Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

09.05.2022 - Tierschutzgerechte Wiesenmahd

Landwirte und Jäger werben für effektive Kitzrettung. Sie präsentierten während einer Pressekonferenz vor Medienvertretern verschiedene praktikable Schutzmaßnahmen. Links BWV-Präsident Michael Horper, 4.v.l. BWV-Kreisvorsitzender Matthias Müller, daneben Betriebsleiter Stephan Weyel und Alicia Weyel sowie Wildmeister Christoph Hildebrandt. Rechts Jagdpächter Klaus Aller.

Landwirte und Jäger arbeiten für den Tierschutz Hand in Hand

Stockhausen-Illfurth. Die Wiesen werden zurzeit gemäht. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) und der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) informierten auf einer gemeinsamen Pressekonferenz auf dem Waldhof der Familie Weyel in Stockhausen-Illfurth im Westerwald, wie Jungwildtiere während einer Wiesenmahd geschützt werden können. Der Zeitraum, in dem die Wiesenmahd vollzogen wird, fällt mit den Brut- und Setzzeiten der Rehe zusammen. Damit Rehkitze nicht unter die Messer der Kreiselmäher geraten, arbeiten Jäger und Landwirte Hand in Hand.

„Der Schutz der Wildtiere liegt im Interesse der Jäger und Landwirte. Umso mehr freut es mich, dass beide Gruppen eng miteinander arbeiten, um die Tiere bestmöglich zu schützen. Kommunikation ist alles,“ betonte Michael Horper, Präsident des BWV. Der Leiter der Landesjagdschule, Wildmeister Christoph Hildebrandt ergänzte, dass der Landesjagdverband zu gemeinsamen Rettungsaktionen aufrufe und das konstruktive Miteinander sehr begrüße.

Während der Pressekonferenz führten die Mitglieder beider Verbände verschiedene Hilfsmöglichkeiten vor. Das gemeinsame Absuchen der Flächen vor einer Mahd wurde präsentiert. Aber auch optische und akustische Hilfsmittel, die an den Traktoren angebracht werden, können zum Kitzschutz beitragen. Sehr effektive Hilfsmöglichkeiten erlaubt die weiterentwickelte Drohnentechnik mit Infrarotsensoren.

BWV-Kreisvorsitzender Matthias Müller machte darauf aufmerksam, dass viele Privatpersonen Drohnentechnik besäßen und die Dienstleistung mittlerweile auch gemietet werden könne. Es freue ihn sehr, dass viele Bürger bereit seien, sich vor einer Mahd an der Suche nach Rehkitzen zu beteiligen.

„Seitdem wir eng mit der Jägerschaft zusammenarbeiten, haben wir kaum tote Rehkitze zu beklagen,“ stellte Betriebsleiter Stephan Weyel fest. Neben den Jägern trügen tatsächlich die Helfer aus Bevölkerung maßgeblich zu diesem Erfolg bei.

Beide Verbände verweisen ihre Mitglieder auf die vom LJV veröffentlichte Handlungsempfehlung zur Jungwildrettung. Sie kann unter der Telefonnummer 06727-89440, per E-Mail: Info@LJV-RLP.de angefordert oder hier heruntergeladen werden

Handlungsempfehlung - Download