Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

05.09.2019 - Landwirtschaft und Umwelt

Bundesregierung fällt Landwirtschaft mit Agrarpaket in den Rücken

Koblenz. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, ist erschüttert über das, was gestern im Bundeskabinett beschlossen wurde. Neben der Einführung eines angeblichen Insektenschutzprogramms und Veränderungen beim Tierwohllabel ging es auch um die Umverteilung von europäischen Fördermitteln. Besonders in der Kritik steht das Insektenschutzprogramm, da de facto ein Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat oder auch von Neonicotinoiden auf vielen landwirtschaftlichen Nutzflächen angestrebt wird. Das Prinzip „Naturschutz durch Nutzung“ hat demnach keine Zukunft mehr.

Eine von Umfragen und Stimmungen geleitete Politik der Bundesregierung entpuppe sich immer mehr zur Doppelmoral und dränge die heimische Landwirtschaft an den Abgrund, erklärt Horper erbost. Im Zusammenhang mit den jüngsten Handelsabkommen MERCOSUR oder dem Rindfleisch-Deal mit den USA, werde die heimische Landwirtschaft schon seit längerem zugunsten handelspolitischer Interessen geopfert. Denn die unter immer mehr Verboten leidende deutsche Landwirtschaft könne nicht mit der Produktion aus anderen Ländern der EU und aus Übersee mithalten, die tonnenweise Pflanzenschutzmittel einsetzten, das Tierwohl missachteten und auch ansonsten deutlich niedrigere Verbraucher- und Produktionsstandards einhalten müssten. Wenn aber gleichzeitig genau diese Produkte massenhaft nach Deutschland importiert würden und dadurch heimische Betriebe aufgeben müssten, dann stelle sich die Frage, was der deutsche Verbraucher hierdurch gewonnen habe.

Die Produktionsanforderungen für importierte Lebensmittel dürften sich nicht unter dem europäischen Niveau bewegen, fordert Horper. Das gelte vom Fleisch aus Argentinien bis zum Wein aus Neuseeland.