Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

29.04.2021 - Tag des Wolfes

Präsident Michael Horper

Horper: „Es reicht: Die Nutztiere müssen endlich wirksam vor dem Wolf geschützt werden“

Koblenz. Anlässlich des vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ausgerufenen Tag des Wolfes äußert sich der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, sehr kritisch: „Der Wolf passt nicht uneingeschränkt in unsere Kulturlandschaft. Die Willkommenskultur verschiedener Naturschutzorganisationen vermittelt ein völlig falsches Bild. Es ist unserer Gesellschaft unwürdig, dass der Wunsch nach urwüchsiger Natur und somit nach Wölfen und Bären mit der Existenzangst von Menschen erkauft wird. Es ist an der Zeit, endlich für eine maßvolle Regulierung des Wolfsbestands zu sorgen. Vor allem müssen alle Möglichkeiten genutzt werden, Wölfe, die auffällig sind oder ernste Schäden verursachen, zu entnehmen. Wenn schon den Wolfsbefürwortern das Leid der Schafe und Rinder egal sind, so sollten es die Sorgen der Bauernfamilien nicht sein.“

Horper macht deutlich, dass ca. 160.000 Hektar Weiden und Mähweiden in Rheinland-Pfalz nur dauerhaft Bestand haben könnten, wenn das Weidevieh geschützt werde. Es gehe dabei selbstverständlich um die Existenz der viehhaltenden landwirtschaftlichen Betriebe, aber auch um die liebenswerte Kulturlandschaft unserer Mittelgebirgslagen in Rheinland-Pfalz: „Über Insektenschutz wird vielfältig diskutiert und Maßnahmen zum Schutz der Insekten werden getroffen. Dabei wird offensichtlich vergessen, dass die Beweidung des Grünlandes und somit die Offenhaltung der Flächen ein wesentlicher Bestandteil des Insektenschutzes sind. Wenn die Beweidung vieler Flächen nach und nach eingestellt wird, hat das direkte Auswirkung auf die Vielfalt der Arten in Flora und Fauna. Das muss der Gesellschaft und auch dem Nabu klar sein. Zäune halten Wölfe nicht ab und verschreckte Herdentiere können sogar gefährlich werden. Innerhalb eines Jahres haben sich die Wolfsrudel um 22 Prozent auf über 125 in Deutschland erhöht. Unter diesen Voraussetzungen verlieren die schaf- und rinderhaltenden Bauern die Motivation an ihrer Arbeit. Jetzt wird es Zeit, endlich eine Regulierung des Wolfes einzuführen.“