Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

Fragen und erste Antworten

Durch die Überflutungen ist es zum Eintrag von Schmutz und gegebenenfalls Schadstoffen du Sedimenten auf landwirtschaftlichen Flächen gekommen. Auch Unrat und Holz findet sich auf vielen Flächen, das beseitigt werden muss.

In diesem Zusammenhang stellen sich viele Fragen, die nachstehend nach dem bisherigen Kenntnisstand beantwortet werden sollen.

Post

Wo bekomme ich meine Post?

Die Deutsche Post teilt auf der Homepage folgendes mit:

Es gibt Notfallausgabestellen bzw. Ausweichstandorte für die Annahme von Briefen und Paketen:

„Vorliegende Pakete und Briefsendungen werden vorübergehend von uns gelagert. Sobald eine Auslieferung wieder möglich ist, werden wir einen Zustellversuch unternehmen.

In Regionen, in denen eine Zustellung weiterhin nicht möglich ist, werden wir Notausgabestellen (siehe Homepage) zur Abholung Ihrer Paket- und Briefsendungen einrichten. Informationen werden wir aktuell auf dieser Seite entsprechend ergänzen.

Bitte beachten Sie: Für die Abholung der Sendungen an den Notausgabestellen ist ein gültiges Ausweisdokument und ggfs. eine Vollmacht für den Abholer vorzulegen.“

Kostenlose Nachsendung oder Lagerung von Briefsendungen in betroffenen Regionen

„In den von der Unwetter-Katastrophe betroffenen Regionen bieten wir den Bürger*innen einen Wertgutschein für die kostenlose Nutzung des NACHSENDESERVICE oder LAGERSERVICE an.

Mit dem NACHSENDESERVICE können Betroffene ihre Briefsendungen an eine Wunschadresse weiterleiten, mit dem LAGERSERVICE ihre Briefsendungen sicher durch uns aufbewahren lassen.

Die Services können über den Shop der Deutschen Post mit einem Gutscheincode (auf dem Wertgutschein) gebucht werden.

Die Wertgutscheine werden ab dem 24. Juli 2021 über Filialen und Zusteller*innen in den betroffenen Regionen ausgehändigt.

Ausweis

Wo bekomme ich einen neuen Ausweis?

Nach bisherigem Kenntnisstand werden in der besonders betroffenen VG Adenau, wo auch die Verbandsgemeinde von den Fluten betroffen ist, „vorläufige Ausweispapiere“ ausgestellt.

In allen übrigen betroffenen Regionen muss der Ausweis beim bei der zuständigen Verbandsgemeinde beantragt werden.

Wir klären derzeit weitere Details.

Hier gibt es eine erste Zusammenstellung zum Thema Ausweispapiere: https://web.de/magazine/ratgeber/finanzen-verbraucher/wichtige-dokumente-hochwasser-verloren-ersatz-36016154

Müllentsorgung

Wo kann der Müll entsorgt werden?

Das Räumen der Müllberge in den Hochwassergebieten hat begonnen. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) hat kurzfristig eine Ausnahmegenehmigung für Mülldeponien gewährt, um den Mix aus Schrott, Sperrmüll und teilweise Sondermüll aufzunehmen.

Die Deponie Eiterköpfe könne auch ölbelasteten Boden annehmen.

Auch hier sind noch viele weitere Fragen zu beantworten…

Abgeschleppte Fahrzeuge finden

Wo finde ich abgeschleppte Fahrzeuge wieder?

Ab sofort können Fahrzeughalter über ein neues Portal der Kreisverwaltung abfragen, welcher Abschleppdienst ihr Fahrzeug geborgen und abtransportiert hat. Die Daten werden täglich aktualisiert.

Zur Suche wird lediglich das Kennzeichen benötigt.

WICHTIG: Für eine erfolgreiche Abfrage ist eine korrekte Schreibweise des Kennzeichens notwendig. Diese wird auf der Eingabeseite genauer erläutert: http://bit.ly/3eWBSM5

Wer sein Auto in der Datenbank findet, nimmt bitte Kontakt zum entsprechenden Abschleppunternehmen (sind auf der Homepage verlinkt) auf und klärt dort alle weiteren Fragen.

Vermarktung Agrarprodukte

Kann ich Agrarprodukte, die kurzzeitig überflutet waren noch vermarkten?

Der BWV ist an dem Thema schon länger dran, um dies mit den zuständigen Ministerien in RLP zu klären. Derzeit gibt es aber nur folgende Orientierungshilfen:

QS GmbH gibt Empfehlungen

Die QS GmbH hat auf ihrer Homepage dazu folgendes veröffentlicht:

Hinweise zur Erkennung und Bewertung möglicher Belastungsrisiken für landwirtschaftliche Betriebe, Erzeugerbetriebe sowie für Unternehmen der Futtermittelwirtschaft.

Landwirtschaftliche Betriebe (Tierhaltung)

Erzegerbetriebe Obst, Gemüse, Kartoffeln

Unternehmen der Futtermittelwirtschaft

Außerdem sind auf der Homepage von QS anerkannte Labore gelistet, die zur Unterstützung kostenfreie Untersuchungen auf mögliche Kontaminationsquellen anbieten.

Beurteilungshilfe für die überschwemmten Kulturen aus Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat in einer Broschüre die folgenden Beurteilungshilfen beschrieben.

Ackerkulturen, die mehrere Tage überschwemmt waren, sind in der Regel so stark geschädigt, dass es nicht lohnt, sie noch zu ernten. Hier ist es vernünftiger, sie zu mulchen und einzuarbeiten, sobald die Böden wieder befahrbar sind. Im Anschluss daran kann eine der Jahreszeit entsprechende Winterung, Sommerung oder Zwischenfrucht angesät werden.

Von der Nutzung von erntereifem, überschwemmtem Getreide wird abgeraten, da im Ernteprodukt mit weitreichenden Folgen wie Verschmutzung, Auswuchs und Verpilzung zu rechnen ist.

Sollen die Kulturen jedoch stehen bleiben, gilt es zu bedenken, dass in vielen Fällen die Boden-oberfläche stark verschlämmt ist und die Kruste aufgebrochen werden sollte. Bei noch jungen Rüben und Mais eignet sich dafür die Hacktechnik am besten, bei noch jungem Getreide oder Sojabohne kann der Striegel zum Einsatz kommen. Es muss auch davon ausgegangen werden, dass der Krankheitsdruck steigt.

Bei betroffenen Getreideflächen ist besonders auf die Septoria- und auf die Fusariumbekämpfung zu achten. Bei der Kartoffel -besteht eine erhöhte Infektionsgefahr für Krautfäule und Stängelphytophtora, beziehungsweise bei höheren Temperaturen auch für Alternaria. Daher sollten die Felder ggf., sobald sie befahrbar sind, mit entsprechend wirksamen systemischen Fungiziden behandelt werden.

Für die Nutzung von überschwemmtem Getreide und Körnermais können keine allgemeinen Empfehlungen gegeben werden. Je nach Getreideart (mit/ohne Spelze) sowie Höhe, Schmutzbelastung und Strömung des Hochwassers ist die konkrete Situation zu beurteilen. Für den Fall der weiteren Nutzung ist eine intensive Reinigung und zuverlässige Konservierung (z.B. Trocknung, Propionsäure-zusatz) dringend zu empfehlen.

Je nach Zeitpunkt des Hochwassers kann bei Silomais damit gerechnet werden, dass anhaftende Verschmutzungen bis zur Ernte durch kommende Niederschläge weitgehend abgewaschen werden. Der Mais kann dann normal genutzt werden. Sollten bei der Silomaisernte noch Verschmutzungen anhaften, so kann evtl. durch entsprechend hohen Schnitt eine Einlagerung von verschmutztem Mais ins Silo vermieden werden.

Für sonstige Kulturen gilt nach heutigem Wissen, dass einer Nutzung von erst in einigen Wochen reifen Feldfrüchten dann nichts entgegensteht, wenn eine direkte Verschmutzung des Ernteprodukts auszuschließen ist.

Bei Feldgemüse ist der Aspekt Verschmutzung je nach Kultur unterschiedlich zu bewerten, da durch die küchentechnische Aufbereitung wie Waschen, Putzen und Schälen der Bodenanhang weitest-gehend entfernt werden kann.

Es muss allerdings bedacht werden, dass sich fettlösliche Schadstoffe wie z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) ins Pflanzengewebe einlagern können, die mittels der genannten Maßnahmen nicht beseitigt werden können (gilt entsprechend auch für Silomais).

Verantwortlich ist auf jeden Fall das Lebensmittel erzeugende Unternehmen. Es ist ggfs. daher mit dem Vermarkter zu klären, ob derartige Ware am Markt untergebracht werden kann. Auskünfte erteilen die unteren Lebensmittelüberwachungsbehörden.

Auch verschiedene Obstkulturen werden mit einem „Grauschleier“ als Frischobst nur schwer zu vermarkten sein. In Erwägung gezogen werden sollte bei Kern- und Steinobst daher die Verwendung als Mostobst oder in der Brennerei zu Industriealkohol. Höher hängendes Obst, das mit dem Hochwasser nicht in Berührung gekommen ist, kann geerntet werden.

Quelle: https://www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de/documents/43970/44031/Massnahmen_Landwirtschaft_Acker_Obst_Gemuese.pdf

Nutzung von Grünland

Kann ich den Aufwuchs auf den überfluteten Flächen noch nutzen?

Auf der Internetseite der Dienstleistungszentren wurde am 2.8.2021 ein Fragen- Antwort- Katalog (FAQ)  veröffentlicht, der weiter ausgebaut werden soll. Derzeit befinden sich darin ausschließlich Fragen und Antworten rund um das Thema Futtermittel. Es sollen weitere Fragen beantwortet werden

https://www.dlr.rlp.de/Tierhaltung-Tierzucht/FAQzurNutzunglandwirtschaftlicherFlaechennachderUeberschwemmung

Wer hat die Verantwortung?

Der Landwirt als Nutzer der überfluteten Flächen hat die Verantwortung für die Folgenabschätzung des Hochwassers und für die Sicherheit seiner Futter- und Lebensmittel (VO (EG) Nr. 178/2002).

Lebensmittel

Im Geltungsbereich Lebensmittel regelt Näheres die Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 mit Höchstgehalten für bestimmte Kontaminanten (z.B. Schwermetalle) in Lebensmitteln, wonach diese nicht in den Verkehr gebracht werden dürfen, wenn sie die in der Verordnung festgelegten Höchstgehalte überschreiten.

Futtermittel

Im Geltungsbereich Futtermittel regelt Näheres die Richtlinie 2002/32/EG mit Höchstgehalten für bestimmte Kontaminanten (z.B. Schwermetalle) in Futtermitteln, wonach diese nicht in den Verkehr gebracht bzw. verfüttert werden dürfen, wenn sie die in der Richtlinie festgelegten Höchstgehalte überschreiten.

Was soll ich beachten, wenn meine Flächen überschwemmt wurden?

Zunächst sollte eine sensorische Bewertung der betroffenen Flächen vorgenommen werden.
Die wichtigsten Parameter sind hierbei:

Verschmutzungen (ölige Filme auf dem Futter, sandige und erdige Rückstände)

Farb- und Geruchsänderungen (faulig, schimmelig, phenolartig, fäkalienartig)

Untypisches Gefüge (schmierig, sandig)

Fremdkörper

Bestehen bereits nach einer sensorischen Prüfung Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Futtermittel, so wird von einer Nutzung aufgrund der möglichen Kontamination mit anorganischen und organischen Schadstoffen abgeraten.
Wird eine Nutzung als Futtermittel in Betracht gezogen, sollte zudem der mikrobielle Status (Pilze, Hefen) der Ernteprodukte berücksichtigt werden. Im Zweifelsfall ist die analytische Prüfung der Unbedenklichkeit erforderlich.

Auf welche Parameter sollte ich meine Produkte untersuchen lassen?

Eine Untersuchung ist im Rahmen der Eigenverantwortung des jeweiligen Futtermittel- bzw. Lebensmittelunternehmers möglich.

Dabei sind folgende Parameter von Interesse:

Schwermetalle (z.B. Arsen, Blei, Cadmium)

Dioxine, PCB

mikrobiologische Beschaffenheit (z.B. E. coli, Salmonellen)

Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH/MOAH) bei begründetem Verdacht

Um weitere Beratungsempfehlungen zu entwickeln, wird derzeit das auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen angelandete Sediment auf die oben genannten Parameter untersucht. Dies erfolgt in Form von „Poolproben“, die an mehreren Stellen entlang der Überschwemmungsgebiete gezogen werden.

Kann ich Grünlandflächen für die Futtermittelgewinnung weiterhin nutzen?

Überschwemmte Grünlandflächen sind von grobem Fremdmaterial zu befreien. Wenn immer möglich, sollte der Aufwuchs gemulcht bzw. eingearbeitet werden. Höherer Aufwuchs sollte grundsätzlich abgefahren werden.
Bei Bereichen, die augenscheinlich erkennbar stark belastet sind (z. B. deutlich verölte Bereiche) bzw. bei denen eine erhebliche Belastung dringend zu vermuten ist (z. B. unterhalb durchströmter großer Industrieanlagen), ist der Aufwuchs zu entfernen und zu entsorgen.
Der neue Aufwuchs kann wieder zur Futtermittelgewinnung genutzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass möglichst keine Anteile von Erde in das Futter geraten. Hier ist ein entsprechendes Weide- und Erntemanagement zu berücksichtigen (höhere Schnitthöhe, Ernte- Bergetechnik möglichst ohne Aufwirbeln des Bodens).

Mögliche Alternativen

In der „Futterbörse“ beim BWV sind derzeit noch viele Angebote aus nah und fern, mit denen Sie das fehlende Futter ausgleichen können. Wenden Sie sich an Ihren Kreisgeschäftsführer oder die BWV- Hotline: 0261/9885-1234

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Futterproben mit DLR abstimmen

Hinsichtlich des Futterbaus sollen die betroffenen Betriebsleiter Unterstützung seitens der DLR und der LUFA Speyer erhalten. Nehmen Sie als betroffener Betriebsleiter vor der Probenziehung und vor Abgabe eines Untersuchungsauftrags mit ihrem zuständigen DLR Kontakt auf.

QS-Labore untersuchen z.T. kostenfrei

Hier ist zu ergänzen, dass auf der Seite der QS GmBH Labore gelistet sind, die einige Untersuchungen kostenlos anbieten: Kostenfreie Untersuchung auf mögliche Kontaminationsquellen

Tiergesundheit

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Was ist vor einem Austrieb der Tiere auf Grünlandflächen zu beachten?

Jede Grünlandfläche muss vor der Nutzung durch Tiere analog zu der Frage „Nutzung von Grünflächen zur Futtermittelgewinnung“ behandelt werden.
Eine bodennahe Beweidung sollte vermieden werden, um die Aufnahme von Sediment zu verhindern.

Hühnermobil

Hühner sollten aufgrund ihres Futteraufnahmeverhaltens, insbesondere bei der Nutzung von mobilen Hühnerställen, bis auf weiteres nicht auf überschwemmten Grünlandflächen gehalten werden. Für eine Nutzung sollte hinreichend sichergestellt werden, dass keine Kontamination vorliegt.

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Kann ich die Aufwüchse meiner Ackerflächen nach einer Überflutung noch als Futtermittel nutzen?

Im Regelfall wird eine Ernte überfluteter Flächen nicht mehr sinnvoll möglich sein. Falls im Einzelfall eine Ernte und Vermarktung noch in Betracht gezogen werden kann, ist auf jeden Fall das Futtermittel erzeugende Unternehmen für die Futtermittelsicherheit verantwortlich.

Kann ich mein Getreide nach einer Überschwemmung noch ernten und als Futtermittel nutzen?

Im Regelfall wird eine Ernte überfluteter Flächen nicht mehr sinnvoll möglich sein. Die Beurteilung der konkreten Situation hängt von der Getreideart, der Höhe, der Schmutzbelastung und der Strömung des Hochwassers ab. Generell wird von der Nutzung von erntereifem Getreide abgeraten, wenn im Endprodukt mit Verschmutzung, Auswuchs und Verpilzung zu rechnen ist.
Bei Flächen, auf denen die Ähre keinen Kontakt mit schlammigem Wasser hatte, ist eine Ernte denkbar.

Bei der Ernte ist auf einen Hochschnitt zu achten, so dass das sedimentbehaftete Stroh nicht in die Erntemaschine gelangt. Getreide aus Überschwemmungsgebieten, das geerntet wird, sollte von Erntegut von nicht betroffenen Flächen getrennt gelagert werden. Vor dem Verkauf wird empfohlen eine Analyse durchzuführen.
In jedem Fall ist eine intensive Reinigung und zuverlässige Konservierung dringend zu empfehlen. Erntereste sind auf den Anbauflächen einzuarbeiten. Von einer Strohnutzung ist abzuraten.

Kann ich meinen Silomais nach einer Überschwemmung noch ernten und als Futtermittel nutzen?

Anhaftende Verschmutzungen bei Silomais sind gegebenenfalls durch zu erwartende Niederschläge bis zur Ernte weitestgehend abgewaschen. Der Mais kann dann normal genutzt werden. Sollten bei der Ernte noch Verschmutzungen anhaften, muss sichergestellt werden (z.B. durch einen Hochschnitt bei der Ernte), dass eine Einlagerung von verschmutztem Mais vermieden wird.

Wie verfahre ich mit Aufwüchsen meiner Ackerflächen, die aufgrund der Überschwemmung nicht mehr als Futtermittel verwendet werden können?

In den Fällen von verschmutzten und unbrauchbaren Futterpflanzen ist ein Häckseln oder Mulchen und die anschließende Einarbeitung auf der Ackerfläche eine Möglichkeit. Die Hinweise zur Futtermittelgewinnung auf Grünlandflächen sind zu beachten.

Können Futtervorräte nach einer Überflutung noch verwendet werden?

Gelagerte Futtermittel, die mit Schmutzwasser in Kontakt gekommen sind, sind für Futterzwecke grundsätzlich unbrauchbar.

Getreide-, Stroh- und Heuvorräte wirken hygroskopisch und neigen wegen der aufgenommenen Feuchte zur Schimmelbildung und zur Selbsterwärmung. Der Einsatz einer Temperaturmesssonde ist dringend anzuraten. Feucht gewordenes Material ist nicht mehr als Futtermittel oder Einstreu zu verwenden.

Welches Tränkewasser kann für die Versorgung von Tieren genutzt werden?

Die Versorgung und die Qualität des Tränkewassers sind unbedingt zu überprüfen. Eine Nutzung von Oberflächenwasser (Bäche, Flüsse, Seen, etc.) ist aufgrund des aktuellen Kontaminationsrisikos nicht sinnvoll. Ggf. sollte Rücksprache mit der unteren Wasserbehörde gehalten werden. Das Wasser von hofeigenen Brunnen sollte in jedem Fall analysiert werden. Untersuchungen des Wassers können z.B. durch die LUFA in Speyer durchgeführt werden.
Hinweise zur Tränkwasserqualität unter: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtshaft (BMEL (Hrsg.): Hygienische Qualität von Tränkwasser, im Internet unter bmel.de (Zugriff 30.07.2021)

Als Ansprechpartner bei Rückfragen stehen die Dienstleistungszentren Ländlicher Raum (DLR) und Kreisverwaltungen zur Verfügung.

(Quelle: DLR Rheinland-Pfalz)

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Wie sichere ich die Gesundheit meiner Nutztiere?

Auf der Homepage der DLR werden auch Fragen zur Sicherung der Tiergesundheit beantwortet.

Ist eine Impfung meiner Wiederkäuer gegen die Blauzungenkrankheit aktuell sinnvoll?

Hier weißt das DLR daraufhin, dass in den Sommermonaten temperaturbedingt die Hochsaison der Gnitzen ist, so dass eine Schutzimpfung der empfänglichen Tiere in jedem Fall angeraten ist. Hinzu komme, laut DLR, dass in den Überschwemmungsgebieten vermutlich mit einem erhöhten Aufkommen der Gnitzen zu rechnen sei, da Gnitzen üblicherweise in der Nähe von stehenden und fließenden Gewässern zu finden sind und ihre Eier artspezifisch teils an Land, am Ufer oder im Wasser ablegen. Außerdem muss in den von den Überschwemmungen betroffenen Regionen mit einem Vorkommen des Virus auf Grund bekannter Fälle gerechnet werden.

Die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit wird vom Land und von der Tierseuchenkasse bezuschusst, nähere Informationen sind in der Beihilfenübersicht der Tierseuchenkasse unter folgendem Link zu finden: https://www.tierseuchenkasse-rlp.de .

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Muss ich auf Grund meiner überfluteten Weideflächen aktuell meine Nutztiere entwurmen?

Die Agrarverwaltung sieht gier derzeit keinen erhöhten Handlungsbedarf bei der Entwurmung der Weidetiere. Grundsätzlich sei es natürlich sinnvoll, Nutztiere regelmäßig zu entwurmen.

Es wird aber empfohlen mit dem Hoftierarzt ein auf den Betrieb abgestimmtes Weideparasiten-Management durchzuführen. Das Thünen- Institut hat für Wiederkäuer in einer Broschüre Entscheidungshilfen veröffentlicht, die hier hilfreich sein können.

Außerdem ist die Internetseite https://www.weide-parasiten.de/ zu empfehlen, die Informationen rund um die Kontrolle von Endoparasiten der Wiederkäuer mit Weidegang bereithält.

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Ist eine Impfung meiner Pferde gegen West-Nil-Fieber aktuell sinnvoll?

Auf der Homepage der DLR wird darauf verwiesen, dass das West-Nil-Virus durch verschiedene Stechmücken übertragen wird. Als Hauptüberträger gilt die deutschlandweit verbreitete Culex-Mücke. Da die Eiablage der Culex-Mücken in kleineren wie größeren stehenden Wasseransammlungen z.B. wassergefüllte Wagenspuren, Regentonnen und Pfützen stattfindet, ist vermutlich auch bei den Culex-Mücken von einem erhöhten Vorkommen in den Überschwemmungsgebieten auszugehen.

Bisher gibt es allerdings keine Nachweise von West-Nil-Virus in Rheinland-Pfalz - weder bei Vögeln, Pferden noch bei Menschen, informiert das DLR weiter.

Dennoch hält die Agrarverwaltung eine vorbeugende Impfung von Pferden für sinnvoll, da die Erkrankung schwerwiegende Verläufe nehmen kann. Eine Infektion findet über Blut statt, also wenn eine infizierte Mücke ein Tier oder einen Menschen sticht. Für Vögel und Menschen gibt es derzeit keinen geeigneten Impfstoff.

Die Tierseuchenkasse bezuschusst die Impfung von Pferden gegen West-Nil-Fieber, nähere Informationen sind in der Beihilfenübersicht der Tierseuchenkasse unter folgendem Link zu finden: https://www.tierseuchenkasse-rlp.de .

Das West-Nil-Fieber kommt in zahlreichen Regionen der Welt vor. Seit einigen Jahren auch verstärkt in Deutschland, vor allem in den östlichen Teilen mit Ausbreitungstendenz nach Westen. In den meisten Fällen sind Vögel betroffen, häufiger auch Pferde und in wenigen Fällen Menschen.

Milchabholung

Meine Milch konnte von der Molkerei nicht abgeholt werden, erhalte ich trotzdem Milchgeld?

Die Milchabholung war in den ersten Tagen wegen zerstörter Straßen und Brücken in einigen Fällen nicht möglich. Infolge dessen stellt sich die Frage, ob diese Milch, die weggeschüttet werden musste und nicht abgeholt wurde, trotzdem bezahlt wird?

Sowohl die Molkerei Arla als auch die Molkerei Hochwald haben zwischenzeitlich beschlossen und zugesagt, in den Fällen, in denen die Milch nicht abgeholt werden konnte, den entstandenen Schaden zu ersetzen, was letztlich bedeutet, dass Milchgeld auch für die Milch gezahlt wird, die wegen der Flutkatastrophe „stehen geblieben“ ist. Details erfahren die betroffenen Erzeuger bei der jeweiligen Molkerei.