Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

17.05.2019 - Die Wiesen werden gemäht

Zusammenarbeit von Bauern und Jägern hilft den Jungtieren

Koblenz. Zur Zeit wird die Mahd des Grünlandes, der sogenannte 1. Schnitt, durchgeführt. Der Termin fällt bekanntlich mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen. Den Landwirten ist bewusst, dass die Wildtiere ihren Nachwuchs z.B. auch im Grünland verstecken, das bald gemäht wird, weshalb sie verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Jungwild zu schützen.

Gerade Rehkitze laufen nicht weg, sondern verstecken sich instinktiv im hohen Gras, um Schutz vor natürlichen Feinden zu finden. Bei Gefahr versuchen sich die Rehkitze sogar noch flacher auf den Boden zu drücken, um nicht erkannt zu werden. Dadurch bringen sie sich während der ersten Wiesenmahd in größte Gefahr.

Die Landwirte nehmen in den meisten Fällen rechtzeitig vor der Wiesenmahd Kontakt mit dem Jagdpächter auf, der dann mit seinem Jagdhunde die Wiesen vor der Mahd durchsucht, damit die Jungtiere, die in den Wiesen ihre „Kinderstube“ haben, frühzeitig erkannt und aufgescheucht werden. Auch sogenannte Vergrämungsmaßnahmen kommen zum Einsatz. Mit raschelnden Plastiksäcken auf Pfählen, grellen Blinklichtern, bunten Windrädern oder lauter Musik, können Jungtiere vergrämt werden. All diese Maßnahmen veranlassen das Wild, die Wiesen rechtzeitig zu verlassen.

Mittlerweile gibt es auch eine ganze Reihe technischer Lösungen, wie akustische und optische Wildretter, die den Arbeitsaufwand reduzieren und sehr hilfreich sind. Bei bestimmten Witterungsverhältnissen hilft auch Drohnen- und Infrarot-Technik, um Jungwild im Grasbestand vorab auszumachen und zu bergen. Dabei ist es selbstverständlich das Jungwild nicht mit den bloßen Händen anzufassen, damit es nicht den menschlichen Geruch annimmt, was dazu führen würde, dass die Mutter das Jungtier nicht mehr aufsucht.

Außerdem wird der Landwirt von innen nach außen mähen, um den Tieren die Flucht zu erleichtern. Die Tiere fliehen nämlich eher durch hohes Gras als über freie Flächen. An stärker befahrenen Straßen wird zur Vermeidung von Wildunfällen einseitig von der Straße her begonnen.

All diese Maßnahmen, sollen verhindern, dass bei der bevorstehenden Futterbergung auf den Wiesen und Weiden Jungwild zu Schaden kommt.