Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

06.01.2021 - Pflanzenschutz im Zuckerrübenanbau

BVL genehmigt Antrag auf Notfallzulassung für gebeiztes Saatgut

Koblenz. Die Zuckerrüben anbauenden landwirtschaftlichen Betriebe in Rheinland-Pfalz haben große Probleme mit Viruskrankheiten, die aufgrund fehlender Pflanzenschutzmittel nicht mehr angemessen bekämpft werden können. Der Rheinische Rübenbauer-Verband, der Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer und das DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück haben daher über das Landwirtschaftsministerium in Mainz eine Notfallzulassung beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) beantragt. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau hat diesen Antrag aktiv unterstützt und um zeitnahe Umsetzung gebeten.

Am 18. Dezember hat nun das BVL die Anträge positiv beschieden und eine Notfallzulassung zur begrenzten Saatgutbehandlung und anschließenden Aussaat von Zuckerrübensaatgut mit dem Wirkstoff Thiamethoxam vom 01.01. - 30.04.2021 erteilt. Mit der Genehmigung kann nun entsprechend behandeltes Saatgut auf rd. 12.500 ha in den besonders stark vom Vergilbungsvirus befallenen Gebieten in Rheinhessen (5.000 ha), der Pfalz (6.000 ha) und im Maifeld und in der Grafschaft im Norden des Landes (1.500 ha) eingesetzt werden, um die Zuckerrüben wirkungsvoll vor dem durch Blattläuse verursachten Befall mit Viren zu schützen und damit Flächenbehandlungen deutlich zu reduzieren. Laut Mitteilung des Landwirtschaftsministeriums werden jetzt alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass behandeltes Saatgut dort eingesetzt wird, wo dies zur Abwehr großer Schäden im Rübenanbau notwendig ist. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Rheinland-Pfalz wird eine entsprechende Allgemeinverfügung nach § 6 und § 8 des Pflanzenschutzgesetzes erlassen.

Die Aussaat von mit Thiamethoxam gebeiztem Saatgut ist mit strengen Auflagen - insbesondere zum Insektenschutz - verbunden. Über Detailregelungen wird der amtliche Pflanzenschutzdienst nach Inkrafttreten der Allgemeinverfügung informieren.