Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

21.05.2019 - Wir machen das Land bunter

Manfred Zelder diskutierte mit Medienvertretern über die vielfältigen Leistungen der bäuerlichen Familienbetriebe für den Natur- und Umweltschutz

Bauern setzen sich für mehr Artenvielfalt ein

Koblenz. „Wir machen das Land bunter!“ ist das Motto des bäuerlichen Berufsstandes, der in 2019 den Insektenschutz und die Artenvielfalt ins Zentrum seiner Öffentlichkeitsarbeit stellt. Der Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Manfred Zelder, verdeutlichte während einer Pressekonferenz, dass die Umweltleistungen der Bauern- und Winzerfamilien seit Jahren unterschätzt werden. Es sei eine großartige Leistung, dass in Deutschland insgesamt ein über 200.000 km langer und fünf Meter breiter Blühstreifen als Nahrung für Bienen und zum Erhalt der Artenvielfalt angelegt worden sei.

„Landwirte und Winzer fühlen sich der Umwelt und der Natur durch ihre Arbeit intensiv verbunden. Der Preis- und Rationalisierungsdruck ist enorm. Daher müssen wir mit der gesamten Gesellschaft gemeinsam kontinuierlich am Umwelt- und Naturschutz arbeiten. Es kommt nicht von ungefähr, dass in Rheinland-Pfalz 230.000 Hektar unter besonderer Berücksichtigung des Naturschutzes bewirtschaftet werden, 30 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Das entspricht einer Fläche der Landkreise Ahrweiler, Cochem-Zell und Mayen-Koblenz zusammen. Davon werden auf 76 Millionen Quadratmeter Brachflächen, Feld- und Pufferstreifen, Honigweiden, Waldrandstreifen und Saum- und Bandstrukturen angelegt, das entspricht 11.000 Standardfußballfelder.“, stellte Zelder fest.

In Rheinland-Pfalz würden über 60.000 Hektar der landwirtschaftlich genutzten Fläche (8,5%), von 1.300 Betrieben ökologisch bewirtschaftet. Darüber hinaus würden tausende landwirtschaftliche Unternehmen beispielsweise an Programmen für eine umweltschonende Grünlandbewirtschaftung, für eine vielfältige Fruchtfolge, für die Anlage von Blühstreifen oder auch am Programm für biotechnischen Pflanzenschutz teilnehmen, betonte Zelder.

Überall im Verbandsgebiet werde in den kommenden Monaten auf die landwirtschaftlichen und weinbaulichen Leistungen aufmerksam gemacht.

Als aktuelles Beispiel für ein gelungenes Projekt des bäuerlichen Berufsstandes nannte Zelder das Moselprojekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt“ des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, das seit 2015 umgesetzt werde. Das Projektgebiet umfasse die Steil- und Steilstlagenrebflächen in den an der Mosel liegenden Landkreisen Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich. Es erstrecke sich über etwa 150 Flusskilometer. 37 Betriebe würden mit ca. 130 Flächen und zusammen 25 Hektar hieran teilnehmen. 2018 sei das Projekt für seine Leistungen von der UN ausgezeichnet worden. Gerade bedrohte und heimische Arten der Flora und Fauna würden geschützt und vermehrt werden. Das Projekt sei ein Beispiel für den vorbildlichen Einsatz von Bauern und Winzern für ihre Heimat, in diesem Fall die Moselregion.

Zelder erläuterte, was er darunter verstehe, als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Insekten und Vögeln zu helfen sowie die biologische Vielfalt zu verbessern. Staat und Kommunen müssten Baumaßnahmen endlich intelligenter umsetzen und den Flächenverbrauch drastisch reduzieren. Betonierte und verdichtete Flächen seien kein Insektenparadies. Die Mitbürger rief er auf, die kleinstrukturierte Gartenwelt vielfältiger auszurichten und Steinwüsten sowie golfrasenähnliche Grünflächen zu begrenzen: „Wir müssen endlich aufhören, auf andere mit Fingern zu zeigen. Fangen wir doch alle bei uns selbst an. Wenn wir alle gemeinsam verantwortlich mit unserer Umwelt umgehen, werden wir vielleicht den Artenrückgang hier bei uns stoppen und umkehren!“