Aktueller Umgang mit der Düngeverordnung

Koblenz. Viele Betriebsleiter sind durch die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts bezüglich des praktischen Umgangs mit den Düngevorgaben verunsichert. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau macht daher darauf aufmerksam, dass zwar die allgemein gültigen Vorschriften der Düngeverordnung in Kraft bleiben, jedoch die im Antragsjahr 2025 festgestellten Verstöße in „Roten Gebieten“ im Rahmen der Konditionalität nicht sanktioniert werden. Auch fachrechtliche Verfahren zu solchen Verstößen werden zunächst nicht weiterverfolgt.

Das bedeutet aber auch, dass das Fachrecht zur Düngung unangetastet bleibt, die zusätzlichen Auflagen in den Roten Gebieten werden vorerst nicht weiterverfolgt. Die gute fachliche Praxis, wie z.B. das Düngen nach Entzug, gilt weiterhin, ein Aussetzen der Reduzierung der N-Düngung um 20 Prozent unter Entzug wird aber zurzeit toleriert. Das Ausbringen organischer Düngemittel auf morgendlich gefrorenem Boden bei anschließendem Auftauen wird derzeit sehr kontrovers diskutiert. Verschiedene Bundesländer legen diesen Bereich der Düngeverordnung unterschiedlich aus, wodurch Unsicherheiten bei den Anwendern entstehen. Dem BWV sind bisher keine Sanktionen bekannt geworden, sofern ein verantwortungsvoller Umgang unter Berücksichtigung des Bodenschutzes mit organischen Düngemitteln bei am Morgen gefrorenen Böden mit anschließendem Tauwetter belegt werden kann.

Mitgliederversammlung wählt Andreas Struth einstimmig zum neuen Vorsitzenden

Bogel. Ein eindrucksvolles Bild zeigte sich der Versammlungsleitung der jüngsten Mitgliederversammlung des Kreisbauern- und Winzerverband Rhein-Lahn, als rund 100 Mitglieder ihre Abstimmungskarten in die Luft hielten und damit volle Unterstützung für einen Neuanfang signalisierten. Andreas Struth wurde einstimmig als Vorsitzender gewählt und bildet mit seinen Stellvertretern Martin Dittmar und Markus Rehkop nun ein starkes Team für Rhein-Lahn, das auch gleich mit Aktivitäten loslegt.

Bereits im Juni wird der Kreisverband den Menschen zeigen, wie bedeutend Landwirtschaft und Weinbau im Rhein-Lahn-Kreis sind. Am 21. Juni findet in Naststätten wieder der „Tag der Landwirtschaft“ statt. Neben einem Bauernmarkt, Tier- und Landmaschinenschauen, wird es umfangreiche Informationen rund um Landwirtschaft, Wald und Wild geben. Gemeinsam mit den LandFrauen und der Landjugend wird die neue Mannschaft diese Großveranstaltung stemmen. Bereits zwei Tage früher, am 19. Juni findet als Auftakt das „ZeltBeben“ statt, eine Party der Landjugend im Rhein-Lahn-Kreis.

Mit diesem verheißungsvollen Engagement will der neue Kreisvorstand wieder die starke Stimme des Berufsstandes sein. Unterstützt wird er dabei von der Kreisgeschäftsstelle in Niederwallmenach, deren Fortbestand auch der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, thematisierte. Denn mit einem Nachfolger für den langjährigen Kreisgeschäftsführer Armin Geisel zeige der Landesbauernverband mit Sitz in Koblenz, dass ihm auch der Rhein-Lahn-Kreis wichtig ist. Martin Buschfort hat am 01. Februar seine Arbeit als neuer Kreisgeschäftsführer aufgenommen. Zusammen mit Sabine Schwarz ist er fortan seitens des Hauptamtes für alle Mitglieder und Vorstandsmitglieder Ansprechpartner. Mit dem starken Zusammenhalt und der Einigkeit sollen auch neue Mitglieder für den Kreisverband gewonnen werden.

Die politische Situation der Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz, Deutschland und Europa beleuchtete Weber ausführlich. Mit Blick auf den Weinbaupräsidenten des Mittelrheins, Heinz-Uwe Fetz, erläuterte er zentrale Forderungen des Berufsstandes. Die richtigen Rahmenbedingungen, gerade auch beim Mindestlohn und bei den Freihandelsabkommen seien notwendig, um Landwirtschaft und Weinbau am Mittelrhein und im Rhein-Lahn-Kreis Perspektiven zu eröffnen. Gerade mit Blick auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 bekräftigte Weber, dass es gleiche Rechte und gleiche Pflichten für alle Betriebe in der EU geben müsse. Länderspezifische Alleingänge gelte es zu verhindern. Das Mercosur-Abkommen zeige überdies, dass bei Freihandelsabkommen unterschiedliche Qualitätsstandards akzeptiert würden. Die heimischen Landwirte gerieten damit allerdings unter Druck, da sie mit ihren Standards gegenüber den in Südamerika erzeugten Produkte nicht mithalten könnten. Auf dieser Seite des Ozeans werde alles bis ins kleinste Detail dokumentiert, derweil auf der anderen Seite ganz andere Qualitätsstandards greifen würden, von deutlich weniger Bürokratie ganz zu schweigen.

Neben den Themen Grünlandkartierung und Düngeverordnung sprach der BWV-Präsident auch das Thema Wolf an. Weite Teile von Rheinland-Pfalz stünden vor einer gewaltigen Herausforderung, die auch die Tierhaltung in Frage stelle. Ohne eine Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz und die Möglichkeit rechtssicher Problemwölfe durch Jäger entnehmen zu können, werde es dem Berufsstand mehr und mehr erschwert, ihre Tiere auf den Weiden zu halten. Dabei bedürfe es keines „Bürokratiemonsters“ und keine komplexen Vorgaben, unter denen ein Wolf geschossen werden könne. Jäger müssten ermächtigt werden, in der ihnen übertragenen Verantwortung im Interesse von Natur- und Tierschutz handeln zu können.

Bitte melden Sie sich bei Problemen mit der Einspeisevergütung beim BWV

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau macht darauf aufmerksam, dass es massive Probleme bei der Auszahlung von Einspeisevergütungen im Bereich der erneuerbaren Energien, insbesondere an PV-Anlagenbetreiber geben kann. Das kann an einer IT-Umstellung, Personalmangel und an einem Anstieg der Anschlussanfragen liegen. Die Zahlungen können sich daher teilweise um Monate verzögern.

Der BWV bittet die Betroffenen ihre Probleme, bzw. Erfahrungen mit ihrem Netzbetreiber mitzuteilen. Bitte nutzen Sie hierfür den BWV-E-Mailkontakt info@bwv-net.de. Ihre Mitteilungen werden vertraulich behandelt. Sie dienen aber bei der Zusammenstellung von Argumentationen des BWV gegenüber den jeweiligen Netzbetreibern. Gerne können Sie auch ein Formular über folgenden Link nutzen: Formular über die Erfahrungen mit Netzbetreibern

Der BWV empfiehlt, bei ausbleibenden Zahlungen den Netzbetreiber schriftlich zu informieren. Außerdem kann der Betreiber unter Fristsetzung angemahnt werden. Die Einspeisevergütung ist regelmäßig nicht verloren, wird aber zeitverzögert ausgezahlt. Betroffene sollten den Schriftverkehr dokumentieren und bei anhaltenden Problemen die Schlichtungsstelle Energie oder die Bundesnetzagentur kontaktieren.

BWV kritisiert Umweltministerium wegen Verschleppung der Wolfsregulierung

Koblenz. In Berlin laufen derzeit die parlamentarischen Verhandlungen über die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz. Die Verhandlungen finden nicht nur im Bundestag und seinen Ausschüssen, sondern auch mit und zwischen den Bundesländern statt, da die Belange der Bundesländer betroffen sind. Im Kern geht es bei dem Gesetzgebungsvorhaben neben der Änderung des Bundesjagdgesetzes und der damit verbundenen Schaffung von Bejagungsmöglichkeiten für den Wolf auch um eine Änderung im Bundesnaturschutzgesetz, in dem bisher die Entnahme von auffälligen Wölfen geregelt ist. Der bisher einschlägige § 45a Bundesnaturschutzgesetz soll im Zuge der Gesetzesinitiative gestrichen werden.

Für die Tierhalter, gerade in den Mittelgebirgsregionen, ist das Gesetzgebungsvorhaben wichtig und das Bestreben auf Bundesebene, den notwendigen Beschluss zeitnah im Frühjahr herbeizuführen, wird ausdrücklich begrüßt. Mit großem Unverständnis hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau daher zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich das für Jagdfragen und Artenschutz zuständige rheinland-pfälzische Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) dafür einsetzt, das Inkrafttreten des Bundesjagdgesetzes um sechs Monate zu verzögern. In dieser Zeit soll den Bundesländern und damit auch Rheinland-Pfalz die Möglichkeit gegeben werden, sich auf die Umsetzung der bundesgesetzlichen Regelungen und möglichen Anpassungen in den rechtlichen Vorgaben der Bundesländer vorzubereiten.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau reagierte scharf und mit Unverständnis auf die Initiative der Landesregierung. In einem Schreiben an Umweltstaatssekretär Dr. Erwin Manz kritisierten die stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Christian Altmaier und Marcus Hehn die nunmehr bekannt gewordenen Pläne des MKUEM auf das Schärfste. Sie machten deutlich, dass gerade in Anbetracht der zunehmenden Wolfsrisse und der vor allem um den Jahreswechsel beobachteten dramatischen Rissereignissen im hohen Westerwald keinerlei zeitlicher Aufschub akzeptabel ist. Der BWV forderte das Ministerium erneut auf, alle notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die auf der Bundesebene vorgesehenen Änderungen schnellstmöglich in die Praxis umgesetzt werden können. Die Sorge wiegt schwer, dass sich Rheinland-Pfalz, ebenso wie andere Bundesländer, den sich auf Bundesebene ergebenen Möglichkeiten durch landesspezifische Regelungen entziehen beziehungsweise diese verzögern können. Gerade vor diesem Hintergrund hatte sich der BWV bereits mehrfach dafür eingesetzt, auf der Bundesebene klare und verbindliche Regelungen zur Einführung eines Wolfsmanagements und zur Entnahme von reißenden Wölfen zu schaffen und den Bundesländern keine Schlupflöcher zum Unterlaufen dieser notwendigen Möglichkeiten zur Regulierung des Wolfsbestandes einzuräumen.

Alexander Schweitzer und Gordon Schnieder stellen sich den Fragen der Bauern und Winzer

Koblenz. Zur Landtagswahl am 22.3.2026 hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau die beiden künftig möglichen Ministerpräsidenten eingeladen. Die BWV-Mitglieder haben zwei Gelegenheiten, ihre Fragen über die Zukunft des ländlichen Raumes, der Landwirtschaft und des Weinbaus in Rheinland-Pfalz persönlich an Gordon Schnieder, MdL (CDU), und Alexander Schweitzer, MdL (SPD), richten zu können.

CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzender Gordon Schnieder kommt am Freitag, 06.02.2026 um 10:00 Uhr und Ministerpräsident Alexander Schweitzer am Donnerstag, 26.02.2026 um 14:30 Uhr zum Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau nach Koblenz. Zusammen mit dem Präsidenten des Verbandes, Marco Weber, werden sie sich den Fragen im „Fishbowl-Format“ und somit „auf Augenhöhe“ stellen.

Hierzu sind Sie herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich schnell an. Die Plätze sind begrenzt. Ihre Fragen können Sie im Rahmen der Veranstaltung persönlich an die Gäste richten. Wenn Sie uns Ihre Frage mit der Anmeldung zusenden, werden wir diese den Kandidaten vorab zukommen lassen. Ihre Anmeldung und Ihre Frage senden Sie bitte an info@bwv-net.de, Telefon: 0261 9885 1012. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung.

Wir rufen Sie dazu auf, am 22.3.2026 Ihre Stimme abzugeben und sich aktiv an der Landtagswahl zu beteiligen: Demokratie lebt vom Mitmachen. Stärken Sie mit Ihrer Stimme den ländlichen Raum, die Landwirtschaft und den Weinbau in Rheinland-Pfalz.

Mahnfeuer in Rehe – Weidetierhalter fordern endlich ein wirksames Wolfsmanagement!

Rehe. Unter dem Motto „Wann, wenn nicht jetzt!“ trafen sich vergangene Woche bei einem Mahnfeuer in Rehe im Westerwald, im Dreiländereck von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen, über 1.000 Bäuerinnen, Bauern und Tierfreunde, um den politischen Entscheidungsträgern auf den Weg zu geben: „Macht endlich den Weg für eine praxisgerechte Wolfsregulierung frei.“

Rund 20 Verbände und Institutionen aus den drei Bundesländern fordern mehr Rücksichtnahme für die Weidetierhalter, für den Erhalt unserer Kulturlandschaft und die heimische Artenvielfalt, die eng mit der Grünlandbewirtschaftung verknüpft ist. BWV-Präsident Marco Weber zeigte sich erfreut über die Solidarität vieler gesellschaftlicher Gruppen aus den verschiedenen Regionen, die in Rehe anwesend waren und sich damit für den Schutz der Herdentiere einsetzen. So fand er deutliche Worte: „Mit unseren Weidetieren leiden auch die Menschen. Jetzt muss die Jägerschaft endlich eine Wildmanagementgrundlage erhalten, die es ihnen ermöglicht, reißende Wölfe rechtssicher entnehmen zu können. Unsere Tierhalter sind auf eine gefahr- und risikolose Tierhaltung angewiesen!“ Die Landwirte sorgten sich um ihre Tiere, die für die Bewirtschaftung einer Region zwingend notwendig seien. Daher würden die Landwirte den Schulterschluss mit den Gruppierungen, Verbänden und Landkreisen benötigen, die sich für den ländlichen Raum einsetzen würden.

Bianca Belleflamme, Vorsitzende der „Bürgerinitiative Wolfsprävention Westerwald“ ärgert sich über leichtfertige behördliche Entscheidungen: „Zäune nach Wolfsangriffen als fehlerhaft zu beurteilen ist gerade nach einem Angriff mit getöten und verletzten Weidetieren demotivierend. Die Tierhalter fordern eine deutlich fairere Bewertung ihrer Leistungen. Wir wollen endlich Entscheidungen, die uns bei der Fortführung unserer Tierhaltung unterstützen und nicht noch zusätzlich belasten!“.

Als Christian Amend, ein betroffener Weidetierhalter aus Hof im Westerwald, seine Erlebnisse nach einem Wolfsangriff beschrieb, war die Betroffenheit der Teilnehmer mit Händen zu greifen. Amend hatte seine Tiere mit einem den Richtlinien entsprechenden Zaun umgeben, geschützt mit 8.600 Volt Spannung und seine Schafe wurden dennoch nicht vor den Wolfsrissen bewahrt. Es sei schon hart, die überlebenden Tiere nach solch einem Angriff nicht mehr in Sicherheit zu wissen. Wohin könne er die Tiere bringen? Sei ein zweiter Zaun vonnöten? Mit diesen Fragen stünde eine Halterfamilie zuerst einmal alleine da. Hier habe vorerst nur die Soldarität der Berufskollegen geholfen. Brutal sei am Ende ein Schreiben des Koordinationszentrums Luchs und Wolf (Kluwo), die den Zaun wegen einer Kleinigkeit als „kein vollständier Schutz“ klassifiziert habe. Somit können kein Tierhalter mehr sicher sein, einen völlig sicheren Zaun zu haben.

Der Wolfsbeauftragte des BWV, Matthias Müller, begrüßte die Absenkung des Schutzstatus des Wolfes in der EU von „streng geschützt“ auf „geschützt“. Die Bundesregierung plane nun die Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz. Anschließend müssten die Bundesländer ihre Wolfsmanagementpläne entsprechend abändern. Dies sei gerade in länderübergreifenden Regionen von besonderer Bedeutung, da reißende Wölfe grenzübergreifend gejagt werden müssten. Müller betonte, dass in der kleinstrukturierten Landwirtschaft in den Mittelgebirgslagen keine Rudel toleriert werden dürften. Diese Regionen seien höchstens für durchziehende Wölfe geeignet. Gerade die Landwirtschaft in den Mittelgebirgsregionen sei auf die Wertschöpfung über das Grünland angewiesen. Würde die Gesellschaft die Weidetierhaltung zugunsten des Wolfes opfern, hätte dies eklatante negative Auswirkungen für die Artenvielfalt einer Region.

Der Vorsitzende des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenhalter Rheinland-Pfalz, Werner Neumann, forderte neben dem rechtssicheren Schießen reißender Wölfe, Forschungsgelder für die Erarbeitung eines effektiven Herdenschutzes, der auch machbar sei und fair bezahlt werden müsse. Außerdem müsse es einen Dialog mit Naturschutzorganisationen geben, um Verständnis für die Tierhalter zu erreichen. Neumann steht hinter den aktuellen Herdenschutzmaßnahmen, würden Wölfe aber darüber hinwegspringen, müssten sie sofort entnommen werden.

Lars Eric Broch, der Vorsitzende von Weidezone Deutschland, bedauerte, dass der Wolf das Lebensgefühl ganzer Regionen verändere. Der Wolf sei eben nicht mehr unter Kontrolle und das wisse man sehr wohl in den betroffenen Gebieten. Es gebe kein Erkenntnisproblem, sondern ein Handlungsproblem. Man habe den Eindruck, dass NGOs die Politik beeinflussen würden. Diese hätten offensichtlich kein Interesse mehr an der Weidetierhaltung in Deutschland. Daher stünde nun ein gesamter Wirtschaftszweig innerhalb der Landwirtschaft unter Druck. Die Folge werde ein geringerer Selbstversorgungsgrad tierischer Produkte sowie eine weniger artenreiche Kulturlandschaft sein. Diese Vielfalt werde leise und langsam verschwinden.

Landrat Achim Schwickert, der auch für seine Landratskollegen Achim Hallerbach und Dr. Peter Enders sprach, betonte, dass aktiv gegen eine weitere Ausbreitung des Wolfes eingegriffen werden müsse. Von alleine werde sich die Population nicht reduzieren. Die Landwirtschaft werde auf ihren Flächen bereits über das Naturschutzrecht eingeschränkt und jetzt komme noch der Wolf hinzu. Das sei kein tragbarer Zustand: „Wir können doch nicht den gesamten Westerwald einzäunen! Wölfe müssen auch erschossen werden können.“ Er sei zuversichtlich, dass ein vernünftiger Ausgleich zwischen Landwirtschaft und Wolfsansiedelung möglich sei.

Alle Redner kamen darin überein, dass nun dringend gehandelt werden müsse, bevor die Weidetierhalter ihrer Arbeit ein Ende setzen. Sie erhielten Beifall von den anwesenden Tierhaltern und Tierfreunden: „Weide vor Wolf – Wann, wenn nicht jetzt!“

Das Wolfspräventionsgebiet Hunsrück wird zeitweise erweitert

Koblenz. Nachdem es im Hunsrück hinsichtlich Rissereignisse von Großkarnivoren einige Monate lang ruhig geworden war, hat es Ende 2025 erneut einige Vorfälle im südlichen Teil von Rheinland-Pfalz gegeben. So gab es im Landkreis Kusel einige nachgewiesene Wolfsrisse, die inzwischen eindeutig einem Wolfsindividuum, der zur Alpen- bzw. italienischen Population zugehörig ist, zugeschrieben werden können. Die Tatorte liegen am Rande – jedoch außerhalb – des bisher ausgewiesenen Wolfspräventionsgebietes Hunsrück.

Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) das bereits bestehende Präventionsgebiet Hunsrück erweitert, um für die Weidetierhalter die Herdenschutzmaßnahmen in dem möglichen Lebensraum des inzwischen identifizierten Wolfes GW 4433m fördertechnisch unterstützen zu können. Die Regelung soll zunächst für ein Jahr gelten und das bestehende Präventionsgebiet nach Osten und Süden erweiterten. Das neue Gebiet reicht im Osten bis fast nach Bad Kreuznach und grenzt im Süden an Kaiserslautern.

Eine Übersicht über die derzeit geltenden rheinland-pfälzischen Präventionsgebiete sind auf der Homepage des KLUWO unter https://herdenschutz.wald.rlp.de/foerderung-herdenschutz/praeventionsgebiete-wolf aufgeführt.

Vermögensaufbau und Altersvorsorge mit Aktien und Aktien-Indexfonds (ETF)

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) führt am 09. Februar 2026 von 10:00 bis 16:00 Uhr in der Rotunde der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz das Seminar „Vermögensaufbau und Altersvorsorge mit Aktien und Aktien-Indexfonds (ETF)“ durch.

Christian Solle von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen wird zu Beginn des Seminars über die Entstehung von Vermögen referieren. Informationen über exponentielles Wachstum, förderliche Verhaltensweisen beim Vermögensaufbau und die Funktion von Kapitalmärkten und Aktien sind weitere Schwerpunkte, um einen Überblick über Aktien-Indexfonds (ETF) und passende ETFs zu ermöglichen.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 190 Euro und für Nichtmitglieder 290 Euro inkl. Mittagessen. Informationen und Anmeldungen: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, E-Mail: presse@bwv-net.de oder online über unser Anmeldeformular.

BWV-Präsident Marco Weber: Keine Polizeikosten bei wolfsbedingten Vorfällen!

Koblenz. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Marco Weber, hat sich mit einem dringenden Schreiben an Umweltministerin Katrin Eder und Innenminister Michael Ebling gewandt. Er fordert eine faire Regelung für Tierhalter in Wolfspräventionsgebieten. Bei Polizeieinsätzen, die möglicherweise auf Wolfsnähe zurückzuführen sind, dürfen keine Kosten gegenüber Dritten in Rechnung gestellt werden, fordert der 16.000 Mitglieder starke Verband.

Im Oktober 2025 brach in der Nähe von Puderbach (Westerwald) eine Rinderherde aus einer fachgerecht gesicherten Weide aus. Bei dem vorgefundenen Schadbild – massive Torzerstörung – ist nicht ausgeschlossen, dass die Rinderherde durch Wölfe in Unruhe versetzt wurden und in Panik der gut gesicherten Weide entwichen sind. Die Polizeiinspektion Straßenhaus rückte aus und stellte dem betroffenen Tierhalter 364 Euro an Polizeikosten in Rechnung. Das Polizeipräsidium Koblenz lehnte die Einlassung des Landwirts ab – auch aus Billigkeitsgründen sei ein Verzicht auf die Kosten nicht möglich. Webers klare Position: „Es kann nicht sein, dass Tierhalter, die sich ordnungsgemäß verhalten und durch das Vorhandensein des Wolfes sowieso schon größere Aufwendungen und Schäden erlitten haben, noch zusätzlich mit Gebühren für Polizeieinsätze belastet werden, die sie nicht zu verantworten haben. Der Vorfall ereignete sich in einem offiziellen Wolfspräventionsgebiet. Landwirte übererfüllen Sicherheitsstandards – dennoch tragen sie die Folgen.“ Der BWV-Präsident fordert die Ministerien auf, eine für die Tierhalter akzeptable Regelung zu treffen.

BWV-Präsident Marco Weber fordert schnelle Entnahme reißender Wölfe

Koblenz. In einem Schreiben an Umweltministerin Katrin Eder und Landwirtschaftsministerin Daniela Schmitt hat sich der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), Marco Weber, für ein stringentes Wolfsmanagement starkgemacht. Angesichts dramatischer Angriffsserien im Hohen Westerwald – über 50 Nutztiere wurden über den Jahreswechsel hinweg getötet – unterstützt er die geplante Änderung des Bundesjagdgesetzes und fordert die Landespolitik zur konsequenten Unterstützung auf.

Im Hohen Westerwald gab es seit der Woche vor Weihnachten sechs mutmaßliche Wolfsüberfälle, nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern auch in den unmittelbar angrenzenden Bundesländern NRW (Wiederstein) und Hessen (Heisterberg). Auch wenn die wissenschaftliche Bestätigung noch aussteht, redet Marco Weber Klartext: „Der Wolf ist mehr denn je in unserem Bundesland angekommen“, schreibt der Präsident. Besonders die Rissserie im Hohen Westerwald seit 20.12.2025 halte Tierhalter und Bevölkerung in Atem. „In Anbetracht dieser Häufung […] wäre es ein Zeichen Ihrer beiden Häuser gewesen, vor Ort Flagge zu zeigen.“

Präsident Weber begrüßt die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH): „Den Wolf aus dem Bundesnaturschutzgesetz herausnehmen und im Bundesjagdgesetz die Voraussetzungen für Wolfsmanagement schaffen, um unbürokratisch handeln zu können, unterstützt der BWV ausdrücklich.“ Er schreibt an die beiden zuständigen Ministerinnen: „Ich fordere Sie ausdrücklich auf, dieses Gesetzgebungsvorhaben mit allen […] Mitteln zu unterstützen.“ Hierbei solle es auch keine Schlupflöcher für länderspezifische Ausnahmen geben. Ziel müsse es sein, mit oder ohne einen Wolfsmanagementplan, legale Entnahmen von Problemwölfen zu ermöglichen. Die Weidetierhaltung sei „unverzichtbar für den Erhalt der Kulturlandschaft“ und müsse dringend geschützt werden.

Weber bietet raschen Austausch an: Sowohl der Bauern- und Winzerverband als auch die Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften (IGJG) seien jederzeit gesprächsbereit, um die Ministerien bei den anstehenden Verhandlungen auf Bundesebene zu unterstützen. „Eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Länder beim Wolfsmanagement ist unabdingbar,“ findet der BWV-Präsident. „Landwirte warnen seit Jahren vor der prekären Situation für Tierhalter, vor allem im Westerwald“, kritisiert Weber. Auch Rheinland-Pfalz müsse umgehend handeln, sobald die Änderungen im Bundesjagdgesetz beschlossen seien. Die notwendigen Maßnahmen müssten schnell umgesetzt werden.