Koblenz. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Marco Weber, hat sich mit einem dringenden Schreiben an Umweltministerin Katrin Eder und Innenminister Michael Ebling gewandt. Er fordert eine faire Regelung für Tierhalter in Wolfspräventionsgebieten. Bei Polizeieinsätzen, die möglicherweise auf Wolfsnähe zurückzuführen sind, dürfen keine Kosten gegenüber Dritten in Rechnung gestellt werden, fordert der 16.000 Mitglieder starke Verband.
Im Oktober 2025 brach in der Nähe von Puderbach (Westerwald) eine Rinderherde aus einer fachgerecht gesicherten Weide aus. Bei dem vorgefundenen Schadbild – massive Torzerstörung – ist nicht ausgeschlossen, dass die Rinderherde durch Wölfe in Unruhe versetzt wurden und in Panik der gut gesicherten Weide entwichen sind. Die Polizeiinspektion Straßenhaus rückte aus und stellte dem betroffenen Tierhalter 364 Euro an Polizeikosten in Rechnung. Das Polizeipräsidium Koblenz lehnte die Einlassung des Landwirts ab – auch aus Billigkeitsgründen sei ein Verzicht auf die Kosten nicht möglich. Webers klare Position: „Es kann nicht sein, dass Tierhalter, die sich ordnungsgemäß verhalten und durch das Vorhandensein des Wolfes sowieso schon größere Aufwendungen und Schäden erlitten haben, noch zusätzlich mit Gebühren für Polizeieinsätze belastet werden, die sie nicht zu verantworten haben. Der Vorfall ereignete sich in einem offiziellen Wolfspräventionsgebiet. Landwirte übererfüllen Sicherheitsstandards – dennoch tragen sie die Folgen.“ Der BWV-Präsident fordert die Ministerien auf, eine für die Tierhalter akzeptable Regelung zu treffen.