Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

13.04.2018 - Wiesen werden gemäht

Zusammenarbeit von Bauern und Jägern hilft den Jungtieren

Koblenz. Die Mahd von Grünland oder Energiepflanzen steht bevor. Der Termin fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen. Den Landwirten ist das bewusst, weshalb sie verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Jungwild zu schützen.

Die Zeit der Grünfutterbergung fällt mit dem Setzen, also der Geburt der Rehkitze, zusammen. Die Jungtiere verstecken sich instinktiv im hohen Gras, um Schutz vor natürlichen Feinden zu finden. Bei Gefahr versuchen sich die Tiere sogar noch stärker auf den Boden zu drücken, um nicht erkannt zu werden. Dadurch bringen sie sich während der ersten Wiesenmahd in größte Gefahr.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau bittet die Bauern auch in diesem Jahr, wieder rechtzeitig vor der Wiesenmahd Kontakt mit der Jägerschaft aufzunehmen. Die Jäger sind oft bereit, mit ihren Jagdhunden die Wiesen vor der Mahd zu durchsuchen, damit die Jungtiere, die in den Wiesen ihre „Kinderstube“ haben, frühzeitig erkannt und aufgescheucht werden. Alternativ könnten auch sogenannte „Wildretter“ eingesetzt werden. Diese technischen Lösungen, wie die akustischen und optischen Wildscheuchen haben zwar ihren Preis, sie haben sich aber in der Praxis bewährt und reduzieren den Arbeitsaufwand erheblich. Akustische Wildretter funktionieren aber bei sich drückenden Jungtieren und brütenden Fasanenhennen nicht immer. Auch mit raschelnden Plastiksäcken auf Pfählen, grellen Blinklichtern, bunten Windrädern oder lauter Musik, können Jungtiere vergrämt werden. All diese Maßnahmen veranlassen das Wild, die Wiesen rechtzeitig zu verlassen.

Außerdem sollte die Mahd von innen nach außen durchgeführt werden, um den Tieren die Flucht zu erleichtern. Die Tiere fliehen nämlich eher durch hohes Gras als über freie Flächen. An stärker befahrenen Straßen ist einseitig von der Straße her zu beginnen. Zudem ist zu empfehlen, dass besonders große Wiesen am Vortag rundherum angemäht werden, um das Wild zu beunruhigen und zur Flucht zu veranlassen.

Bei der Ernte der Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg - gerade bei Rehkitzen und Junghasen, die sich instinktiv ducken und so nicht vom Kreiselmäher erfasst werden.

Welche Maßnahmen am sinnvollsten sind, sollten die Landwirte und Jäger vor Ort gemeinsam entscheiden.