Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

09.12.2019 - Tierseuche

Afrikanische Schweinepest jetzt unweit der deutschen Grenze

Warschau. Die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland ist nochmals angestiegen. Die oberste polnische Veterinärbehörde bestätigte am Dienstag vergangener Woche (3.12.) mehrere neue Seuchenfälle bei Schwarzwild im Landkreis Zielona Góra. Von dort bis zur deutschen Grenze sind es nur noch rund 40 Kilometer und damit nur noch halb so weit wie bei den bisherigen Funden in der Wojewodschaft Lebus, die knapp drei Wochen zuvor für Aufsehen gesorgt hatten. Damit gerät nun auch Deutschland in die direkte Einzugssphäre der Krankheit, da die Europäische Union nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums die offiziellen Restriktionsgebiete ausweiten wird. Dies bedeute, dass die in Westpolen neu eingerichtete Restriktionszone dann unmittelbar bis zur deutsch-polnischen Grenze reichen werde. Eigenen Angaben zufolge steht das Agrarressort im engen Austausch mit den polnischen Behörden, der EU-Kommission und den Bundesländern. Alle zuständigen Stellen seien alarmiert. In der kommenden Woche soll es ein Treffen von polnischen und deutschen Veterinären im Grenzgebiet geben, um Informationen auszutauschen und über das weitere Vorgehen zu beraten.

Seuche in Westpolen festgesetzt

Laut den Angaben der zuständigen polnischen Behörden wurde die ASP bei mehreren Wildschweinen im Kreis Zielona Góra und bei weiteren Tieren im benachbarten Kreis Nowosolski nachgewiesen. Zuvor hatten die Behörden im östlicher gelegenen Kreis Wschowski bereits bei insgesamt 20 Wildschweinen die Seuche festgestellt und umfangreiche Seuchenschutzmaßnahmen angeordnet. Dazu gehört neben der Einzäunung der ursprünglichen Seuchenherde und verschärften Biosicherheitsvorschriften in der neuen „Roten Zone“ auch eine intensive Suche nach weiteren kranken oder toten Tieren. Unterdessen wurde am vergangenen Donnerstag die Infektion bei einem toten Wildschwein in der westlich an Lebus angrenzenden Wojewoschaft Großpolen im Kreis Wolsztyn nachgewiesen. Der Fundort ist zwar deutlich weiter von Deutschland entfernt als die jüngsten Fälle im Landkreis Zielona Góra. Allerdings galt das Gebiet bislang als ASP-frei, was darauf hindeutet, dass sich das Seuchengeschehen in Westpolen verstetigt. AgE