Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

06.07.2021 - Präsident Horper zum Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft

Präsident Michael Horper

Gemeinsam die Zukunft gestalten

Berlin/Koblenz. Den Abschlussbericht der „Zukunftskommission Landwirtschaft“, der heute an Bundeskanzlerin Angela Merkel übergeben wurde, bewertet Präsident Michael Horper vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau in Koblenz als große Chance und als wichtiges Zeichen für ein unverzichtbares Miteinander von Ökonomie und Ökologie, von Erzeugern und Verbrauchern sowie von Landwirtschafts- und Umweltverbänden. „Die Zeiten der ideologischen Auseinandersetzungen müssen der Vergangenheit angehören. Gesellschaftliche Wünsche und ökologische Leistungen können nur erbracht werden, wenn diese dauerhaft betriebswirtschaftlich tragfähig sind. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für mehr Nachhaltigkeit in der Zukunft. Landwirte, Verarbeiter, Handel, Verbraucher und Steuerzahler müssen hier gemeinsam an einem Strick ziehen – und zwar in die richtige Richtung.“

Präsident Horper hatte zwar selbst nicht viel von der Zukunftskommission erwartet, begrüßte aber jetzt das klare Bekenntnis zum Landwirtschaftsstandort Deutschland und zu deren Kernaufgabe, die Versorgungs- und Ernährungssicherheit zu gewährleisten. Damit verbunden sei die gemeinsame Gestaltung eines nachhaltigen Transformationsprozesses, wobei ein solcher Wandel auch nichts grundsätzlich Neues sei. Denn Wandel habe es immer gegeben – teils in dramatischem Ausmaß (so haben z.B. in den letzten 30 Jahren mehr als 90 % der Milchviehhalter aufgegeben) und teils mit sehr negativen Auswirkungen für die Betriebe im Einzelnen und den ländlichen Raum im Allgemeinen. Nachhaltigkeit dürfe es nicht nur für die Umwelt und beim Tierschutz geben. Nachhaltigkeit sei auch für die in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen unverzichtbar.

„Wir brauchen und wollen eine wirtschaftlich gesunde Landwirtschaft, die sich dem europäischen, internationalen Wettbewerb insbesondere auf den heimischen Märkten stellen kann, die in Kooperation mit Staat und Gesellschaft Umweltschutzmaßnahmen und Verbesserungen beim Tierwohl umsetzt, die eine moderne und zielorientierte Pflanzenzüchtung betreibt und nicht mit ordnungsrechtlichen Vorgaben gegängelt wird.“

„Wir müssen aktiv und offensiv nach vorne gehen und bauen dabei auf die im Rahmen der Zukunftskommission Landwirtschaft von allen Beteiligten gegebenen Zusagen. Ich hoffe sehr, dass die „ideologischen Verbotspolitiker“ nicht in ihre altbekannten Lagerkämpfe zurückfallen. Dies wäre ein Rückschritt und für die Bauern, die sich in den letzten eineinhalb Jahren für mehr Wertschöpfung, Wertschätzung sowie gesellschaftliche Anerkennung eingesetzt und demonstriert haben ein nachhaltiger Schlag ins Gesicht.“

Abschließend forderte Präsident Horper alle Beteiligten auf, die Chancen des Wandels für alle zu eröffnen und insbesondere für die bäuerlichen Familienbetriebe erfolgreich zu nutzen.

Hier geht es zum Abschlussbericht der Zukunftskommission