Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

03.08.2020 - Mundraub ist kein Kavaliersdelikt

Selbstbedienung ist nicht erlaubt!

Koblenz. Auch in diesem Jahr berichten Landwirte von Diebstählen von Feldfrüchten und Obst. Erfahrungsgemäß kommen im Herbst dann auch die Trauben, Weinblätter und Nüsse dazu. Vielen „Selbstpflückern“ ist gar nicht bekannt, dass dieser „Mundraub“ kein Kavaliersdelikt ist, sondern strafbar. Der Bauern und Winzerverband Rheinland-Nassau appelliert deshalb an die Vernunft der „Selbstbediener“. Der heimische Garten sei ja auch tabu für Jedermann, deshalb sollte ebenfalls das Feld des Landwirtes bzw. der Weinberg des Winzers mit den darauf wachsenden Früchten respektiert werden.

Landwirte und Winzer arbeiten das ganze Jahr für eine „gute Ernte“ und sollten nicht um ihren „Lohn“ gebracht werden. Im schlimmsten Fall werden bei den unerlaubten Pflückaktionen noch Pflanzen, Äste oder Reben beschädigt, sodass noch Folgekosten entstehen. Auch ist es sinnlos sich am Futtermais zu bedienen, da sich dieser nicht als Grillgut eignet, sondern der Rinderfütterung dient. Die Trauben seinen ebenfalls nicht für den Verzehr bestimmt, sondern zum Keltern und würden als Wein viel „besser schmecken“, erinnert der Verband.

Der Bauern- und Winzerverband bittet daher, auf Selbstbedienung zu verzichten und die Flächen und darauf wachsende Lebensmittel sowie ihre Produzenten zu respektieren. Im Internet sind übrigens legale Mundrauborte zu finden (https://mundraub.org/). Alternativ kann man auch den Hofladen bzw. das Weingut aufsuchen und dort einkaufen. Dann könnten sich sowohl Produzenten, wie auch Verbraucher über leckeres, heimisches Obst und Gemüse freuen.