Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

06.07.2020 - Volontärschulung

Präsident Michael Horper und Betriebsleiter Clemens Bisenius diskutierten mit den Volontären des Trierischen Volksfreundes u.a. über den Einsatz von Glyphosat und die Bedeutung von Gülle für die Bodenfruchtbarkeit.

Volontäre des Trierischen Volksfreundes informieren sich über die Landwirtschaft und den Weinbau

Ralingen/Langsur. Unter der Leitung von Frau Inge Kreutz besuchten sechs Volontäre des Trierischen Volksfreundes den landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb von Familie Clemens und Marita Bisenius in Ralingen-Olk und den Weinbaubetrieb Johannishof von Birgit Ries in Langsur-Mesenich. Präsident Michael Horper stand zur Beantwortung agrarpolitischer Fragen zur Verfügung. Einleitend machte er deutlich, dass die Landwirtschaft zurzeit große Veränderungen bewältigen müsse. Als Beispiele nannte er die Umsetzung der neuen Düngeverordnung, Tierhaltungsauflagen sowie die Umsetzung von Biodiversitätsstrategien: „Die Landwirtschaft hat wesentlich zum Wohlstand der deutschen Gesellschaft beigetragen. Die Menschen müssen endlich wahrnehmen, dass die Landwirtschaft viele Umweltprobleme lösen kann. Dabei sollte sich die Politik endlich mit den Fakten auseinandersetzen und sich nicht von Meinungen und Vorurteilen leiten lassen.“

Anschließend informierte Landwirt Clemens Bisenius die Volontäre über die aktuelle Situation in der Milchviehhaltung. Bisenius erklärte, dass für einen Haupterwerbsbetrieb mit 60 Milchkühen, auch bei einer durchschnittlichen fünfstelligen Milchleistung der Kühe, mehrere Standbeine notwendig seien. So habe sich seine Familie eine Direktvermarktung sowie eine regionale Eiervermarktung aufgebaut. Während des Volontärtages wurden intensiv die Themen „Gülleausbringung“ und „Glyphosat-Anwendung“ diskutiert. Dabei erläuterte Bisenius die Bedeutung von Gülle als Nährstofflieferant und für die Humusbildung. An einigen Beispielen zeigte Bisenius die Nützlichkeit von Glyphosat für die heimische Landwirtschaft und dabei insbesondere für den Erosionsschutz und für die minimale Bodenbearbeitung auf. Die Volontäre erkannten die Konsequenzen, die im Falle des totalen Glyphosat-Anwendungsverbotes, für den Bodenschutz und die CO2-Emissionen drohen.

Auf dem Weinbaubetrieb Johannishof von Birgit Ries erfuhren die Volontäre, welche Maßnahmen die Betriebsleiterin umsetzen musste, um sich erfolgreich am Markt behaupten zu können. So habe Ries neben dem Weinbaubetrieb die Gastronomie und auch die Gästewirtschaft ausgebaut. Die Winzerin machte deutlich, dass die Basis ihres gesamtbetrieblichen Konzeptes die Vermarktung der Regionalität sei. Dies sei prinzipiell über den Weinbau gesichert. Darüber hinaus würde sie aber auch in der Gastronomie überwiegend regionale Produkte verarbeiten und regionale Spezialitäten anbieten. Selbst die Gestaltung der Gästezimmer mit Schiefer und Holz betone die regionale Note. In einem Rundgang überzeugten sich die Volontäre im Weinbaubetrieb, in der Gastronomie sowie im Gästebereich von der Angebotsvielfalt des Weingutes. Am Ende der Veranstaltung stellte Redakteurin Inge Kreutz fest, dass sie und ihre Volontäre viele interessante und vor allem erkenntnisreiche Informationen erhalten hätten. Sie sei davon überzeugt, dass gerade die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von dieser Schulung profitieren würden.

Winzerin Birgit Ries sprach über die Chancen im Weinbau und über sinnvolle Einkommenskombinationen.