Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

28.12.2021 - Handlungsbedarf für Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958

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Alte Führerscheine umtauschen – Klasse T nicht vergessen

Koblenz. Die Führerscheine sollen in Zukunft EU-weit nach einem einheitlichen Muster gestaltet werden. Daher ist es auch in Deutschland erforderlich, dass diejenigen Personen, deren Führerscheine vor dem 18.01.2013 ausgegeben worden sind, diese innerhalb der nächsten Jahre in das EU-weit gültige Format umtauschen müssen. Betroffen sind neben den bekannten grauen und rosafarbenen Papierführerscheinen auch Scheckkartenführerscheine, die zwischen dem 01.01.1999 und dem 19.01.2013 ausgestellt worden sind.

Um den zeitlichen und personellen Aufwand bei den Verwaltungsbehörden, der durch den notwendigen Umtausch vieler Millionen Führerscheine entsteht, zu steuern, gibt es eine Staffelung, in welcher Reihenfolge der Umtausch erfolgen soll. Aktuell sind diejenigen Fahrerlaubnisinhaber der Geburtsjahre 1953 – 1958 besonders aufgerufen, ihren Führerschein bis zum 19. Januar 2022 umzutauschen, wenn der alte Führerschein bis zum 31. Dezember 1998 ausgestellt worden ist. Das dürfte bei den meisten Führerscheininhabern der genannten Jahrgänge der Fall sein. Diese Frist im Januar 2022 wird auch nicht auf Grund der derzeitigen Corona-Pandemie verlängert, auch wenn wohl von der Verhängung von Bußgeldern derzeit noch einige Monate abgesehen werden soll. Zuständig für den Umtausch sind die Führerscheinbehörden der Kreisverwaltungen oder kreisfreien Städte. Vor allem Führerscheininhaber, deren Fahrerlaubnis vor dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurde, müssen bis 2025 den Umtausch vornehmen. Insgesamt soll der Umtausch bis zum Jahr 2033 abgeschlossen sein.

Was die konkreten Fristen für die Umstellung des Führerscheins angeht, so sind diese auf der Homepage des Bundesverkehrsministeriums unter https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/pflichtumtausch-von-fuehrerscheinen.html ersichtlich. Wird eine Umtauschfrist verpasst, wird der Führerschein ungültig und es drohen Bußgelder.

Ein besonderes Augenmerk muss auf die Beibehaltung der landwirtschaftlichen Führerscheinklassen T und L gelegt werden. Mit der früheren Führerscheinklasse 3, die grundsätzlich der heutigen Klasse L entspricht, durften landwirtschaftliche Schlepper im Straßenverkehr gefahren werden. Die Klasse L erhält jeder Führerscheininhaber der alten Klasse 3 automatisch, darf damit aber nur Schlepper bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h bzw. mit Anhänger bis 25 km/h fahren. Dies reicht heute bei den modernen Schleppern sowohl in der Landwirtschaft als auch im Weinbau jedoch nicht mehr aus, da häufig schneller fahrende Schlepper mit Anhängern eingesetzt werden. Abhilfe schafft daher der höherwertige Führerschein der Klasse T, der für Personen, die in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind, zusätzlich und ohne weitere Prüfung ausgestellt werden kann, sofern dafür eine entsprechende – formlose – Bestätigung eines landwirtschaftlichen Unternehmens, Arbeitgebers oder ähnlichem beigebracht wird. Besonders Personen, die nur gelegentlich in der Landwirtschaft aushelfen – z.B. weichende Geschwister – sollten daher beim Umtausch der Fahrerlaubnis darauf achten, dass die Klasse T mit beantragt und auch erteilt wird. Unklar ist derzeit noch, ob die Klasse T auch nachträglich eingetragen werden kann, daher sollte sicherheitshalber diese zusätzliche Klasse bereits beim Antrag auf Umschreibung mit beantragt werden. Erfahrungsgemäß lehnen viele Behörden die nachträgliche Eintragung der Klasse T ohne zusätzliche Prüfung ab.

Eine weitere Besonderheit für die Inhaber der alten Klasse 3 – Inhaber gibt es auch bei der Zuteilung der Klasse CE79, die es erlaubt, dreiachsige Zugkombinationen mit einer Gesamtmasse bis zu 18,5 Tonnen zu fahren. Voraussetzung ist jedoch ab dem 50. Lebensjahr eine regelmäßige ärztliche und augenärztliche Prüfung, die alle 5 Jahre erneuert werden muss.

Für den Umtausch, der ca. 30 € kostet, ist ein aktuelles biometrisches Passbild erforderlich, wie es von Personalausweisen oder Reisepässen bereits seit längerer Zeit bekannt ist. Die Geltungsdauer der Fahrerlaubnis beträgt 15 Jahre. Danach muss eine neue Fahrerlaubnis ausgestellt werden, in der dann vor allem aktuelle Daten und ein aktuelles Bild enthalten sind.

Einzelfragen zur Umschreibung und den notwendigen Formaltäten sind mit den örtlichen Führerscheinbehörden zu klären.