Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

11.10.2018 - Weinlese 2018

Naheweinpräsident Dr. Thomas Höfer (rechts) und Vizepräsident Hans-Willi Knodel im Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Bundesministerin Klöckner informiert sich über Herbstsituation an der Nahe

Bad Kreuznach. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich am vergangenen Freitag kurzfristig beim Weinbauverband Nahe im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. über die aktuelle Weinherbstsituation informiert, und mit Weinbaupräsident Dr. Thomas Höfer und Weinbauvizepräsident Hans-Willi Knodel die Vermarktungsmöglichkeiten von Naheweinen diskutiert.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass der Weinjahrgang 2018 als absoluter Ausnahme- und Spitzenjahrgang in die Geschichte eingehen werde. Nach einem sehr warmen und extrem trockenen Sommer sei die Reben- und Reifeentwicklung sehr schnell vorangeschritten. In Folge habe die Weinlese so früh wie nie zuvor begonnen. Durch die trocken-heiße Witterung würden sich die Trauben bis in den Oktober hinein kerngesund, sehr aromatisch und hoch reif präsentieren, waren sich die Winzer einig.

Knodel: „Die Nahewinzer konnten daher Spitzenqualitäten, und trotz extremer Trockenheit – wie ihre Berufskollegen in den anderen deutschen Anbaugebieten auch – in einer für die Fachleute absolut unerwartet, deutlich überdurchschnittlichen Menge ernten.“

Diese gegenüber den Vorjahren deutlich höheren Erträge würden insbesondere die Trauben- und Fassweinerzeuger vor besondere Herausforderungen stellen. Weinbaupräsident Höfer stellte fest, dass Winzer mit Anbauverträgen in diesem Jahr gut aufgestellt seien, da die Abnahme ihrer Trauben bzw. ihrer Moste gesichert seien. Winzerkollegen ohne Verträge hingegen seien den freien Marktverhältnissen ausgeliefert. Der Weinbauverband Nahe und das DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück hätten in der Vergangenheit auf Versammlungen und Winterfachtagungen immer wieder die Fassweinvermarktung thematisiert und für den Vertragsweinbau sowie für die Mitgliedschaft in einer Winzergenossenschaft als alternatives Vermarktungsmodell geworben.

Höfer sprach sich dafür aus, dass nach den mengenmäßig kleinen Weinernten der Vorjahre und der überdurchschnittlichen Erntemenge in diesem Jahr die Wiedereinführung der seit 2001 nicht mehr bestehenden Möglichkeit zur Überlagerung von Übermengen überdacht werden müsse.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass im Zusammenhang mit der Reform des Weinbezeichnungsrechts von den Vertretern verschiedener Interessengruppen des Weinbaus, der Genossenschaften und der Weinkellereien in der Mitte November zu gründenden neuen Schutzgemeinschaft Nahe eine mittel- bzw. langfristige Vermarktungsstrategie für Wein von der Nahe erarbeitet werden solle. Der Weinbauverband Nahe bedankte sich bei Bundesministerin Julia Klöckner, dass sie sich spontan Zeit für diese wichtige Themen der Nahewinzer genommen habe.