Mittelrhein-Weinbautag 2023

Weinbauverband fordert einfache Inkulturnahme brachliegender Rebflächen

Koblenz. Der Mittelrhein-Weinbautag 2023 traf bei den Winzern auf reges Interesse. Der Präsident des Weinbauverbands Mittelrhein, Heinz-Uwe Fetz, unterstrich gegenüber den mehr als 40 Teilnehmern u.a. die Forderung des Verbands, brachliegende ehemalige Rebflächen möglichst einfach wieder in die Bewirtschaftung zurückführen zu können.

Im fachlichen Teil des Weinbautags, der von Dr. Maximilian Hendgen, Geschäftsführer des Weinbauverbands Mittelrhein, moderiert wurde, ging es thematisch um praktische Aspekte der Bewässerung von Rebanlagen, um das geförderte betriebswirtschaftliche Beratungsangebot der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz sowie um die derzeitige Zulassungssituation bei Herbiziden und mögliche Alternativstrategien zu Glyphosat in der Unterstockpflege im Weinberg.

Abschließend dankte Fetz den Fachreferenten von Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum und Landwirtschaftskammer für ihre Beiträge zum Weinbautag und kündigte sogleich eine Mitgliederversammlung des Weinbauverbands in Präsenz im kommenden Sommer an.

Sitzungen und Veranstaltungen

Versammlungen effektiv leiten

Koblenz. Versammlungen und Sitzungen verlaufen nur dann erfolgreich, wenn sie effektiv geleitet werden. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau führt

am 28. Februar 2023, von 10:00 bis 15:00 Uhr in der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz das Seminar „Versammlungen effektiv leiten“

durch.

Claudia Albrecht, Marketingberaterin und Coach, führt ins Zeitmanagement ein und gibt Anleitungen für eine sinnvolle Vorbereitung und Leitung von Sitzungen. Ebenso werden Fragen der Organisation und Struktur von Versammlungen behandelt.

Dieses Seminar wendet sich an alle ehren- und hauptamtlich tätigen Menschen, die ihren persönlichen Auftritt als Versammlungsleiter oder Referent stärken möchten.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 90 Euro und 140 Euro für Nichtmitglieder. Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, E-Mail: meurer@bwv-net.de oder online über www.bwv-net.de.

Fachforum Düngeverordnung

Rote Gebiete lassen viele Fragen offen

Koblenz. Rund 150 Bäuerinnen und Bauern, Winzer und Winzerinnen besuchten das „Fachforum Düngeverordnung“ des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV). Vizepräsident Manfred Zelder eröffnete die Veranstaltung und betonte die besondere Relevanz der Düngeverordnung in Rheinland-Pfalz für die Landwirte und wies auf viele offene Fragen im Zusammenhang mit der Ausweisung der nitratbelasteten Roten Gebiete hin.

Über die Grundwasser-Messstellen in Rheinland-Pfalz, den Aufbau des Ausweisungsmessnetzes und die damit verbundene Festlegung der Roten Gebiete informierte Dr. Stephan Sauer vom Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz. Einige Teilnehmer kritisierten die Nutzung von Daten verschiedener Messstellen, die ihrer Meinung nach nicht landwirtschaftlich beeinflusst seien. Sauer konnte einzelne Fälle nachvollziehbar erläutern. Weiterhin berichtete er über das für Rheinland-Pfalz maßgebende mathematische Voronoi-Verfahren, das für die Abgrenzung zwischen belasteten und nicht belasteten Regionen verantwortlich sei. Das Verfahren sei nicht verursacherbezogen, so dass er die Kritik an diesem System nachvollziehen könne. Es sei das Ziel der Landesregierung weitere Messstellen in das Ausweisungsmessnetz aufzunehmen, um so kleinräumigere Abgrenzungen zu ermöglichen. Bis Ende 2024 solle die derzeitige Zielvorgabe von rund 560 Grundwassermessstellen erreicht werden. Voraussetzung dafür sei die Überprüfung und gegebenenfalls Sanierung bereits bestehender Messstellen (Quellen, Brunnen) und die Bohrung neuer Grundwassermessstellen, die einen landwirtschaftlichen Bezug aufweisen. Gleichzeitig befürwortete er eine räumliche Anpassung der Roten Gebiete in zwei Jahren auf der dann vorliegenden besseren Datengrundlage. Dies sei politisch jedoch noch nicht entschieden.

Dr. Friedhelm Fritsch vom rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministerium erläuterte die Umsetzung der Bundes- und Landesregelungen zum Düngerecht. Fritsch konzentrierte sich vor allem auf die Auflagen und die Optimierung der Landbewirtschaftung in den Roten Gebieten. Der Betriebsleiter könne über seine Bewirtschaftung zwischen verschiedenen Alternativen jährlich neu entscheiden. Der Landwirt müsse sich fragen, für welche Kulturen oder Betriebsausrichtung sich welche Maßnahmen, unter Berücksichtigung der jeweiligen vorgeschriebenen Beschränkungen, für seinen Betrieb eignen würden. Er stellte mögliche Fruchtfolge-Beispiele vor und warb für den Anbau von E-Weizensorten sowie Braugetreide, womit er eine intensive Diskussion unter den Zuhörern über den Rohproteingehalt des Getreides auslöste.

Das Fachforum-Format wird seit 2022 seitens des BWV durchgeführt und setzt sich mit aktuellen Themen der Landwirtschaft und des Weinbaus auseinander.

Ackerbauseminar

Ackerbau ohne Glyphosat – Lösungsansätze

Koblenz. Ackerbau ohne den Einsatz von Glyphosat erschwert die Feldarbeit und die Erzeugung hochwertiger landwirtschaftlicher Produkte. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) führt am 24. Februar 2023 von 10 bis 13 Uhr in seiner Hauptgeschäftsstelle in Koblenz das Seminar „Ackerbau ohne Glyphosat – Lösungsansätze“ durch.

Prof. Dr. Jan Petersen von der Technischen Hochschule Bingen und Matthias Kunkemöller vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück stellen Alternativen und Möglichkeiten zur Reduktion des Sameneintrages vor. Unkrautunterdrückung, Zwischenfruchtanbau sowie die Vorstellung alternativer Herbizide sind weitere Themen dieser Veranstaltung.

Die Teilnahmegebühr für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau beträgt 30 Euro, für Nichtmitglieder 80 Euro.

Anmeldung und Information: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, Fax: 0261 9885-1300, E-Mail: meurer@bwv-net.de oder hier online.

Soziale Medien

Sicher in den sozialen Medien bewegen!

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) führt am 14.02.2023 von 10.00 bis 15.00 Uhr in der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz das Seminar „Sicher in den sozialen Medien bewegen!“ durch.

Wer eine Homepage besitzt, einen Online-Shop betreut oder sich in den sozialen Medien aufhält, sollte über die rechtlichen Gegebenheiten Bescheid wissen, um Abmahnungen und deren Folgen zu entgehen.

Fachanwalt André Nienhaus wird u.a. erläutern, was bei Veröffentlichungen in den sozialen Medien zu beachten ist und welche Grundlagen zu beherrschen sind. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Datenschutz und was sowohl in den sozialen Medien als auch auf einer Homepage zu beachten ist.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 30 Euro und 80 Euro für Nichtmitglieder.

Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, Fax: 0261 9885-1300, E-Mail: meurer@bwv-net.de oder online hier auf dieser Seite.

Handelsabkommen Mercosur

Bundeskanzler Scholz verrät die Landwirtschaft

Koblenz. Mit großer Sorge betrachtet der Präsident des BWV Rheinland-Nassau, Michael Horper, die Zusage des Bundeskanzlers Olaf Scholz, das Mercosur-Abkommen zügig zum Abschluss zu bringen. Scholz hatte diese Zusage während seiner Südamerika-Reise dem brasilianischen Präsidenten Luiz Lula da Silva gegeben und diese in einer gemeinsamen Abschlusserklärung auch unterschreiben.

Im Abkommen würde den Mercosur-Staaten Freihandelsquoten für Geflügelfleisch in Höhe von 180.000 Tonnen und ein zollfreies Lieferkontingent von 180.000 Tonnen Zucker jährlich zugestanden. Zudem soll der Import von 99.000 Tonnen Rindfleisch zu einem Zollsatz von 7,5 Prozent erlaubt werden. Für Ethanol aus dem Mercosur-Block ist ein Jahreszollkontingent von 650.000 Tonnen vorgesehen. Eine Folgenabschätzung von Wissenschaftlern der School of Economics and Political Science hatte im Dezember 2020 ergeben, dass die Einfuhren von Rindfleisch in die EU um 30 bis 64 Prozent zunehmen würden. Im Gegenzug würde die Rindfleischproduktion innerhalb der EU zurückgehen.

Man könne nicht Nachhaltigkeit von der Landwirtschaft fordern und dann für den sicher nicht nachhaltigen Schiffstransport von Rindfleisch aus Südamerika die Handelsschranken senken, kritisiert Horper das Vorgehen des Bundeskanzlers. Offensichtlich hat Scholz bei seiner Zusage vergessen, dass er geschworen habe „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“ und dazu zählten nun mal auch die Landwirte. Völlig unverständlich sei ihm, wie man angesichts der tiefgreifenden Veränderung der Lebensmittelversorgung und Ernährungssicherung sehenden Auges die Verdrängung der heimischen Lebensmittelerzeugung in Kauf nehmen wolle, um im Gegenzug u.a. mehr Autos zu exportieren. Es sei auch nicht schlüssig, den deutschen Landwirten mehr Tierwohl und weniger Pflanzenschutzanwendungen abzuverlangen und gleichzeitig Produkte aus Südamerika zuzulassen, die die deutschen Standards nicht erfüllten. „Mit diesem Abkommen wird Europa Zucker und Ethanol importieren, die in keiner Weise unseren Produktionsstandards entsprechen. Allein in Brasilien werden 27 Herbizide und Insektizide verwendet, die in Europa verboten sind, erinnert Horper an die Recherche von COPA, der Dachorganisation der europäischen Bauernverbände in Brüssel, die sich bereits 2019 deutlich gegen das Mercosur-Abkommen ausgesprochen hatte.