BWV Rhein Lahn Vorstand 1024x645
BWV Rhein-Lahn im Wandel: Von links: Armin Geisel, Martin Buschfort, Martin Dittmar, Markus Rehkop, Kreisvorsitzender Andreas Struth, BWV-Präsident Marco Weber und Christian Altmaier

Mitgliederversammlung wählt Andreas Struth einstimmig zum neuen Vorsitzenden

Bogel. Ein eindrucksvolles Bild zeigte sich der Versammlungsleitung der jüngsten Mitgliederversammlung des Kreisbauern- und Winzerverband Rhein-Lahn, als rund 100 Mitglieder ihre Abstimmungskarten in die Luft hielten und damit volle Unterstützung für einen Neuanfang signalisierten. Andreas Struth wurde einstimmig als Vorsitzender gewählt und bildet mit seinen Stellvertretern Martin Dittmar und Markus Rehkop nun ein starkes Team für Rhein-Lahn, das auch gleich mit Aktivitäten loslegt.

Bereits im Juni wird der Kreisverband den Menschen zeigen, wie bedeutend Landwirtschaft und Weinbau im Rhein-Lahn-Kreis sind. Am 21. Juni findet in Naststätten wieder der „Tag der Landwirtschaft“ statt. Neben einem Bauernmarkt, Tier- und Landmaschinenschauen, wird es umfangreiche Informationen rund um Landwirtschaft, Wald und Wild geben. Gemeinsam mit den LandFrauen und der Landjugend wird die neue Mannschaft diese Großveranstaltung stemmen. Bereits zwei Tage früher, am 19. Juni findet als Auftakt das „ZeltBeben“ statt, eine Party der Landjugend im Rhein-Lahn-Kreis.

Mit diesem verheißungsvollen Engagement will der neue Kreisvorstand wieder die starke Stimme des Berufsstandes sein. Unterstützt wird er dabei von der Kreisgeschäftsstelle in Niederwallmenach, deren Fortbestand auch der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, thematisierte. Denn mit einem Nachfolger für den langjährigen Kreisgeschäftsführer Armin Geisel zeige der Landesbauernverband mit Sitz in Koblenz, dass ihm auch der Rhein-Lahn-Kreis wichtig ist. Martin Buschfort hat am 01. Februar seine Arbeit als neuer Kreisgeschäftsführer aufgenommen. Zusammen mit Sabine Schwarz ist er fortan seitens des Hauptamtes für alle Mitglieder und Vorstandsmitglieder Ansprechpartner. Mit dem starken Zusammenhalt und der Einigkeit sollen auch neue Mitglieder für den Kreisverband gewonnen werden.

Die politische Situation der Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa beleuchtete Weber ausführlich. Mit Blick auf den Weinbaupräsidenten des Mittelrheins, Heinz-Uwe Fetz, erläuterte er zentrale Forderungen des Berufsstandes. Die richtigen Rahmenbedingungen, gerade auch beim Mindestlohn und bei den Freihandelsabkommen seien notwendig, um Landwirtschaft und Weinbau am Mittelrhein und im Rhein-Lahn-Kreis Perspektiven zu eröffnen. Gerade mit Blick auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 bekräftigte Weber, dass es gleiche Rechte und gleiche Pflichten für alle Betriebe in der EU geben müsse. Länderspezifische Alleingänge gelte es zu verhindern. Das Mercosur-Abkommen zeige überdies, dass bei Freihandelsabkommen unterschiedliche Qualitätsstandards akzeptiert würden. Die heimischen Landwirte gerieten damit allerdings unter Druck, da sie mit ihren Standards gegenüber den in Südamerika erzeugten Produkte nicht mithalten könnten. Auf dieser Seite des Ozeans werde alles bis ins kleinste Detail dokumentiert, derweil auf der anderen Seite ganz andere Qualitätsstandards greifen würden, von deutlich weniger Bürokratie ganz zu schweigen.

Neben den Themen Grünlandkartierung und Düngeverordnung sprach der BWV-Präsident auch das Thema Wolf an. Weite Teile von Rheinland-Pfalz stünden vor einer gewaltigen Herausforderung, die auch die Tierhaltung in Frage stelle. Ohne eine Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz und die Möglichkeit rechtssicher Problemwölfe durch Jäger entnehmen zu können, werde es dem Berufsstand mehr und mehr erschwert, ihre Tiere auf den Weiden zu halten. Dabei bedürfe es keines „Bürokratiemonsters“ und keine komplexen Vorgaben, unter denen ein Wolf geschossen werden könne. Jäger müssten ermächtigt werden, in der ihnen übertragenen Verantwortung im Interesse von Natur- und Tierschutz handeln zu können.