Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

29.12.2021 - Verwaltungsgericht Trier stärkt Rechte der Nachbarn

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Keine übermäßige Haltung von Hunden im Wohngebiet

Trier. Im ländlichen Raum ist die Haltung von Hunden nach wie vor üblich und Hundegebell muss von den Nachbarn in einem gewissem Umfang auch hingenommen werden. Dies gilt umso mehr, wenn ein Gebiet entsprechende Vorprägungen, beispielsweise aus einer landwirtschaftlichen Nutzung mit Tier- und Hundehaltung hat oder in einem Wohngebiet bereits mehrere Hundehalter vorhanden sind und sich die Bewohner mit den dadurch hervorgerufenen Emissionen abgefunden haben. Ist dies nicht so, so ist die übermäßige Haltung von Hunden, insbesondere in einem allgemeinen Wohngebiet, baurechtlich unzulässig. Dies hat das Verwaltungsgericht Trier in einem Eilverfahren entschieden.

In dem vom Gericht zu entscheidendem Fall war im Außenbereich eines Wohnhauses ein größerer Hundezwinger errichtet worden, der zur Haltung von vier ausgewachsenen Jagdhunden dient. Das Wohngebiet selbst ist als solches in einem Bebauungsplan ausgewiesen und die Nachbarhäuser haben nur wenig oder gar keinen Grenzabstand zu dem betroffenen Wohngrundstück. Aufgrund verschiedener Beschwerden der Nachbarn hatte die zuständige Behörde die Hundehaltung im Außenbereich, sofern mehr als zwei Hunde gehalten werden, untersagt. Der dagegen gerichtete Eilantrag des Betroffenen hatte keinen Erfolg.

Das Verwaltungsgericht in Trier stellte fest, dass in einem Wohngebiet zwar auch in einem gewissen Umfang die Tierhaltung innerhalb eines Wohngebäudes sowie die Errichtung von Unterkünften für Kleintiere im Gartenbereich zulässig seien. Allerdings dürfe das zulässige Maß der Tierhaltung nicht den Charakter der durch Wohnnutzung geprägten Umgebung verändern. Davon sei allerdings auszugehen, wenn die Art und die Anzahl der gehaltenen Tiere über das typische Maß hinausgehe und das Wohnen im Wohngebiet selber störe. Zulässig ist nach Auffassung der Trierer Richter lediglich die Haltung von höchstens zwei Hunden in einer Außenanlage, da nach der allgemeinen Lebenserfahrung davon auszugehen sei, dass Hunde auch die Nachtruhe nachhaltig stören könnten, insbesondere, wenn mehrere Hunde zusammengehalten würden. Bei der im Eilverfahren vorgenommenen summarischen Prüfung vertrat das Gericht die Auffassung, dass durch die Haltung von vier Hunden in einem Zwinger grundsätzlich eine genehmigungsbedürftige Nutzungsänderung vorliegen würde. Diese sei aber letztlich nicht genehmigungsfähig, weil eine solche Nebenanlage dem Nutzungszweck eines nach der Baunutzungsverordnung festgelegten allgemeinen Wohngebietes und seiner typischen Eigenart als Gebiet, welches vorwiegend dem Wohnen dient, widersprechen würde.

Der Beschluss des Verwaltungsgerichtes in Trier ist noch nicht rechtskräftig. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens zeigt der Beschluss aber die wesentlichen Fragen auf, die bei der Beurteilung baurechtlicher Fragen der Hundehaltung in einem Wohngebiet und damit der Auslegung der bundesweit geltenden Baunutzungsverordnung von Bedeutung sind.

(Beschluss des Verwaltungsgerichtes in Trier vom 14.12.2021, AZ: 7 L 3342/21.TR)