Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

29.01.2019 - Blauzungenkrankheit

Kostenentlastung ist dringend erforderlich

Koblenz. Die Blauzungenkrankheit trifft die Rinder, Schaf und Ziegen haltenden Betriebe in Rheinland-Pfalz hart. Durch die aktuell fehlenden Exportmöglichkeiten leiden die Betriebe zweifach: einerseits sinken die Preise durch fehlende Vermarktungsmöglichkeiten und andererseits gibt es durchaus Platzprobleme in einzelnen Betrieben. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, hat daher heute Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing und Umweltministerin Ulrike Höfken angeschrieben, damit sie sich auf Bundesebene umgehend für Handelsabkommen mit anderen EU-Staaten, und hier insbesondere für Belgien, Niederlande, Luxemburg und Italien, einsetzen.

Die landwirtschaftlichen Milchviehbetriebe seien aktuell in einer außerordentlich schwierigen Situation, die dringend auch politisch gelöst werden müsse. Gerade der Export in die Beneluxstaaten müsse umgehend wieder aktiviert werden. Des Weiteren forderte Horper die Minister auf, eine national und EU-weit gemeinsame Bekämpfungs- und Marktstrategie voranzutreiben. So sei eine erfolgreiche Strategie zur flächendeckenden Bekämpfung der Blauzungenkrankheit sinnvoll und notwendig. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Situation der landwirtschaftlichen Unternehmen forderte Horper eine finanzielle Beteiligung des Landes Rheinland-Pfalz an den Kosten der Blutuntersuchungen sowie an den Impf- und Tierarztkosten. Eine zunächst befristete, vollständige Übernahme der Kosten durch das Land halte er für durchaus angemessen. „Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Ihre Bekämpfung ist deshalb auch eine öffentliche Aufgabe und nach Auffassung vieler Tierärzte staatlicher Tierschutz“, ergänzte Präsident Horper.

Der Strukturwandel hat sich in den letzten Jahren dramatisch fortgesetzt. Seit 2000 habe sich die Zahl der Rinder haltenden Betriebe von 9.000 auf nunmehr 4.000 Betriebe mehr als halbiert. Wenn das Land, die Politiker und die Gesellschaft nicht endlich verstärkt ihre Bäuerinnen und Bauern sowohl politisch und medial wie auch finanziell stärker unterstützen, müssten demnächst auch die Tierhalter in Rheinland-Pfalz auf die „Rote Liste gefährdeter Arten“ gesetzt werden.