Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

01.07.2021 - Deutscher Bauerntag 2021

Bundeskanzlerin Angela Merkel schätzt die Landwirte als Rückgrat der Gesellschaft. Wirtschaftliche Einschränkungen durch gesellschaftlich geforderte Auflagen müssten vollständig ausgeglichen werden.

Bundeskanzlerin steht zu wirtschaftlichem Ausgleich

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel redete vor den Delegierten des Deutschen Bauerntages. Sie machte deutlich, dass die Politik Rahmenbedingungen zu setzen habe, die die gesellschaftlichen Erwartungen erfüllten. Bereits heute gebe es in Deutschland die höchsten Tierwohlstandards. Dennoch müsse sich die konventionelle und ökologische Landwirtschaft rechnen. Es stehe für sie daher außer Zweifel, dass Einschränkungen und Bewirtschaftungsauflagen ausgeglichen werden müssten. Bei der Umsetzung gesellschaftlicher Anforderungen müsse die Gesellschaft auch dafür einstehen.

„Wir dürfen nicht so weitermachen wie bisher. Dies trifft alle Bereiche unseres Landes, auch die Landwirtschaft. Die Zukunftskommission Landwirtschaft hat sich intensiv mit dem Umwelt-, Klima- und Tierschutz auseinandergesetzt. Hier wird an der Zukunft der deutschen Landwirtschaft gearbeitet. Der Abschlussbericht der Kommission wird die Grundlage des weiteren politischen Handelns sein,“ erklärte die Kanzlerin. Der technische Fortschritt im Bereich der Landwirtschaft müsse anerkannt werden. Schließlich binde sie Kohlendioxid, die Technik im Bereich Düngung und Pflanzenschutz sei sehr präzise und auch die Tierzucht befände sich auf höchstem Niveau. Die Tierhaltung sei wichtig für die gesellschaftliche Akzeptanz der Landwirtschaft. Die landwirtschaftlichen Betriebe benötigten aber rechtssichere und vermittelbare Lösungen für die Umsetzung der Tierwohlleistungen. Auch der Insektenschutz habe Anpassungen zur Folge, die teilweise erhebliche Einschnitte für die Betriebe bedeuten würden. Umso wichtiger seien Fördermaßnahmen, um Einschnitte auszugleichen. Unter anderem würden über die Gemeinschaftsaufgabe für Agrarstruktur und Küstenschutz nun zusätzlich jährlich 65 Mio. Euro Bundesmittel für die Betriebe gewährt. Dabei müsse der kooperative Ansatz bevorzugt werden. Bezüglich der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) erklärte Merkel, dass der Rahmen für die nächsten sieben Jahre für die Landwirtschaft vertretbar sei. Die GAP sei ziel- und ergebnisorientiert. Sie stärke auch künftig kleine und mittlere Betriebe. Es sei ihr wichtig gewesen, die Finanzmittel zu sichern, sodass die kommenden Jahre mit einem nahezu gleichen Budget ausgestattet seien. Gerade die jungen Menschen benötigten Planungs- und Finanzsicherheit. Dies sei mit der künftigen Agrarpolitik garantiert.

Die Bundeskanzlerin hob hervor an, dass der landwirtschaftliche Beruf ein fordernder und harter Beruf sei, der aber auch vielseitig und erfüllend sei. Sie forderte den Berufsstand auf, den Dialog mit der Gesellschaft auch künftig im Blick zu behalten. „Entlassen Sie die Politik nicht aus ihrer Verantwortung, damit Sie auch in Zukunft erfolgreich wirtschaften können“, beendete Bundeskanzlerin Merkel ihre Rede.