Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

12.10.2020 - Wolfsmanagementplan Rheinland-Pfalz

BWV fordert vom Naturschutz Unterstützung beim Aufbau und Pflege von Zäunen

Koblenz. Am vergangenen Dienstag fand der 10. Runde Tisch Großkarnivoren auf Einladung von Umweltstaatssekretär Dr. Griese statt. Rund 30 Vertreter von Verwaltung und Verbänden tauschten sich dabei über die Weiterentwicklung des derzeitigen Wolfsmangementplans in Rheinland-Pfalz aus. Der Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Manfred Zelder, nahm an der Konferenz teil. Die Tierhalter befürchten nachhaltige Tierverluste und Schäden durch die Zunahme von Wölfen in Rheinland-Pfalz. Ausdrücklich begrüßte Zelder daher die Zusage der Landesregierung, das derzeitige Präventionsgebiet in der nördlichen Eifel ab dem 1. November 2020 auf den gesamten Bereich der Westeifel (bis zur Mosel) auszuweiten. Über eine weitere Ausweitung, möglicherweise auf ganz Rheinland-Pfalz, soll kurzfristig noch einmal beraten werden.

Die Ausweitung eines Präventionsgebietes ermöglicht es den Tierhalten, Zuschüsse für die Anschaffung wolfssicherer Zäune zu erhalten. Zelder machte jedoch deutlich, dass es mit den Zuschüssen zu den Sachkosten nicht getan sei, vielmehr sei es erforderlich, auch die notwendigen Aufwendungen für den Zaunbau selbst und die Kontrolle sowie die Unterhaltung mit in die Entschädigungsregelung einzubeziehen. In diesem Zusammenhang forderte er auch die Naturschutzverbände zur Kooperation auf regionaler Ebene auf. Diese sollten sich an den Aufwendungen der Landwirte insbesondere zur Kontrolle und zur Pflege der aufgestellten Zäune beteiligen und entsprechende Arbeiten leisten. Es könne nicht sein, dass der Landwirt hier für die Gesellschaft seine private Zeit aufwende, ohne dafür angemessen entschädigt zu werden. Daher sei es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, auch des Naturschutzes, sich ebenfalls zeitlich und persönlich vor Ort zu engagieren, anstatt diese Aufgabe ausschließlich auf den Rücken der Landwirte abzuladen.