Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

05.11.2020 - Corona und Jagd

Bewegungsjagden unter Einhaltung des Hygienekonzeptes Jagd sind jetzt erlaubt

Koblenz. Die herbstlichen Bewegungs- bzw. Gesellschaftsjagden sind bekanntlich ein Schlüssel zur Dezimierung der Wildbestände, insbesondere bei Schwarzwild. Die Wildschadenssituation, der Jagdschutz und auch die Seuchenprophylaxe sind aus Sicht des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) zwingende Gründe, diese Gesellschaftsjagden unbürokratisch zu ermöglichen. Umso verwunderlicher war es, dass es der Landeregierung nicht gelang, rechtzeitig vor dem Inkrafttreten des „Lock down light“ und der seit 2. November 2020 geltenden neuen Corona-Regelungen, hierfür eine unbürokratische und landesweit einheitliche Regelung zu finden.

Das Jagdreferat von Landesforsten Rheinland-Pfalz teilte dem Verband zunächst auf Nachfrage mit, dass Bewegungsjagden nur aufgrund begründeter Einzelanträge bei der örtlichen Kreisverwaltung als Ausnahme von den strengen Regeln der 12. Corona-Bekämpfungsverordnung möglich seien. Man bemühe sich in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium um eine allgemeine Regelung.

Während in nahezu allen anderen Bundeländern landesweite Regelungen – teilweise sogar bereits vor dem 2.11. – veröffentlicht worden waren, soll in Rheinland-Pfalz also die Gesundheitsbehörde vor Ort im Einzelfall entscheiden. Dabei ist bekannt, dass gerade Anfang November viele Gesellschaftsjagden bereits terminiert und geplant sind. Es ist weder bürgernah, noch der Sache dienlich, auf die ohnehin überlasteten Behörden vor Ort zu verweisen. Der BWV und die Interessengemeinschaft Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (IGJG) haben sich daraufhin bei der Staatskanzlei und den Abgeordneten dafür eingesetzt, dass kurzfristig eine allgemeine Regelung für die Gesellschaftsjagden gefunden werden muss - mit Erfolg! Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat nun eingelenkt und klargestellt, dass Bewegungsjagden unter Berücksichtigung von Auflagen möglich seien. Auf der Homepage der Landesregierung wurde im Bereich Fragen und Antworten (FAQ) zu Corona folgendes mitgeteilt:

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• Die Einzeljagd und Gesellschaftsjagden (Jagden mit mehr als drei

Jagdausübenden) sind weiterhin erlaubt.

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• Für Gesellschaftsjagden gelten keine Personenobergrenzen.

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• Die Jagdleitung hat jedoch sicherzustellen, dass Maßnahmen zur

Einhaltung des Abstandsgebotes ergriffen werden.

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o Empfohlen werden Abstandsmarkierungen, die einen Mindestabstand von 1,5 Metern sicherstellen.

o Die Einhaltung der „AHA-Regeln“ (Abstand einhalten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen) ist Voraussetzung zur Teilnahme an der Jagd.

o Ohne Mindestabstand dürfen nur kleine Gruppen von maximal 10 Personen aus zwei Haushalten zusammentreffen.

o Weitergehende Hygienemaßnahmen, wie beispielsweise der Verzicht auf persönliche Nahkontakte (z.B. Händeschütteln und Husten sowie Niesen in die Armbeuge) sind obligatorisch.

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• Unmittelbar durch die Teilnahme an Gesellschaftsjagden oder auch

zum Zwecke der Einzeljagd verursachte Übernachtungen gelten

nicht als touristischer Reiseverkehr und sind unter Beachtung der

allgemeinen Schutzmaßnahmen zulässig. Im Übrigen gilt das

Hygienekonzept für Gesellschaftsjagden.

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Der BWV hat aus der Staatskanzlei vom Corona-Kommunikationsstab außerdem das Hygienekonzept erhalten, welches bei der Durchführung von Gesellschaftsjagden anzuwenden ist. Dieses kann zudem hier auf der BWV-Homepage abgerufen werden. Es müssen also keine Einzelanträge bei den Ordnungsämtern mehr gestellt werden.