Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

02.10.2019 - Wahlen im Weinbauverband Nahe

Vorstand des Weinbauverbandes Nahe im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

Vordere Reihe (v. l. n. r.): Weinbauvizepräsident Rainer Klöckner, Weinbaupräsident Dr. Thomas Höfer, Weinbauvizepräsident Jakob Schneider, Alexander Wallhäuser, Geschäftsführer Harald Sperling.

Hintere Reihe (v. l. n. r.): Ulrich Lorenz und Präsident Michael Horper. Foto: Norbert Krupp

Dr. Thomas Höfer als Weinbaupräsident von der Nahe wiedergewählt

Bad Kreuznach. Die Delegiertenversammlung des Weinbauverbandes Nahe, die aus den Delegierten der Ortsverbände der weinbautreibenden Gemeinden des Bauern- und Winzerverbandes an Nahe und Glan und dem Weinbauausschusses besteht, hat ihre Verbandsorgane, d.h. den fünfköpfigen Vorstand und den Weinbauausschuss, satzungsgemäß neu gewählt.

Die Wahlen, die im DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach stattfanden, wurden – in Begleitung von Präsident Michael Horper – vom Hauptgeschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Dr. Josef Derstappen unter Mitwirkung des Leiters des DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Michael Lipps und Kreisgeschäftsführer Harald Sperling geleitet.

Weinbaupräsident Dr. Thomas Höfer wurde mit einem starken Ergebnis für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. Zu gleichberechtigten Weinbauvizepräsidenten wurden Rainer Klöckner (Guldental) und Jakob Schneider (Niederhausen) gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Ulrich Lorenz (Bad Kreuznach-Bosenheim) und Alexander Wallhäuser (Mandel). Den aus insgesamt 19 Mitgliedern bestehenden Weinbauausschuss komplettieren neben dem Vorstand weitere 14 gewählte Mitglieder.

Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Delegierten und Mitglieder ihren langjährigen Weinbauvizepräsidenten und stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hans-Willi Knodel, der nicht mehr für die Ämter kandidiert hatte. Das außergewöhnliche Engagement des Windesheimers und seine großen Verdienste für den Berufsstand nahmen die Delegierten- und Mitglieder des Kreisverbandes an Nahe und Glan und des Weinbauverbandes Nahe im weiteren Verlauf ihrer gemeinsamen Versammlung einmütig zum Anlass, Hans-Willi Knodel die Ehrenmitgliedschaft im Bauern- und Winzerverband an Nahe und Glan zu verleihen. Der ebenfalls in seinem Amt bestätigte Kreisvorsitzende Johannes Thilmann und sein neuer Stellvertreter, Weinbaupräsident Dr. Thomas Höfer, gratulierten Hans-Willi Knodel sehr herzlich und dankten auch seiner Ehefrau, Inge Knodel, die ihren Mann bei der Wahrnehmung seiner zahlreichen berufspolitischen Ehrenämter stets unterstützt hat, mit einem Blumenstrauß.

In seinem Bericht bemerkt Weinbaupräsident Dr. Höfer, dass die rund 480 Weinbaubetriebe an der Nahe im Jahr 2018 eine Rebfläche von 4.240 Hektar bewirtschaftet hätten. Davon seien 3.220 Hektar mit weißen Keltertraubensorten (insbes. mit Riesling, Müller-Thurgau, Grauer Burgunder, Weißer Burgunder und Silvaner) und 1.020 Hektar mit roten Keltertraubensorten (insbes. mit Dornfelder und Spätburgunder) bestockt.

„Der Weinjahrgang 2018 wird in Qualität und Quantität als absoluter Ausnahmejahrgang in die Geschichte eingehen“, so Höfer einleitend. 2018 seien die Trauben auch an der Nahe früher reif gewesen als üblich, die Lese habe bereits Ende August begonnen. Nach einem sehr heißen und trockenen Sommer und bei optimalen Herbstbedingungen hätten perfekt ausgereifte und vollständig gesunde Trauben, nicht selten mit Mostgewichten von um die 100° Oechsle geerntet werden können; sie seien die Grundlage für qualitativ herausragende Weine gewesen.

An der Nahe seien insgesamt 393.000 Hektoliter Weinmost mit einem durchschnittlichen Mostgewicht von 90° Oechsle geerntet worden; dies entspreche einem durchschnittlichen Ertrag von 95 Hektoliter pro Hektar. Davon seien 16.000 Hektoliter für Landwein, 189.000 Hektoliter für Qualitätswein und 188.000 Hektoliter für Prädikatswein geeignet. Die Erntemenge des Weißmostes habe bei 295.000 Hektoliter (Ø 94,3 hl/ha) und die des Rotmostes bei 98.000 Hektoliter (Ø 97,1 hl/ha) gelegen. Die Erntemenge habe sich damit um 25 bis 30 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt bewegt, ein guter und lang ersehnter Ausgleich insbesondere auch zu den eher kleineren Erntemengen der Jahrgänge 2016 und 2017.

Höfer: „Getrübt wurde die Stimmung für eine Reihe von Winzern allerdings von den viel zu geringen Fassweinpreisen und der Tatsache, dass aufgrund der Hektarertragsregelung nicht alle Trauben verwertet werden durften.“

Zu den Ernteaussichten 2019 bemerkt Höfer, dass bei den Rekordtemperaturen im Juli in vielen Regionen die Trauben teilweise durch Sonnenbrand und Hitze geschädigt und zudem in einigen Gebieten durch Hagelschläge verletzt worden seien, diese Ereignisse aber glücklicherweise auf die Qualität bisher kaum Auswirkungen hätten. Aktuell entspreche der Entwicklungsstand der Reben ungefähr dem 30-jährigen Mittel.

Nach einer insgesamt problemlos verlaufenden Rebblüte seien die Ertragsaussichten für den Jahrgang gut, sie würden allerdings deutlich unter der überdurchschnittlichen Vorjahresernte liegen. Dank des regenarmen, sonnigen Sommers präsentierten sich die Trauben insgesamt sehr gesund und gut entwickelt. Die Winzer seien derzeit entsprechend optimistisch, was die Qualität des Weinjahrgangs 2019 angehe.

Da das bisherige deutsche Weinbezeichnungsrecht nicht mehr EU-konform sei, arbeiteten die Gremien im Deutsche Weinbauverband derzeit intensiv an der Weiterentwicklung des Bezeichnungsrechts - vom Qualitätsweinsystem hin zu einem qualitätsorientierten Herkunftssystem. Da in der globalen Betrachtung nur das europäische System mit den Kategorien „geschützte geografische Angabe (g.g.A.)“ und „geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)“ einen Schutzstatus genieße, sei im November 2018 die Schutzgemeinschaft Nahe gegründet worden. Mit Installation dieser Schutzgemeinschaft erhalte die Weinbranche mehr Selbstverantwortung und Mitbestimmungsrecht, da sie künftig für die die regionale Ausgestaltung des qualitätsorientierten Herkunftssystems und die Verwaltung des sog. Lastenheftes der Region mit geschützter verantwortlich sei. Hierfür müssten die Organe im Weinbauverband Nahe wichtige Vorarbeit leisten. Als Ausgleich struktureller Nachteile der deutschen Weinwirtschaft, die sich im Vergleich zu den ausländischen Hauptkonkurrenten aus vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen zusammensetze, und im Hinblick auf ein neu zu etablierendes Weinbezeichnungsrecht, das anschließend auch den Verbrauchern nahe gebracht werden müsse, erachte Weinbaupräsident Dr. Höfer das regionale und nationale Gemeinschaftsmarketing für Wein als sehr wichtig und unverzichtbar. Die Gesamtheit werblicher Einzelaktivitäten der Betriebe könne weder die Leistungsstärke noch die öffentliche Wahrnehmung und Wirkung von schlagkräftigen Gemeinschaftseinrichtungen auf regionaler und nationaler Ebene erreichen. Betriebliches und gemeinschaftliches Handeln müsse sich vielmehr synergetisch ergänzen und verstärken. Organisationen, wie das Deutsche Weininstitut und die Weinland Nahe e.V. müssten daher mit gesicherten finanziellen Budgets ausgestattetet sein, um effiziente Kommunikationsnetzwerke aufbauen und erhalten zu können.

„Der Weinbauverband Nahe hat den Zweck, die Interessen seiner Mitglieder bestmöglich zu vertreten, d.h. insbesondere die Belange des Berufsstandes in weinbau-, wirtschafts- und sozialpolitischer Hinsicht, die Gesamtbelange gegenüber anderen Verbänden, Organisationen und Behörden sowie die Interessen des Anbaugebietes in Gesetz- und Verordnungsverfahren wahrzunehmen“, machte Höfer deutlich. „Die Betriebe brauchen schließlich Planungssicherheit für ihre unternehmerischen Entscheidungen. Ohne das ehrenamtliche Engagement und die Mitwirkung von tatkräftigen Winzerinnen und Winzern in den Verbandsgremien und ohne die gut aufgestellte Verbandsgeschäftsstelle können diese Ziele nicht durchgesetzt werden“, so Höfer weiter. Mit dem Bewusstsein, dass alle Winzerinnen und Winzer einem enormen Zeitdruck unterliegen, dankte er allen ausscheidenden Gremienmitgliedern für ihre geleistete Arbeit und allen, die sich auch künftig für die Belange des Berufsstandes an der Nahe einsetzen werden, insbesondere den Mitgliedern, die bei den Neuwahlen für ein Verbandsorgan kandidieren.

Die Organe des Weinbauverbandes Nahe setzen sich künftig wie folgt zusammen:

Vorstand: Weinbaupräsident Dr. Thomas Höfer (Burg Layen)
Weinbauvizepräsident Rainer Klöckner (Guldental)
Weinbauvizepräsident Jakob Schneider (Niederhausen)

Ulrich Lorenz (Bad Kreuznach)
Andreas Wallhäuser (Mandel)

Weinbauausschuss: aa a Marcus Baumberger (Mandel)

Philipp Closheim (Langenlonsheim)

Steffen Enk (Dorsheim)

Franziska Finkenauer (Bad Kreuznach)

Sandra Hahn (Weiler)

Dr. Hubert Gänz (Guldental)

Jochen Klein (Bretzenheim)

Martin Reimann (Windesheim)

Georg Rumpf (Münster-Sarmsheim)

Frank Schönleber (Monzingen)

Edwin Schott (Wallhausen)

Frank Seckler (Schweppenhausen)

Stefan Semus (Bad Kreuznach)

Barbara Wollschied (Altenbamberg)

Ehrung des langjährigen Weinbauvizepräsidenten und stellvertretenden Kreisvorsitzenden Hans-Willi Knodel

(v. l. n. r.): Kreisvorsitzender Johannes Thilmann, Inge Knodel, Hans-Willi Knodel, Weinbaupräsident Dr. Thomas Höfer. Foto: Norbert Krupp