Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

07.08.2020 - Jagdgenossenschaften und Corona

Umsatzsteuer: Verlängerung der Übergangsregelung bis 31. Dezember 2022

Koblenz. Viele Jagdgenossenschaften mussten sich in den vergangenen Jahren mit der Problematik auseinandersetzen, dass sie grundsätzlich ab dem 01. Januar 2017 im Zuge einer Änderung umsatzsteuerrechtlicher Regelungen verpflichtet sind, Umsatzsteuer abzuführen. Vor dem Jahre 2017 hatten die Jagdgenossenschaften allerdings die einmalige Möglichkeit, im Rahmen einer Optionserklärung gegenüber dem zuständigen Finanzamt von einer Übergangsregelung zum § 2b des Umsatzsteuergesetzes Gebrauch zu machen, wonach die frühere Umsatzsteuerbefreiung bis zum 31.12.2020 weiter anzuwenden war. Im Zuge der Corona-Krise und im Rahmen steuerlicher Hilfemaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise wurde diese Übergangsregelung nunmehr bis zum 31.12.2022 verlängert. Die Regelung betrifft nicht nur die Jagdgenossenschaften, sondern auch andere Personen des öffentlichen Rechts wie beispielsweise Kommunen. Sofern eine Jagdgenossenschaft vor einigen Jahren, wie von der Interessensgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau empfohlen, die entsprechende Optionserklärung abgegeben hat, muss grundsätzlich nichts weiter veranlasst werden. Vielmehr gilt in diesem Falle die Übergangsregelung auch für Einnahmen, die die Jagdgenossenschaft im Zeitraum zwischen dem 01. Januar 2021 und dem 31. Dezember 2022 erzielt.

Grundsätzlich sollte eine Jagdgenossenschaft allerdings darauf achten, dass bei neu abgeschlossenen Jagdpachtverträgen die steuerliche Situation und die Umsatzsteuerpflicht ab dem 01. Januar 2023 berücksichtigt werden. Betroffen sind vor allem diejenigen Jagdgenossenschaften, deren jährlicher Gesamtumsatz die kürzlich von 17.500 € auf 22.000 € (netto: 18.487 €) angehobene Kleinunternehmergrenze überschreitet.