Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

22.11.2017 - Wein bestellt – Winzer geprellt?

Vorsicht bei Online-Bestellungen

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau weist darauf hin, dass Winzer bei der erstmaligen Bestellung durch Kunden, die nicht persönlich oder aus langjährigen Geschäftsbeziehungen bekannt sind, ein gewisses Maß an Skepsis walten lassen sollten. Dies betrifft insbesondere Winzer, die einen Onlineshop betreiben, so dass der Bestellvorgang schnell und unkompliziert durchlaufen werden kann.

Es gibt aktuell wieder ein Beispiel, dass ein angeblicher „Kunde“ Wein bestellt, diesen aber später nicht bezahlt. Die Betrüger gehen folgenderweise vor: Es werden Weinpakete im Wert von 50 bis 80 Euro, im aktuellen Fall auch mehr, bestellt, aber nachher nicht bezahlt. Der relativ kleine Wert des bestellten Warenpaketes würde viele Winzer vielleicht dazu verleiten, diese Forderungen nicht gerichtlich geltend zu machen, da der Aufwand und der mögliche Ertrag oft in einem krassen Missverhältnis zueinander stehen. Solche offenen Forderungen werden daher nicht selten ausgebucht, wodurch die „Weinliebhaber“ ermutigt werden, in ihrer Masche fortzufahren. Sollte es dann tatsächlich einmal dazu kommen, dass die Forderungen gerichtlich durchgesetzt werden, so stellt sich häufig heraus, dass die betroffenen Personen mittellos sind und auch Zwangsvollstreckungsmaßnahmen ohne Erfolg bleiben.

Vor diesem Hintergrund sollten Winzer im Allgemeinen und Betreiber von Webshops im Besonderen bei neuen Kunden nicht ohne ein gesundes Maß an Skepsis mit Neukunden umgehen. Selbstverständlich soll damit nicht gesagt werden, dass von jedem Neukunden, der über E-Mail, Internet oder Telefonanruf bestellt, eine Auskunft eines Schuldnerverzeichnisses eingeholt werden sollte. Die weitaus überwiegende Anzahl der Besteller schätzen die einfache und unkomplizierte Art, über elektronische Medien Waren zu bestellen und sind auch gerne bereit, die empfangenen Waren zu bezahlen. Aber manchmal kann es schon hilfreich sein, wenn Winzer, die die Vermutung haben, dass Weine bei ihnen bestellt wurden aber nicht bezahlt werden sollen, das Gespräch mit anderen Winzern suchen. Denn die Erfahrung zeigt, dass häufig Winzer einer Region verstärkt von betrügerischen Machenschaften einer Person betroffen sind. Aktuell sind das Winzer aus Franken und von der Mosel, die sich wegen eines Kunden mit einem weit verbreiteten Nachnamen aus Norddeutschland bereits an die Polizei gewandt haben. Wenn sich die betroffenen Winzer über derlei Vorfälle austauschen, besteht die Chance, dass vielleicht der eine oder andere Kollege nicht auf die betrügerischen Absichten eines Bestellers hereinfällt.

Bei Neukunden verlangen viele Winzer, die bereits einmal schlechte Erfahrungen mit zweifelhaften „Kunden“ gemacht haben, bei der ersten Bestellung Vorkasse. Darüber hinaus ist der von unbekannten Neukunden zu verlangende Altersnachweis eine gute Möglichkeit, die Integrität des Bestellers zu überprüfen, indem beispielsweise eine Kopie eines Ausweises angefordert wird. Gibt es dabei keine Probleme, werden Anschlussbestellungen auch auf Rechnung geliefert.