Die Schutzgemeinschaft Mosel hatte im Oktober 2024 einen Standardänderungsantrag zur Änderung der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) Mosel bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn eingereicht. Herzstück des Änderungsantrags war die Festlegung von Rebsorten zur Herstellung von Erzeugnissen mit Einzellagenbezeichnung Entsprechende Beschlüsse hatte der Vorstand der Schutzgemeinschaft im Vorfeld des Antrags gefasst – der BWV RLN hatte im Sommer 2024 bereits darüber berichtet. Am 3. November konnte das Verwaltungsverfahren nach monatelanger Bearbeitungsdauer erfolgreich abgeschlossen werden. Infolge der nun erfolgten positiven Bescheidung durch die zuständige Behörde treten die neuen Vorgaben für Erzeugnisse mit Einzellagen-Angabe mit dem Erntejahrgang 2026 in Kraft.
Das gilt ab Erntejahrgang 2026
Einzellagenerzeugnisse der g.U. Mosel sind ab Erntejahrgang 2026 in den Weinbaubereichen Obermosel und Moseltor zu mindestens 85% aus den Sorten Grauburgunder, Weißburgunder, Chardonnay oder Spätburgunder als herzustellen – letzterer ausschließlich für die Weinart Rotwein zulässig. Für die restliche Mosel, also die Bereiche Saar, Ruwertal, Bernkastel und Burg Cochem, tritt ab Ernte 2026 eine entsprechende Vorgabe für die Sorten Riesling und Spätburgunder (ebenfalls nur in der Weinart Rotwein) in Kraft. Die zukünftigen Rebsorten-Vorgaben betreffen gleichermaßen Still-, Perl- und Qualitätsschaumweine. Anders als am Mittelrhein wird die Angabe der Rebsorte auf dem Etikett jedoch nicht verpflichtend.
Mit der erfolgreichen Änderung des Lastenhefts hat die Schutzgemeinschaft Mosel fristgerecht die Festlegungspflicht für Einzellagen oder kleineren geografischen Einheiten aus der Bundesweinverordnung (§39 Abs. 1 Nr. 3 c) umgesetzt. Winzerinnen und Winzer des Anbaugebiets Mosel haben nun Planungssicherheit für die kommende Ernte.
Der genaue Wortlaut der geänderten Produktspezifikation ist auf der Homepage der BLE abrufbar: https://www.ble.de/DE/Themen/Ernaehrung-Lebensmittel/EU-Qualitaetskennzeichen/Geschuetzte-Ursprungsbezeichnung/Antraege.html
Dr. Maximilian Hendgen