Kreisbauern- und Winzerverbände an Ahr, Mosel, Mittelrhein und Nahe, wie auch in der Eifel, Westerwald, Hunsrück und Taunus. Gemeinsam mit dem engagierten Ehrenamt und den Mitarbeitern um die Kreisgeschäftsführer setzen wir uns als BWV tagtäglich dafür ein, dass die landwirtschaftlichen Familienbetriebe und Weinbaubetriebe eine starke Stimme und schlagkräftige Unterstützung erhalten. Diese intensive und enge Zusammenarbeit ist für uns mehr als gelebte Verbandsarbeit – sie ist das Fundament für eine zukunftsfähige, vitale und wettbewerbsfähige Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz. Die tägliche Arbeit der Geschäftsstellen und die kontinuierliche Interessenvertretung in Regional- wie Landesgremien durch den Landesbauernverband machen den Mehrwert einer BWV-Mitgliedschaft spürbar – für jeden Betrieb und ganz besonders für die Familien, die der Landwirtschaft und dem Weinbau ihr Herzblut schenken.

Die Herausforderungen wachsen

Mit Blick auf die Zukunft steht fest: Die Herausforderungen für Landwirtschaft und Weinbau, von der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit über die Anpassung an den Klimawandel bis zur Einhaltung rechtlicher und gesellschaftlicher Anforderungen, wachsen weiter. Umso wichtiger ist es, dass wir als Branche zusammenstehen. Ein starker Gemeinschaftssinn aller Beteiligten ist unverzichtbar. Denn nur, wer sich mit einer klaren, starken Stimme artikuliert, findet tatsächlich Gehör – sei es in Mainz, Berlin oder Brüssel. Nur wer gemeinsam handelt, kann Einfluss nehmen und Veränderungen aktiv gestalten. Genau dafür stehen BWV, AGV, IGJG und unsere Weinbauverbände Tag für Tag mit ihrer Arbeit, ihrem Wissen und dem Netzwerk bis auf Bundes- und Europaebene ein. Darin eingeschlossen sind natürlich die LandFrauen und die Landjugend Rheinland-Nassau.

Ein zentrales Thema der kommenden Jahre bleibt die Düngeverordnung, gerade auch wegen aktueller Gerichtsentscheidungen. Viele Betriebe spüren die Auswirkungen der der Auflagen in der täglichen Arbeit auf dem Acker und im Weinberg. Die fachlich sinnvolle und präzise Düngung, der Einsatz moderner Technik und der verantwortungsvolle Umgang mit Nährstoffen werden von unseren Betrieben längst gelebt, häufig aber durch pauschale Regelungen erschwert. Als Verband setzen wir uns dafür ein, dass künftig exaktere Messungen und die tatsächliche Praxis der Betriebe berücksichtigt und praxisgerechte Anpassungen durchgesetzt werden.

Überbordende Bürokratie frustriert

Auch die einzelbetriebliche Förderung steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Viele Landwirte und Winzer sind auf verlässliche Investitionsförderungen angewiesen, um Stallbauten, Lagerkapazitäten, Technik zur Ressourcenschonung oder betriebliche Modernisierungen zu stemmen. Wenn Programme gestoppt, Budgets gekürzt oder Förderbedingungen kurzfristig geändert werden, gefährdet dies notwendige Zukunftsinvestitionen und damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Familienbetriebe. Hier werben wir nachdrücklich für Planungssicherheit, auskömmliche Budgets und unbürokratische, verlässliche Förderstrukturen.

Die Belastung durch Bürokratie ist für viele Betriebe eine der größten Frustrationsquellen. Dokumentationspflichten, Kontrollen, digitale Meldewege und komplexe Antragsverfahren binden Zeit, die auf Hof, Feld und im Weinberg fehlt. Bürokratieabbau darf kein Lippenbekenntnis bleiben; wir brauchen spürbare Entlastung durch weniger Doppelerfassungen, vereinfachte Verfahren, klare Fristen und praxistaugliche digitale Lösungen. Die Menschen auf den Betrieben wollen wirtschaften, nicht verwalten – das muss in allen Ebenen von Politik und Verwaltung ankommen.

Eng verbunden damit ist das Thema Steuern und Finanzen. Gestiegene Zinsen, hohe Betriebsmittelpreise, unsichere Märkte und zusätzliche Auflagen treffen viele Betriebe in einer Phase knapper Liquidität. Steuerliche Rahmenbedingungen müssen die Besonderheiten der Landwirtschaft und des Weinbaus berücksichtigen. Es ist Aufgabe der Politik, den steuerlichen Rahmen so zu gestalten, dass Investitionen in Tierwohl, Klima- und Umweltschutz sowie in moderne Technik möglich bleiben und nicht durch steuerliche und finanzielle Hürden ausgebremst werden. Zum Thema Geld gehört ganz sicher auch das erneut entfachte Preisdumping („99-Cent-Butter“). Die Kosten zur Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel müssen den Landwirten erstattet werden. Der Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel darf nicht auf dem Rücken der Bauern und Winzer ausgetragen werden, die Erzeugerpreise müssen die Kosten decken.

Gleichzeitig nehmen die Erwartungen an Landwirtschaft und Weinbau im Umwelt- und Naturschutz weiter zu. Unsere Betriebe leisten schon heute einen großen Beitrag: durch vielfältige Fruchtfolgen, Erosionsschutz, Begrünungen, Pflege der Kulturlandschaften in den Steillagen und zahlreiche freiwillige Maßnahmen. Entscheidend ist, dass Umwelt- und Artenschutz mit den Betrieben umgesetzt werden – nicht gegen sie. Dafür braucht es verlässliche Programme, die Leistungen für Umwelt- und Klimaschutz auch angemessen honorieren, statt nur zusätzliche Auflagen ohne Gegenfinanzierung aufzubauen.

Trotz aller Herausforderungen gibt es auch Erfolge, auf die wir gemeinsam stolz sein können. Die Agrardieselrückvergütung hilft die besonderen Kostenstrukturen der Landwirtschaft abzufedern und die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu stärken. Die FISU-Förderung in Rheinland-Pfalz eröffnet in Landwirtschaft und Weinbau zusätzliche Möglichkeiten, Qualität, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu verbinden und in zukunftsfähige Strukturen zu investieren. Weitere zusätzliche Fördergelder im Weinbau in Rheinland-Pfalz unterstützen insbesondere unsere anspruchsvollen Lagen und helfen, die einmalige Kulturlandschaft an Ahr, Mosel, Mittelrhein und Nahe zu erhalten.

Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit verbinden

Von besonderer Bedeutung ist für uns die neue Partnerschaft „Schulterschluss Artenvielfalt“. In enger Zusammenarbeit mit unserem Schwesterverband Rheinland-Pfalz-Süd, der Landwirtschaftskammer, weiteren Akteuren aus dem Naturschutz und der Landesregierung wollen wir zeigen, dass produktive Landwirtschaft, wirtschaftlich tragfähiger Weinbau und der Erhalt von Biodiversität keine Gegensätze sind. Unsere Betriebe sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – wenn Rahmenbedingungen und Förderinstrumente so ausgestaltet werden, dass Artenvielfalt und wirtschaftliche Stabilität Hand in Hand gehen können.

Auch 2026 wird uns die Auseinandersetzung um den gesetzlichen Mindestlohn begleiten. Die geplanten Anpassungen stellen gerade unsere Sonderkulturen, wie den Steillagenweinbau oder den Obstbau, vor immense Herausforderungen: Die notwendige Handarbeit, hohe Qualifikationsanforderungen und die Kosten für Saisonarbeitskräfte lassen sich bei der aktuellen Marktsituation nicht einfach durch höhere Preise ausgleichen. Gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband setzen wir uns weiter intensiv für praxisnahe Ausnahmegenehmigungen und tragfähige Lösungen ein. Ziel muss es bleiben, für die einzigartigen Kulturen im deutschen Weinbau – insbesondere in den anspruchsvollen Flusstälern von Ahr, Mosel, Mittelrhein und Nahe –, wie auch für die landwirtschaftlichen Betriebe, etwa mit Tierhaltung oder Sonderkulturen, auch in Zukunft stabile und wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen zu sichern. Zugleich gilt es auch, diese bei Freihandelsabkommen, wie dem Mercosur-Abkommen, zu berücksichtigen, hier auf mögliche Fehlentwicklungen und Marktverzerrungen hinzuweisen: Gleiche Chancen, gleiche Auflagen! Qualitätsstandards müssen in allen Ländern der jeweiligen Freihandelsabkommen auf hohen Niveaus sein, dürfen den Wettbewerb nicht verzerren. Es ist Aufgabe von Politik und Verwaltung eine Sachpolitik zu betreiben, die das Überleben unserer Familienbetriebe nicht leichtfertig aufs Spiel setzt. Hier muss auf allen Ebenen weiter Druck auf die Entscheidungsträger ausgeübt werden.

Für das kommende Jahr gilt: Die gemeinsame Arbeit von Bauern und Winzern im BWV bleibt gefragt, um regionale landwirtschaftliche Produkte und Wein verantwortungsbewusst zu vermarkten und der Landwirtschaft und dem Weinbau weiterhin einen Platz im gesellschaftlichen Bewusstsein zu sichern.

Mein Dank gilt allen, die sich im nun ablaufenden Jahr voller Engagement und Leidenschaft für Landwirtschaft und Weinbau eingesetzt haben – in den Betrieben, im Ehrenamt, sowie unseren Kreisgeschäftsstellen und der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz. Ihre Arbeit und ihr Herzblut machen den Unterschied!

Möge das Jahr 2026 von besonderer Güte sein und Spitzenqualitäten vom Acker oder Weinberg bringen. Ob Produkte aus dem Stall, vom Feld oder den Weinbergen – heimischer Genuss und eine starke Eigenversorgungsquote bleiben zentrale Themen unseres Verbandes.

Am 22. März 2026 steht in Rheinland-Pfalz die Landtagswahl an. Diese Wahl ist für die Zukunft der Landwirtschaft und des Weinbaus von großer Bedeutung, weil dort über viele politische Weichenstellungen entschieden wird, die unsere Betriebe ganz unmittelbar betreffen – von Förderprogrammen über Umweltauflagen bis hin zu Steuer- und Arbeitsmarktpolitik. Ich rufe alle Bauern und Winzer auf, dieses demokratische Recht aktiv zu nutzen. Bitte gehen Sie zur Wahl, bringen Sie sich als Demokraten ein und geben Sie Ihrer Stimme Gewicht – für eine starke, vielfältige und leistungsfähige Landwirtschaft und einen zukunftsfähigen Weinbau in Rheinland-Pfalz.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und für 2026 Gesundheit, Glück und Erfolg. Zum Abschluss noch ein Vorschlag als guter Vorsatz für das neue Jahr: Nehmen wir uns stets Zeit, um mit Freude und Freunden ein gutes Glas Wein und leckere Produkte aus unserer Heimat zu genießen.

Herzlichst

Marco Weber, MdL
Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau

Kabinett beschließt Aufnahme des Wolfes in Bundesjagdgesetz – BWV-Präsident Marco Weber und Josef Schwan (IGJG) begrüßen die Initiative auf Bundesebene

Koblenz. Nach monatelanger Diskussion beschließt das Bundeskabinett endlich die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz. Damit wird auch eine langjährige Forderung des Berufsstandes in Rheinland-Pfalz aufgegriffen, auch wenn derzeit noch nicht klar ist, ob der vorgelegte Gesetzentwurf auch das Gesetzgebungsverfahren wie geplant bis zum Frühjahr 2026 zügig durchlaufen wird. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, begrüßt die Initiative des Bundes, weil damit die Grundlagen für eine sachgerechte Regulierung des Wolfsbestandes und wirksame Schutzmaßnahmen zu Gunsten der Weidehaltung – gerade in den Mittelgebirgsregionen – gelegt werden.

Für den Vorsitzenden der Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (IGJG), Josef Schwan, ist es wichtig, dass das Gesetzgebungsvorhaben schnell umgesetzt wird, um Rechtssicherheit für die Entnahme von Wölfen auch auf Ebene der Bundesländer zu schaffen. „Dabei“, so Schwan, „müsse sichergestellt werden, dass die Bundesländer die auf der Bundesebene erarbeiteten Regelungen auch tatsächlich schnell und unbürokratisch umsetzen müssen und diese nicht durch ein Verstecken hinter landesgesetzlichen Regelungen aushebeln können.“

Den Gesetzentwurf des BMLEH finden Sie hier unterhalb des Beitrages.

BWV fordert rechtssichere Ausgestaltung der Berufsmäßigkeitsprüfung

Koblenz. Der bürokratische Aufwand für landwirtschaftliche und weinbauliche Betriebe bei der Einstellung ausländischer Saisonarbeitskräfte ist enorm. BWV-Präsident Marco Weber und Thomas Richter, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbandes, haben daher in einem Schreiben Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt und Arbeitsministerin Dörte Schall gebeten, sich auf Bundesebene für eine praxisgerechtere Lösung hinsichtlich der Feststellung einer sozialversicherungsfreien kurzfristigen Beschäftigung einzusetzen. Vor Einstellung einer sozialversicherungsfreien Arbeitskraft mit dem Status Hausfrau/Hausmann muss festgestellt werden, ob in deren Haushalt eine weitere Person für den Lebensunterhalt der angeblichen Hausfrau bzw. des angeblichen Hausmannes aufkommen kann. Dies ist in der Praxis schwierig. Daher muss eine rechtssichere Berufsmäßigkeitsprüfung eingeführt werden, die dringend bürokratieärmer ausgestaltet werden sollte.

Das Land Nordrhein-Westfalen wird eine entsprechende Gesetzesänderung am 19. Dezember in den Bundesrat einbringen. Eine Unterstützung dieses Antrages würde vor allem den Sonderkulturbetrieben weiterhelfen. Ziel ist es, statt einer Einkommensbescheinigung der Ehepartner der ausländischen Saisonarbeitskräfte eine Entgeltgrenze einzuführen, bis zu dieser nicht von einer berufsmäßigen Ausübung auszugehen ist.

BWV-Präsident Weber: Schadnagerbekämpfung auf landwirtschaftlichen Betrieben muss unbürokratisch bleiben

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau warnt vor erheblichen praktischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung der „Verordnung zur Änderung der Gefahrstoffverordnung und anderer Arbeitsschutzverordnungen“ vom 2. Dezember 2024. Auslöser ist die Streichung der bislang gültigen Regelung, wonach die Pflanzenschutzsachkunde auch für den Umgang mit Schadnagerbekämpfungsmitteln anerkannt wurde. Ab 28. Juli 2027 müssen Bäuerinnen und Bauern nachweisen, dass sie die Anforderungen der Gefahrstoffverordnung erfüllen, sofern sie Biozid-Produkte einsetzen. Das gilt auch für jene, die bereits über die Sachkunde nach Pflanzenschutzgesetz verfügen.

Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, fordert die Bundesregierung auf, sich den Forderungen des Deutschen Bauernverbandes und des Deutschen Raiffeisenverbandes anzunehmen und konstruktive Lösungsvorschläge anzubieten: „Wir Bauern und Winzer sind hervorragend ausgebildet und grundsätzlich sachkundig im Pflanzenschutz. Es muss doch möglich sein, die Fortbildungsmaßnahmen zu kombinieren und in Tagesseminaren anzubieten. Die Regierung kündigt einen umfassenden Bürokratieabbau an, dann soll sie sich an ihren Taten messen lassen. Das rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerium ist bereits informiert und setzt sich ebenfalls für eine unbürokratische Lösung auf Bundesebene ein.“

Bislang galten für die Anwendung von Produkten zur Schadnagerbekämpfung außerhalb des Pflanzenschutzes keine zusätzlichen Schulungs- oder Qualifikationspflichten. Der Einsatz in Stallungen, auf Betriebsgeländen oder an Getreidelagern ist bislang unbürokratisch möglich und durch den Pflanzenschutz-Sachkundenachweis hinreichend abgedeckt. Ähnliche Präparate werden zudem regelmäßig zur Feldmausbekämpfung auf Acker- und Grünlandflächen eingesetzt. Insgesamt tragen diese Maßnahmen wesentlich zur Sicherung der Lebens- und Futtermittelqualität auf landwirtschaftlichen Betrieben bei.

Verbände und Verwaltung unterzeichnen Kooperationsabkommen zum Schulterschluss Artenvielfalt

Mainz. Nach mehr als drei Jahren intensiver Entwicklungsarbeit haben Vertreter der Landwirtschafts- und Umweltverbände, der Landwirtschaftskammer sowie des Landwirtschafts- und Umweltministeriums Rheinland-Pfalz in Mainz das Kooperationsabkommen „Schulterschluss Artenvielfalt“ unterzeichnet.

Der Erhalt einer wettbewerbsfähigen, zur Ernährungssicherung beitragenden Landwirtschaft und der Schutz der heimischen Artenvielfalt sind gemeinsame Anliegen der Landesregierung sowie der rheinland-pfälzischen Natur- und Landwirtschaftsverbände. Zu den zentralen Themen der Kooperation gehören u.a. „Bildung, Beratung, Motivation“, „Naturschutzmaßnahmen und Grünlandschutz“, „Maßnahmensteuerung und Honorierung“, „Wasser“ sowie der Umgang mit sogenannten Konfliktarten. Das gemeinsame Ziel ist eine nachhaltige Weiterentwicklung des ländlichen Raums.

Der 2022 gestartete Prozess, an dem über 80 Personen beteiligt waren, führte letztlich zu einem breiten Konsens. Mit der nun geschlossenen Kooperationsvereinbarung verpflichten sich Ministerien, Verbände und die Landwirtschaftskammer, den Prozess dauerhaft zu verstetigen und die Umsetzung des Schulterschlusses Artenvielfalt gemeinsam voranzutreiben.

BWV-Präsident Marco Weber betonte, dass Landwirtschaft und Weinbau den anderen Beteiligten einen Vertrauensvorschuss gewährten, in der Hoffnung auf eine tatsächlich positive Entwicklung: „Wir werden die weitere Entwicklung genau beobachten und die Ergebnisse sorgfältig evaluieren. Unsere Bereitschaft, aktiver Teil des Schulterschlusses zu sein, hängt selbstverständlich auch davon ab, dass das Land Rheinland-Pfalz die nötigen finanziellen Mittel bereitstellt. Schließlich sind es die Bauern und Winzer, die in Vorleistung treten und deren Arbeit angemessen honoriert werden muss.“

Umweltministerin Katrin Eder hob hervor, dass der Schulterschluss weit mehr als ein bloßer Dialogprozess sei: Er setze auf eine Zusammenarbeit, die auf Vertrauen basiere. Ein noch zu gründendes Forum werde die Kooperation weiterentwickeln. Es gehe nicht nur um Naturschutz, sondern ebenso um den Erhalt der Kulturlandschaft. Gesunde Böden, Artenvielfalt und regionale agrarstrukturelle Besonderheiten müssten gleichermaßen berücksichtigt werden. Den künftigen lokalen Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz (LaNaKos) komme dabei eine besondere Bedeutung zu. Diese würden langfristig mit den künftigen Naturschutzstationen verknüpft werden.

Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt begrüßte die Zusammenarbeit auf Augenhöhe in den regionalen Kooperationen. Dies sei mitentscheidend für eine künftig ökonomisch tragfähige Landwirtschaft. Der Dialogprozess werde fortgesetzt, um Agrar- und Weinbaubetriebe zielgerichtet zu stärken. Schmitt verwies zudem auf die Bedeutung technischer Entwicklungen – einschließlich Künstlicher Intelligenz –, die eine bedarfsorientierte Ausbringung von Produktionsmitteln ermöglichen und so den Anforderungen an Umwelt- und Artenschutz besser gerecht werden würden. Sie dankte den Mitgliedern der bisherigen Arbeitsgruppen und betonte, dass während der Umsetzung der Ergebnisse gleichzeitig Bürokratie abgebaut und Verfahren vereinfacht werden müssten.

Cosima Lindemann, Vorsitzende des Naturschutzbundes Rheinland-Pfalz, unterstrich die Besonderheit des Prozesses: „Von Beginn an wollten wir den Weg gemeinsam mit der Landwirtschaft gehen. Gerade die Biodiversitätskrise verlangt eine vielseitige Betrachtung der Ursachen und Lösungen. Dafür braucht es eine ökonomisch tragfähige Landwirtschaft. Die Unterstützung der Betriebe ist daher unerlässlich, ebenso der Abbau unnötiger Bürokratie.“

Eberhard Hartelt, Präsident des BWV Rheinland-Pfalz Süd, machte deutlich, dass Regelungen aus Brüssel oder Berlin häufig nicht auf regionale Gegebenheiten abgestimmt seien. Vom Schulterschluss erwarte man künftig mehr Flexibilität. Regional angepasste Maßnahmen könnten sowohl dem Artenrückgang entgegenwirken als auch die wirtschaftliche Situation landwirtschaftlicher Familien verbessern. Am Ende müssten Maßnahmen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv und umsetzbar sein.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Ökonomierat Michael Horper, zeigte sich überzeugt, dass freiwillige Kooperationsmaßnahmen die Wirksamkeit von Umweltprogrammen steigern und gleichzeitig eine angemessene Entlohnung der landwirtschaftlichen Betriebe sichern könnten: „Wir sind auf einem guten Weg. Die Weiterentwicklung einer effizienten Beratung und Betreuung der Betriebe ist dabei besonders wichtig. Bürokratische Hemmnisse müssen jedoch zwingend abgebaut werden.“

In der abschließenden Diskussion wurde die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz nochmals bekräftigt. Alle Beteiligten waren sich einig, dass nur eine wirtschaftlich starke Landwirtschaft Naturschutzmaßnahmen dauerhaft umsetzen kann. Nun gelte es, das Begleitforum einzurichten und die Kooperation konsequent weiterzuentwickeln.

Neuer Rahmenvertrag zwischen dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau und ZENTEK

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau hat für die Zeit vom 01.01. bis 31.12.2026 erneut einen Rahmenvertrag mit der Firma ZENTEK abgeschlossen. Er dient der Erfüllung verpackungsrechtlicher Pflichten von gewerblichen Dienstleistern, die mit Waren befüllte Verpackungen gemäß Verpackungsgesetz in Verkehr bringen.

Für die korrekte Umsetzung des Verpackungsgesetzes sind vier Arbeitsschritte notwendig:

– Prüfung, ob Registrierung bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (LUCID) vorliegt

– Verpackungsmenge 2026 prognostizieren

– Einzelvertrag bei einem Lizenzierer (z.B. Zentek) abschließen

– Korrektur der Daten bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister (LUCID)

Die Anmeldung bei Zentek sollte bis zum 10.01.2026 durchgeführt sein. Anmeldungen, die zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, werden mit Verspätungszuschlägen belegt.

Weitere Informationen zu dem mit ZENTEK geschlossenen Rahmenvertrag erhalten Sie hier auf der Startseite im Mitgliederbereich oder über Ihre jeweilige Kreisgeschäftsstelle.

Rheinisch-Nassauische Obstbautagung 2025

Koblenz. Am 18.12.2025 findet ab 10 Uhr am Campus Klein-Altendorf 1 (Nord) die diesjährige rheinisch-nassauische Obstbautagung statt. Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt wird dabei über die agrarpolitischen Ziele für eine wirtschaftliche Obsterzeugung sprechen. Gerade der Obstbau befindet sich in besonderem Maße im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen, die es zusammenzuführen gilt. Dabei ist es ein politisches Ziel, die Selbstversorgung an heimischem Obst zu stärken und zu fördern. BWV-Präsident Marco Weber wird über aktuelle agrarpolitische Entwicklungen sprechen und dabei in besonderer Weise den Obstbau berücksichtigen.

QS für Obstbaubetriebe – Mehrwert oder Mehraufwand? Diese Frage wird Wilfried Kamphausen, QS-Bereichsleiter für Obst, Gemüse und Kartoffeln der QS-Fachgesellschaft in Bonn sprechen. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Obstbau Norbert Schäfer wird die Veranstaltung umrahmen, indem er zu Beginn der Veranstaltung deutlich machen wird, welche Probleme die Obstbaubetriebe zurzeit in besonderer Weise bedrücken.

Prof. Dr. Ralf Pude wird in einem Grußwort über die aktuellen Forschungsvorhaben sprechen und ihre Auswirkung für die Landwirtschaft darlegen.

Zu dieser Tagung sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, mit den Referenten und anwesenden politischen Vertretern zu diskutieren.