Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

Agrarpolitik

.Bauernverband vermisst Agrarexpertise im Expertenrat

Berlin. Bei der Besetzung des Expertenrats für Klimafragen hätte sich der Deutsche Bauernverband (DBV) die Berücksichtigung von mehr Agrarexpertise gewünscht. Unter den Mitgliedern des Gremiums sei niemand mit ausgewiesenem land- und forstwirtschaftlichem Sachverstand, moniert der DBV in Berlin. Und das obwohl die Landwirtschaft Quelle natürlicher Treibhausgase sei, zugleich aber wie kein anderer Bereich unmittelbar von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sei und während der Produktion Treibhausgase durch Wachstumsprozesse binden und der Erdatmosphäre entziehen könne.

Diese Sonderrolle und die Bedeutung der Landwirtschaft für die Ernährungssicherung, so wie im Pariser Klimaabkommen festgeschrieben, müsse in der Arbeit des Expertenrates Berücksichtigung finden, fordert der Bauernverband. Der Expertenrat müsse zudem die im Bundesklimaschutzgesetz gegebene Möglichkeit zur Anhörung von Experten aus Organisationen nutzen, um bestehende Defizite im Sachverstand auszugleichen.

Der DBV stört sich auch daran, dass die Geschäftsstelle des Expertenrats für Klimafragen beim Umweltbundesamt (UBA) mit Sitz in Berlin eingerichtet werden soll. Beim Bauernverband hält man dies für nicht zielführend. Es fehle die notwendige Distanz und Unabhängigkeit zur Überprüfung der aus dem UBA stammenden Treibhausgasbilanzen.

Die Bundesregierung hat den Expertenrat für Klimafragen im August berufen. Das Gremium soll die Einhaltung der mit dem Klimaschutzgesetz vorgeschriebenen Emissionshöchstwerte in den einzelnen Sektoren überwachen. Mitglieder sind der Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts (EW) der Universität Köln, Prof. Marc Oliver Bettzüge, ferner Prof. Thomas Heimer von der Hochschule RheinMain in Rüsselsheim, der Direktor des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme an der Universität Freiburg, Prof. Hans-Martin Henning, sowie die Generalsekretärin des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), Dr. Brigitte Knopf, und die Leiterin des Geschäftsfeldes Energiepolitik beim Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, Dr. Barbara Schlomann. AgE - 11.09.2020