Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

24.11.2021 - Naturschutz: Moselprojekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt“

Die Teilnehmer am Moselprojekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt“ wurden von den Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper (links), des Weinbauverbandes Mosel, Walter Clüsserath (rechts) und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Wolfgang Treis (2. v. links), ausgezeichnet. In der Mitte mit Steppjacke: Die Leiterin des Moselprojektes Anneliese Buchsbaum-Sehn.

Urkunden an teilnehmende Winzerfamilien und Vereine ausgehändigt

Koblenz. Mit großem Engagement haben sich rund 40 Steillagenwinzerinnen und -winzer über fünf Jahre am Projekt „Steillagenweinbau schafft Vielfalt – das Moselprojekt“, dem Artenvielfaltsprojekt des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), beteiligt. Sie und weitere Akteure, wie beispielsweise Vereinsvorstände, wurden jetzt mit einer Teilnahmeurkunde im Rahmen eines kleinen Festakts in Koblenz ausgezeichnet. Wolfgang Treis, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord), sprach ihnen seine Anerkennung aus. „Die SGD Nord hat als Obere Naturschutzbehörde an der begleitenden Arbeitsgruppe für das Moselprojekt teilgenommen und konnte vor allem die langjährigen Erfahrungen zu Artenschutzmaßnahmen, zur Offenhaltung der Flächen im Steillagenweinbau und zur ökologischen Vernetzung von Lebensräumen einbringen. Ich danke dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau für die Initiative sowie allen Beteiligten, insbesondere den Winzerinnen und Winzern, ihren wertvollen Beitrag zur Förderung der Biodiversität im Steillagenweinbau“, so Treis.

Auch der Präsident des BWV Rheinland-Nassau, Michael Horper, und der Präsident des Weinbauverbands Mosel, Walter Clüsserath, zollten den Teilnehmern ihren Respekt und großen Dank. Sich auf das Experiment einer dauerhaften Rebgassenbegrünung aus einheimischen Blühpflanzen in den Weinbergen einzulassen und durch viele Kleinmaßnahmen den Lebensraum Steillagenweinbau zu optimieren, spreche für rücksichtsvolle Bewirtschaftung und aktives Handeln für die Natur. Umso beachtlicher sei, dass in Grenzertragsstandorten Projektmaßnahmen umgesetzt worden seien, die zusätzlich zu den ohnehin erschwerten Bedingungen eine weitere Anpassung der Bewirtschaftungsart verlangten. Die Steillagenweinberge erforderten hohen Arbeitseinsatz und seien deshalb deutlich aufwändiger zu bewirtschaften als Flachlagen, was an der Mosel vielerorts zu einem Rückgang der Bewirtschaftung und damit zu einem Brachenproblem führe, so Horper. „Das gefährdet die Attraktivität unserer Weinkulturlandschaft und auch die Artenvielfalt, denn ihre besondere Flora und Fauna ist auf trockenheiße offene Flächen spezialisiert“.

Insbesondere örtliche Vereine, aber auch engagierte Winzerinnen und Winzer haben deshalb im Rahmen des Projekts Rebbrachen von Gebüsch befreit und danach regelmäßig weiter gepflegt. Die Monitoringergebnisse auf den gepflegten Flächen bestätigen eine deutliche Zunahme der untersuchten Tierarten. Dies und auch die Zunahme der Artenvielfalt in den mit einer blühenden Dauerbegrünung angesäten Weinbergen sprechen für den Erfolg der Projektmaßnahmen.

Die Bewirtschaftung der Steillagenrebflächen an sich stehe schon für Naturschutz durch Nutzung, so Weinbaupräsident Clüsserath. Die zusätzliche Leistung, die die am Projekt teilnehmenden Betriebe erbracht hätten, sei es wert, ausgezeichnet zu werden. Ohne die Winzerbetriebe und ihren hohen Arbeitseinsatz wären sowohl die Artenvielfalt als auch die Attraktivität der Weinkulturlandschaft gefährdet. Die Gesellschaft müsse sich dafür einsetzen, die Landschaft zu erhalten, damit sie dem Tourismus und der Biodiversität zu Gute komme. Die Winzerinnen und Winzer gingen hier beispielhaft voran.

Das Projekt wurde im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank und Eigenmitteln des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau finanziert.